Straßenbeleuchtung

Neue Leuchten kosten um 25 Prozent mehr

Veringenstadt / Lesedauer: 2 min

Veringenstädter Gemeinderat hebt Ausschreibung auf - Verwaltung wird neu verhandeln
Veröffentlicht:31.07.2014, 18:58
Aktualisiert:24.10.2019, 11:00

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Bürgermeister Armin Christ und Kämmerer Manfred Riedißer hatten in der letzten Sitzung des Gemeinderates vor der Sommerpause keine guten Nachrichten. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, vom Gremium schon längst beschlossene Sache, brachte bei der Ausschreibung lediglich ein Angebot hervor. Da dieses etwa 25 Prozent über der vom begleitenden Ingenieurbüro Stadelhofer aus Pfullendorf berechneten Kostenschätzung liegt, hob das Gremium die Ausschreibung auf und beauftragte die Verwaltung zur Nachverhandlung mit dem einzigen Bieter und zur freihändigen Vergabe.

„Sechsmal wurden die Ausschreibungsunterlagen abgeholt, nur ein Bieter gab ein Angebot ab“, erklärte Christ. Die extreme Kostenüberschreitung von 25 Prozent gegenüber der Kostenberechnung vom Ingenieurbüro sieht Bürgermeister Christ in einer neu entwickelten Leuchte, die nicht ausgeschrieben war. Diese hätte bei gleichem Stromverbrauch eine höhere Lichtleistung und Ausleuchtung (1700 Lux zu 2000 Lux), sei in der Anschaffung jedoch teurer.

Christ plädierte dafür, die ursprünglich ausgeschriebenen Leuchten mit 1700 Lux zu nehmen. „Was letztes Jahr aktuell und das Beste war, kann ein Jahr später noch nicht schlecht sein“, so Christ. Außerdem seien im Angebot Reparaturarbeiten mit 20 000 Euro beinhaltet, die nötig seien, um die schrägen Leuchtmasten zu begradigen, ansonsten bestünde die Gefahr, dass die neuen LED-Leuchten blenden. Stadtrat Andreas Stauß wollte wissen, weshalb nur ein Bieter abgegeben habe. Kämmerer Manfred Riedißer erklärte, dass die Haushaltsgenehmigung seitens des Landratsamtes so spät gekommen sei und die Ausschreibung vorher nicht möglich war.

Zuschuss bleibt erhalten

Stadtrat Harald Branz bemängelte diesen Zustand und regte an, die Haushaltsberatung und -beschließung künftig früher abzuhandeln, um solche Folgeerscheinungen zu vermeiden. „Der Zuschuss in Höhe von etwa 32 000 Euro bleibt uns auf jeden Fall erhalten“, erklärte Christ.

Bei einer Enthaltung wurde die Ausschreibung wegen Unwirtschaftlichkeit aufgehoben und die Verwaltung zur Nachverhandlung mit dem einzigen Bieter ermächtigt. Maßgabe ist dabei, dass der neue Vorschlag nicht mehr als zehn Prozent über der Kostenberechnung gemäß dem Antrag BMU (Bundesministerium für Umwelt), liegt. Außerdem wurden Reparaturarbeiten zur Begradigung der Masten von maximal 20 000 Euro als außerplanmäßige Ausgabe im Haushalt genehmigt.