Doppelveranstaltung

Liste datiert Haydns Werke

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Liste datiert Haydns Werke
Veröffentlicht:30.11.2009, 15:50
Aktualisiert:26.10.2019, 07:00

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Eine bemerkenswerte Doppelveranstaltung erfreute die Zuhörer im Spiegelsaal des Staatsarchivs. Das Staatsarchiv und der Hohenzollerische Geschichtsverein hatten unter dem Titel „Haydn und “ zu einem Kammerkonzert mit dem Ensemble JADIS und zur Präsentation des Sigmaringer Musikalienkatalogs eingeladen.

Von unserem MitarbeiterDr. Werner Fischer

Zwischen den gespielten Werken erklärte Dr. Volker Trugenberger , wie es dazu gekommen war: 2009, zum 200. Todesjahr Haydns, reifte die Idee, das Jubiläum zum Anlass zu nehmen, eine Verbindung des Komponisten über einen im Sigmaringer Archiv aufbewahrten Musikalienkatalog herzustellen und ein Streichertrio Haydn-Musik spielen zu lassen.

Cosima und Filip Marius (Violinen) und Gerd Fischer (Cello) musizierten frisch zupackend, temperamentvoll, voller Witz und akzentuiert zwei Eisenstädter Trios (Hob. V/16 in C, Hob. XI/11 D) und ein Divertimento in G (Hob. V:G1) von Joseph Haydn und das Trio in h op.18 von Giovanni Battista Viotti auf ihren nach barocken Vorbildern nachgebauten Instrumenten mit Kurzhals und Darmsaiten. So kam zur Originalmusik der fast originale Klang der Instrumente hinzu.

Dr. Trugenberger gab einen Abriss der Hohenzollerischen Hofmusik, vor allem zur Zeit des selber musizierenden Erbprinzen Karl Friedrich, auf den die Stiftung der Orgel in St. Johann (1762) zurückgeht. Dessen Freude an der Musik war gepaart mit Sparsamkeit; so wurden nur solche Beamte eingestellt, die auch singen oder ein Instrument spielen konnten.

Und nun zur Verbindung Sigmaringen/Haydn: 1766 wurde ein Musikalienkatalog erstellt mit allen bei Hofe vorhandenen Noten; unter den Komponisten war Haydn der am häufigsten gespielte. Als Anthony van Hoboken von 1927 an in 50-jähriger Arbeit das Chronologische Verzeichnis aller Werke Haydns erarbeitete, wurde diese fast vergessene Quelle auf einmal wichtig: Einige Werke, die im Katalog verzeichnet waren, konnten nur an Hand dieser Sigmaringer Liste vor 1766 datiert werden. Seit 1971 werden die Werke Haydns mit der Hoboken-Nummer gezählt, abgekürzt „Hob.“. Und so kündigte der Referent das letzte Werk vorschriftsmäßig als Haydns „Eisenstädter Trio in C-dur, Hoboken V Nr. 16“ an. Für den reichen Beifall bedankte sich das junge und sympathische Ensemble mit Musik von Haydn. Beim Rausgehen konnten die Besucher das aufgeschlagene Buch mit den Incipes der Werke Haydns bewundern.