Jahreskonzert

Kapelle spielt abwechslungsreiche Musik

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Beim Jahreskonzert der Musikkapelle Laiz kommen alle Zuhörer auf ihre Kosten
Veröffentlicht:30.03.2015, 17:32
Aktualisiert:24.10.2019, 04:00

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Die junge Saxophonistin Franziska Peschke hat gekonnt durch das gut zweistündige Programm des Jahreskonzerts geführt, das die Musikkapelle Laiz am Samstagabend gegeben hat. „Lassen Sie mit der Kraft der Musik Ihren Alltagsstresss los und genießen Sie“, sagte sie zu Beginn.

Aber zuerst begrüßte der Vorstand Peter Ramsperger die politischen Mandatsträger der Gemeinde: Wolfgang Querner, Wolfgang Schärer, Winfried Kretschmann sowie Ernst Behringer mit ihren Ehefrauen. Auf die Frage Schärers, warum er ein regelmäßiger Gast bei Konzerten der Laizer Musikkapelle sei, sagte Behringer: „Weil die Laizer halt besser spielen!“

Die Musiker gaben unter der Leitung ihres Dirigenten Jürgen Ott ihr Bestes. Es war eine Freude, die konzentriert ihren Part spielenden jungen Menschen in ihren schmucken Uniformen vor heimischem Kulissenbild spielen zu sehen.

Das Motto des Abends bekräftigend, eröffnetete ein Stück von Markus Goetz mit dem Titel „Mit der Kraft der Musik“ die Melodienabfolge. Nach einer schwungvollen Polka von Carl Michael Ziehrer führte das Stück „At the break of Gondwana “ des erst 30 Jahre alten Komponisten Bejamin Yeo die Emotionen und Phantasien der Zuhörer in andere Sphären. Mit monumentaler Instrumentierung, viel Schlagzeug und schnellem Taktwechsel wurde das Auseinanderbrechen des Superkontinents Gondwana vor Millionen von Jahren skizziert. Zwischen Anfangs- und Schlussakkord zauberten romantische Töne das Bild einer unberührten Natur. Nach kurzem Innehalten am Ende des Stückes belohnten Bravorufe diesen ersten Höhepunkt des Abends.

Es folgten Auszüge aus dem Musical „Elisabeth“, einem dramatischen Totentanz um die Lebensgeschichte der österreichischen Kaiserin. Die versunkene Welt der Donaumonarchie wurde vor dem inneren Auge lebendig. Walzerklänge wechselten mit Dissonanzen, schrillen Tönen und Marschmusik ab. „Die jungen Burschen müssen beschäftigt werden“, sagte Peter Ramsperger. Und in der Tat: Dass die Ausweitung des Schlagzeugregisters dem Alter und Interesse der Musiker entgegenkommt, bewies der 17-jährige Solist Michael Knaus, der am Xylophon eine Melodienfolge aus Stücken von Bizet, Mozart und Rossini zum Besten gab.

In der Pause verliehen Rainer Bermann und Peter Ramsperger fünf jungen Musikerinnen und Musiker für ihre zehnjährige Mitgliedschaft die bronzenen Ehrennadel. Schwarze Hüte, Sonnenbrillen, Anzüge und Röcke versetzten Akteure und Publikum anschließend in die Welt der Blues Brothers, des Jazz, des Swing. Big-Band- und Filmmelodien wechselten sich ab. Gefühlvoll intonierte Theresa Stehle „Besame Mucho“, gekonnt arrangiert von Markus Goetz, den die Laizer Musiker bei einem Probenwochenende kennengelernt haben.

Seinen Faible für Walzermusik bewies Jürgen Ott mit „Jazz Waltz No. 1“, einem etwas anders gearteten Walzer des Wiener Philharmonikers Otto M. Schwarz. Bei dem Lied „Hit The Road Jack“ versetzte eine Discokugel an der Turnhallendecke die begeisterten Zuhörer in Partylaune.

Da, laut Moderatorin, zu jedem Jahreskonzert der Laizer Musikkapelle eine Polka, ein Walzer und ein Marsch gehören, beendete der „Alte-Kameraden-Swing“ das Programm, was die älteren Zuhörer besonders freute.

Nun blieb es noch Peter Ramsperger vorbehalten, sich bei den 57 Musikern für den fleißigen Probenbesuch und bei den vielen Helfern hinter den Kulissen und vor allem dem Dirigenten Jürgen Ott für den Konzertabend zu bedanken. Eine Berlinfahrt mit einem Konzert in der Landesvertretung Baden-Württemberg kündigte er in seiner Schlussrede ebenfalls an. Mit der entsprechenden Zugabe, dem Gassenhauer „Das ist die Berliner Luft“, verabschiedete sich die Laizer Musikkapelle.

Das geneigte Publikum, allen voran Bürgermeister Schärer , bedankte sich stehend mit großem Applaus für den musikalisch anregenden und aufregenden Abend.