Ausnahmezustand

Närrisches Treiben auf allen Plätzen

Semerenga / Lesedauer: 3 min

Nach Schülerbefreiung führt großer Umzug durch die Stadt – Hanfertäler Eulen laden zum Kinderball
Veröffentlicht:28.02.2019, 19:36
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Sigmaringen steht Kopf – nach kurzzeitigem Ausnahmezustand am Morgen in den Schulen und Kindergärten verlagerte sich das bunte Treiben auf den Rathausplatz und in die Innenstadt. In jedem noch so kleinen Winkel wurde geschunkelt, gelacht, gesungen und immer wieder erklang der Ruf „nauf auf d’ Stang“.

Traditionell sind am frühen Vormittag Kindergärten und Schulen von den Narren „gestürmt“ und Schüler und Kinder befreit worden. An der Geschwister-Scholl-Schule begrüßte Norbert Schwenold in seinen wunderbar fasnettauglich geschmückten heiligen Hallen letztmalig als Schulleiter seine närrischen Schüler, Lehrer und „an Ausschnitt dr Semerenger Narrawelt“, unter ihnen die Jongner Zigeiner, den Fanfarenzug und den „alten“ Zunftmeister Max Stöhr .

Gereimte Ansprache

„Schee, dass ihr älle komma seid, denn ihr hörat mei letschte Fasnetrede heit.“ Schwenold wird mit Ende des Schuljahres in Pension gehen. So nutzte er seine gereimte Ansprache, um einerseits Kritik und Lob loszuwerden, andererseits natürlich mit anzumerken, dass er der Fasnet auch weiterhin treu bleibe, denn er freue sich, „an mords Spaß zu hau, und an d`r Fasnet oifach siebne grad sei zu lau“. Den Kindern war es grad recht, nach Bonbonregen und Brezelwurf freuten sie sich auf den Umzug in der Innenstadt.

„Die fünfte Jahreszeit ist offiziell eröffnet“, tönte es vom Rathausbalkon, nachdem Hermann Brodmann nebst Gattin von der Narrenzunft Vetter Guser die zahlreichen Umzugsteilnehmer willkommen geheißen hatte. Hunderte großer und kleiner Narren zogen bei fürstlichstem Fasnetwetter durch die Sigmaringer Innenstadt.

Strahlende Wintersonne

Unter Wimpelketten, Luftballons und strahlender Wintersonne gaben sich unter anderem Fanfarenzug, Fledermäuse, Riedhexen, Bräutlingsgesellen, allerlei Zünfte und Vereine, Narren und Nichtnarren und allerlei Familien ein Stelldichein. „Es ist einfach nur toll“, war eine Familie, die erst kürzlich nach Sigmaringen gezogen ist, sichtlich beeindruckt.

Am Nachmittag bot der Kinderball der Hanfertäler Eulenzunft jede Menge Spiel und Spaß. Im Gemeindehaus St. Fidelis hatten sich knapp 300 kleine und große Narren eingefunden, um gemeinsam die Fasnet zu feiern.

Als farbenfroher Clown begrüßte Christian Stauß auf der Bühne die Kinder und lud sie sogleich zum Tanz ein. Die Hanfertäler Eulen hatten sich wie in den Jahren zuvor wieder viele kreative Spielstationen einfallen lassen.

Schönste Masken prämiert

So balancierten die Kinder Nüsse auf einem Löffel um Pylonen, fädelten Wäscheklammern auf eine Leine oder schnippten Knöpfe auf die geklebten Felder des Bühnenparketts. Und natürlich wurden zwischen all dem Tanz und Spiel auch die schönsten Masken, nach Altersgruppen gestuft, prämiert.

„Es macht immer wieder Spaß und wir sind dankbar für die Unterstützung der Firmen hier vor Ort, die uns kleine Preise zur Verfügung stellen“, erzählte „Eule“ Ute Löffler. Denn ohne diese Unterstützung wäre so manche tolle Sache, auch in der Fasnet, nicht möglich.