Landeserstaufnahmeeinrichtung

Kretschmann ärgert sich über Bareiß-Brief zur LEA

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

In der LEA Sigmaringen leben deutlich mehr Flüchtlinge als vorgesehen. Deswegen hat der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß einen Brief an Kretschmann geschrieben. Der hat jetzt geantwortet.
Veröffentlicht:15.11.2022, 16:14
Aktualisiert:15.11.2022, 17:01

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In der Debatte um die Belegung der Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) für Flüchtlinge in Sigmaringen hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart zum Brief des Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß (CDU) geäußert. „Das hat mich geärgert“, so Kretschmann, ohne Bareiß namentlich zu nennen.

Er bitte doch alle „auch Bundestagsabgeordnete, sich mit uns zu besprachen, bevor man Briefe schreibt und an die Presse verteilt, um Stimmung zu machen.“

Bareiß hatte an Kretschmann geschrieben, um auf die Lage in der LEA aufmerksam zu machen. Er bat darum, die Belegung deutlich zu reduzieren. Dafür spricht sich auch Bürgermeister Marcus Ehm (CDU) aus. Er wünscht sich, dass dort maximal 1000 Menschen untergebracht werden.

1800 Menschen statt 875 Plätze

Derzeit sind in Sigmaringen rund 1800 Menschen untergebracht, mehrheitlich Männer aus Syrien, der Türkei und Afghanistan. Ursprünglich sollte die Einrichtung maximal 875 Menschen Platz bieten.

Bareiß erinnerte an die Großeinsätze der Polizei in der LEA, als 100 Menschen aneinandergerieten. Auch außerhalb der Einrichtung fühlten sich vor allem Frauen unsicher. „Besonders bedrohlich wird empfunden, dass die LEA-Bewohner stets als größere Gruppe von in der Regel jüngeren Männern auftreten“, schreibt Bareiß.

Land stellt keine Änderung in Sicht

Die Landesregierung aus Grünen und CDU sieht allerdings derzeit keine Alternativen zu den bestehenden LEAs und deren Platzangebot. Es gebe weiter Gespräche, hieß es zuletzt. Kretschmann selbst sagte am Dienstag, er werde wegen der LEA nicht erneut zu Gesprächen in Sigmaringen sein.

Er sei dort in diesem Jahr bereits gewesen, um sich über die Unterbringung von Ukrainern und Ukrainerinnen zu informieren. Diese werden allerdings nicht mehr in Sigmaringen aufgenommen, sondern vor allem in Meßstetten.

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