Hundehaltung

Hundehaltung wird ab Januar strenger

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Einige Halter im Kreis Sigmaringen kennen nicht einmal die bestehenden Regeln, stellen Tierärzte fest. Dabei geht es vor allem um Auslauf – und um quälende Amputationen.
Veröffentlicht:06.12.2022, 05:00
Aktualisiert:11.12.2022, 07:30

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Nachdem schon zu Beginn des Jahres die Hundeverordnung verschärft wurde, kommen nun zum Jahreswechsel weitere Regeln hinzu.

Hintergrund ist offenbar, dass die neue Verordnung noch nicht allen Haltern im Kreis Sigmaringen bekannt zu sein scheint, wie das Landratsamt laut Pressemitteilung von Amtstierärztinnen und -ärzten erfahren hat. Das sind die Regeln im Überblick:

So viel Auslauf brauchen Hunde mindestens

Der Fokus bei den aktualisierten Regeln liegt auf dem Auslauf, den die Tiere bekommen sollten. Dieser sollte im Freien, außerhalb eines Zwingers, stattfinden – und zur jeweiligen Rasse passen. Ein Husky brauche zum Beispiel mehr Auslauf als ein Chihuahua, sagt Caroline Messerschmidt , Sprecherin des Landratsamts.

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Der Gesetzgeber hatte ursprünglich zweimal täglich je eine Stunde Auslauf vorschreiben wollen, es schließlich aber doch nicht getan. Dieser Wert sei aber eine gute Orientierung, sagt sie:

Aus tierärztlicher Sicht sollte diese Zeit in der Regel nicht unterschritten werden.

Caroline Messerschmidt, Sprecherin des Landratsamts Sigmaringen

Problematisch wird es, wenn sich die Folgen von mangelndem Auslauf bemerkbar machen, sei es durch zu lange Krallen, Muskelschwund oder Aggressionen. Stellt ein Mitarbeiter des Veterinäramts solche Symptome fest, untersucht ein Amtsarzt das Tier.

Ab Januar verboten sein wird die Anbindehaltung mit einer Laufvorrichtung. Tierschutzkonform sei diese Regelung schon lange nicht mehr, ab dem neuen Jahr ist sie nicht mehr erlaubt. Der Grund dafür ist laut Messerschmidt, dass diese Anbindungsart die Verletzungsgefahr für Tiere erhöhe und sie in ihrem Freiraum einschränke.

Bisher sei sie erlaubt gewesen, weil sie dem Hund zumindest etwas Bewegungsmöglichkeit gibt. Kontrollen soll es aber laut Landratsamt weiterhin nicht geben. Das Veterinäramt schreite nur bei Hinweisen ein.

Das gilt für Halsbänder

Stachelhalsbänder oder andere Mittel, die dem Tier Leid zufügen, sind sowohl im Alltag als auch in der Hundeausbildung seit Anfang des Jahres verboten.

Amputationen aus Schönheitsgründen sind verboten

Manche Zuchtmerkmale sind Tierquälerei. Betroffen sind zum Beispiel Tiere, die zu kurze Schnauzen haben und deshalb röcheln. Solche Tiere dürfen auf Ausstellungen nicht mehr gezeigt werden, so die Pressemitteilung. Das gelte auch für Hunde mit tierschutzwidrig amputierten Ohren und Ruten . Die Zucht von Hunden mit diesen Merkmalen ist schon lange verboten.

Dass einige Hundehalter auf Amputationen zurückgreifen, hängt laut Messerschmidt mit Schönheitsbildern einer zusammen. „Ein Dobermann scheint erst durch die stehenden Ohren und die kurze Rute zu einem Dobermann zu werden“, sagt sie. Zwar hatte es dafür in der Vergangenheit oft praktische Gründe gegeben, doch die seien mit der Zeit zu einem Ideal geworden.

Eine Ausnahme gibt es aber weiterhin: Jagdhunde, die häufig im Dickicht unterwegs sind und sich darin Verletzungen an der Rute zuziehen können, dürfen laut Tierschutzgesetz amputiert werden.

Züchter müssen sich auf Veränderungen einstellen

Wer Hunde züchtet, muss sich im neuen Jahr auf etliche Veränderungen einstellen, teilt das Landratsamt mit. Gewerbsmäßig Züchter müssen zum Beispiel berücksichtigen, dass sich eine Betreuungsperson maximal um drei Würfe kümmert, weil Welpen in den ersten 20 Wochen täglich vier Stunden Umgang mit dem- oder derjenigen brauchen.

Darüber hinaus brauchen tragende Hündinnen spätestens drei Tage vor der erwarteten Geburt eine Wurfbox, in der sie sich seitlich ausstrecken können.

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