Spätmittelalter

Max Mockler ist der Bewunderte

Sigmaringendorf / Lesedauer: 1 min

Strohmanntreiben macht die Sig’dorfer wieder froh – Harter Kern weiß noch um die Kunst
Veröffentlicht:28.02.2019, 16:03
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Als Brauch, der seinen Ursprung wohl im Spätmittelalter hat, ist das Strohmanntreiben am Auseliga ein alter Brauch für junge Menschen an der Grenze zum Erwachsenenalter. Hier und heute für den Jahrgang 2003 aus Sigmaringendorf.

Seit 40 Jahren findet in der Scheune der Pfäffles das „Einbinden“ der zentralen Figur dieser Zeremonie statt. Obwohl es ein harter Kern ist, der um die Kunst noch weiß, obliegt es dem „Schulentlassungjahrgang“, dieses Spektakel zu organisieren. Noch während die Ledigen auf dem Hirschplatz den Narrenbaum umtanzen, fängt man bei Pfäffles mit den Vorbereitungen an. Im Grunde genommen beginnen die Vorbereitungen schon über ein halbes Jahr früher, wenn einer derjenigen, die sich um die Tradition bemühen, Ausschau hält nach Roggenstroh, das den Ansprüchen, die der Brauch erfordert, genügt.

Im letzten Jahr wurde Marcel Loder – durch einen Kollegen informiert – in der Gegend „irgendwo bei Herdwangen-Schönach“ fündig. Lang müssen die Halme sein, wie man sie heute nicht einmal mehr auf Roggenfeldern findet.

Die Kinder erwarten reichen Süßigkeitenregen

Dann muss sich der 2003er, der sich in seinem Jahrgang bereitgefunden hat (in diesem Jahr ist Max Mockler der Mutige/Arme/Dumme/Bewunderte), den Strohmann „zu machen“, für Stunden stocksteif halten. Erst in der Scheune und dann im Tippelgang durchs ganze Dorf. Gehalten von zwei Kameradinnen, und begleitet von seinen Jahrgängern, den üblichen Narren und ganz vielen Kindern, die reichen Süßigkeitenregen von den Dorfern erwarten. Am Abend gab es dann noch eine Fete.