Traumtag

Tausende Menschen drängen sich durch enge Gassen

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Gutes Wetter und Open-Air-Konzert machen den 33. Sigmaringer Flohmarkt zu einem Erfolg
Veröffentlicht:31.08.2015, 09:49
Aktualisiert:23.10.2019, 23:00

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Einen Traumtag haben die Besucher Sigmaringens am Samstag beim 33. Flohmarkt des Sigmaringer HGV - die Stadtinitiative erlebt. Eine strahlende Sommersonne hat die Innenstadt der Fürstenresidenz in flirrendes Licht getaucht und damit noch einmal die Temperaturen in ferientaugliche Höhen getrieben. Urlaubsfeeling herrschte auch in den Straßen und Gassen der Stadt, in der sich ein wahrer Besucherstrom ergoss.

„Wir hätten noch 50 Stände mehr vergeben können, so groß war die Nachfrage“, sagte Waltraud Beusch , Vorstandsmitglied des HGV. Mithilfe der Assistenz ihres Vorstandskollegen Matthias Eisele, Verlagsleiter der Schwäbischen Zeitung Sigmaringen, stach sie mit drei herzhaften Schlägen das obligatorische Fass Bier vor dem Rathaus an, während Erwin Riegger im Namen des HGV - die Stadtinitiative die überaus zahlreichen Gäste begrüßte.

Die hatten ob des großen und vielfältigen Angebots die Qual der Wahl, denn es gab eigentlich nichts, was es nicht gab. Neben Kruscht und Krempel war viel Nützliches zu finden, aber auch Dinge, die die Welt nicht braucht, wie beispielsweise alte „Landser“-Heftchen, Plastikenten oder tatsächlich, eine echte ausgestopfte Kobra. „Die hat unser Großvater im Rahmen eines Teppichkaufs vor vielen Jahren erstanden“, erzählte das junge Paar aus Bingen. „Jetzt suchen wir für diese Rarität einen neuen Besitzer“.

Der Sigmaringer Flohmarkt hat sich im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte zu einem wirklichen Anziehungspunkt weit über die Region hinaus entwickelt. Das bestätigte auch Christine Lehmann von der HGV-Geschäftsstelle. „Nicht nur die Anbieter kommen teils von weit her, auch die Flohmarkt-Besucher.“ Entsprechend finden sich im Angebot etliche hochwertige und seltene Artikel sowie echte Unikate. So wie ein großer Spiegel, dessen Rahmen aus bewusst altem und verbrauchtem Holz geschreinert worden ist. Dieses charaktervolle Teil erwies sich weniger wegen seiner naturgemäßen Aufgabe des Spiegelns als Blickfänger, denn als attraktives Schmuckstück.

Jeder kommt auf seine Kosten

Liebhaber von altem massivem Werkzeug kamen ebenso auf ihre Kosten wie Brief- und Postkartenfans oder Freunde vergilbter Schwarzweiß-Fotos. Familie Jungk , die an ihrem Stand eine ganze Schachtel voll davon anbot, rätselt über die Gründe. „Für den einen sind die Frontberichte der Soldaten ein Grund, solche Briefe und Karten zu kaufen, für andere ist es die scheinbare Idylle vergangener Zeiten, die aus den alten Fotos spricht.“ Für die Familie, die kurz vor einem Umzug steht, war der Flohmarkt der ideale Anlass, sich von einigen Dingen zu trennen, die sich mit der Zeit „so ansammeln“.

War der Jungk’sche Stand zu Beginn dicht an dicht bestückt, so zeigten sich später deutliche Lücken. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Philipp Jungk über den Abverkauf. Auch andere Händler konnten auf lichter gewordene Tische und vermutlich guten Umsatz blicken. „Uns kamen die Besucher des abendlichen Open-Air-Konzerts zusätzlich zugute“, vermutete Waltraud Beusch. Es gab jedenfalls viele fröhliche Gesichter. Auch der vierjährige Dominik,der im Buggy sitzend einen Spielzeugtraktor mit Kipper an sich drückte. „So einen hat der Opa auch“, strahlte der Kleine, „mit den Lichtern obendrauf und Türen, die man aufmachen kann.“ Ob jener Herr, der in dem Moment eine mannshohe Stehlampe merkwürdigen Designs von dannen trug, auch jenes kleine Glück des frischgebackenen Besitzers verspürte, bleibt sein Geheimnis. Doch sein zufriedener Gesichtsausdruck sprach Bände.