Zirkus

Zirkus Charles Knie verzichtet beinahe auf Tiere

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Fünf Tage lang gastiert der Zirkus in Sigmaringen. Papageien und Hunde schmücken das Programm. Sonst gehört den Artisten die Manege.
Veröffentlicht:09.08.2022, 05:00
Aktualisiert:09.08.2022, 05:01

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Vom 10. bis 14. August gastiert der Zirkus Charles Knie auf dem Festplatz bei der Stadthalle Sigmaringen . Mit seiner neuen „On-Stage-Produktion“ will er den Zirkus der Zukunft präsentieren und zum Trendsetter für eine ganze Branche werden. Dennoch soll mit der alten Tradition des eigentlichen Zirkus` nicht gebrochen werden. Freuen dürfen sich große und kleine Besucher auf jede Menge Tanz, Clownerie und Akrobatik sowie ein fulminantes Wasserspektakel mit einer bunten Lasershow. Tierschützer können sich etwas zurücklehnen - bis auf Papageien und Hunde sind Tiere im Programm ausgeklammert.

Schickes Chefbüro

Noch wird gewuselt auf dem Festplatz, Wohnwagen sind aufgestellt, im Zirkuszelt wird der Boden verlegt. „In Sigmaringen ist die Welt noch in Ordnung“, sagt Sascha Melnjak , der seit 2007 als Geschäftsführer mit dem Zirkus Charles Knie durch die Lande tourt. In der Nacht auf dem Festplatz angekommen, weiß er Wiese und schattige Bäume zu schätzen. „Wir hatten schon Asphaltplätze in der prallen Sonne, das war heftig“, sagt er mit Blick auf die aufgeheizten Wohnwagen. Zum Pressegespräch lädt er in sein Büro – ein per excellance eingerichteter Anhänger mit Einbaumöbeln, Küchenzeile, Sitzecke und einfahrbaren Büronischen.

Melnjak managt ein mittelständiges Unternehmen, 40 Künstler aus 13 Nationen sowie 50 Mitarbeiter für Aufbau, Transport, Versorgung, Kartenverkauf und sonstiges gehören zu seinem Team. „Natürlich müssen wir wirtschaftlich arbeiten und schauen, was geht und wie wir unsere Kosten decken können.“ Nicht nur Corona, sondern auch schärfere Auflagen und der Druck von Tierrechtsorganisationen haben der Zirkusbranche in der vergangenen Zeit zugesetzt und nach Neuem verlangt.

Die Lösung: eine Wassermanege

Die Lösung: Man nehme eine Wassermanege, entwickelt und vermietet von der Artistenfamilie Uronov. Hinzu gesellen sich 100 000 Liter Wasser, wiederaufbereitet und ständig mit auf Tour, sowie 40 hochkarätige Künstler aus 13 Nationen, die über, mit und unter den Wasserfontänen tanzen, jonglieren und verzaubern. Zudem hüllen 500 LED-Scheinwerfer Artisten, Kostüme und Fontänen in ein faszinierendes Farbenmeer und faszinieren bei einer Illusions- und Lasershow.

Weniger Tiere, mehr Künstler

Soweit der Zirkus der Zukunft. An dem traditionellen Zirkus wollen Melnjak und sein Ensemble dennoch festhalten. „Die eigentlichen drei Säulen - Artistik, Clownerie und Tiere - finden sich auch weiterhin in unserem Programm“, sagt der 47-Jährige. Und da die Tierdarbietungen stark reduziert wurden, werden noch mehr Künstler zu sehen sein.

Melnjak weiß, dass die Show jedes Alter ansprechen und begeistern muss, die Oma mit dem Enkel ebenso wie die Jugendlichen. Das Konzept scheint aufzugehen. Seit Pfingsten tourt der Zirkus Charles Knie durchs Ländle und Melnjak verkündet nicht ohne Stolz: „Unsere Veranstaltungen waren ausverkauft und nach allen Auftritten gab es standing ovations.“ Darauf hoffen er und sein Team natürlich auch in Sigmaringen.

Alle Infos zum Zirkus

Von Mittwoch bis Samstag wird täglich um 16 und 20 Uhr gespielt, am Sonntag um 11 und 15 Uhr. Premiere und gleichzeitig Familienvorstellung zum ermäßigten Preis ab 12 Euro ist am Mittwoch um 16 Uhr.

Eintrittskarten können täglich ab 10 Uhr an der Zirkuskasse auf dem Festplatz erworben werden. Zudem in der Buchhandlung Rabe in Sigmaringen sowie im Online-Shop unter www.zirkus-charles-knie.de und über das Ticketportal www.reservix.de

Eintrittspreise für Erwachsene 22 bis 38 Euro, Kinder 17 bis 33 Euro.