Studiengang

Hochschule schafft neuen Studiengang

Sigmaringen / Lesedauer: 3 min

Interessierte können sich jetzt für das Fach Bioanalytik bewerben – Nachfrage ist groß
Veröffentlicht:13.06.2017, 14:15
Aktualisiert:23.10.2019, 04:00

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Am Standort Sigmaringen der Hochschule startet zum kommenden Wintersemester ein neuer Studiengang: Der Bachelor Bioanalytik soll naturwissenschaftliches Fachwissen mit fundierter analytischer Methodenkompetenz kombinieren. Interessierte Studienanfänger können sich jetzt bewerben.

Einer von denen, die im Vorfeld des Starts ziemlich viel Stress haben, ist Prof. Dr. Philipp Heindl . Der 41-Jährige kam vor knapp zwei Jahren an die Hochschule und übernimmt die Leitung des neuen Studiengangs. Zuvor war Heindl mehrere Jahre als Laborleiter im Lebensmittelbereich tätig. Er erklärt, worum es konkret geht: „Am Ende ihres Studiums können die Studierenden im Labor idealerweise nicht nur mit den Instrumenten umgehen“, sagt er. „Sie haben dann hoffentlich auch die Kompetenz, bestehende Systeme zu optimieren und weiterzuentwickeln.“ In sieben Semestern werden den Studierenden die entsprechenden Methodenkompetenzen vermittelt, im sechsten Semester entscheiden sie sich zwischen den Wahlrichtungen Pharmaanalytik und Lebensmittelanalytik.

„Es wird weniger Routine geben“

Ein Schwerpunkt des Studiengangs soll auf der Automatisierung von Labor- und Analyseprozessen und dem damit verbundenen Datenmanagement liegen. Angewandt wird das Ganze beispielsweise im Kliniklabor: Automatisierte Prozesse sollen Ungenauigkeiten minimieren, die Technik wird im Labor der Zukunft die „Fehlerquelle Mensch“ wohl mehr und mehr zurückdrängen. Klingt irgendwie nach Science-Fiction, in der die Maschine den Menschen ersetzt? Und das bisschen Arbeit, das für den Menschen übrig bleibt, wird langweilig? Ganz und gar nicht, sagt Philipp Heindl. „Die Arbeit im Labor bedeutet für den Laboranten mehr Wartung als heute“, sagt er. „Die Fehlersuche wird herausfordender, es wird weniger Routine geben.“ Umso wichtiger sei es, Fachkräfte auszubilden, die die entsprechende Problemlösungskompetenz haben. „Es gibt viele Leute, die Analysen durchführen können“, sagt Heindl. Es gebe aber nur wenige, die Analysemethoden einführen können oder ein Verständnis zur Lösung von Problemen mitbringen.

Grund für die Entwicklung eines neuen Studiengangs seien Anfragen von großen, regionalen Diagnostiklaboren gewesen, sagt Prof. Dr. Andreas Schmid, Dekan der Fakultät Life Sciences. „Die Industrie sieht einen großen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften im Bereich Bioanalytik.“ Vor der Einrichtung des Studiengangs wurden 180 Fragebögen zu Bedarf und Anspruch an regionale und überregionale Unternehmen verschickt. Zusätzlich wurden Telefoninterviews geführt, um den Bedarf abzuklären.

Berufsaussichten sind vielfältig

Entsprechend gut sind nach Ansicht der Hochschule die Berufsaussichten für Absolventen: Sie können in den Bereichen Diagnostik, Labormanagement, Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung, Laborautomation und Analysesysteme sowie Verbraucherschutz arbeiten oder eine wissenschaftliche Karriere in der biomedizinischen Forschung anstreben. Wer einen höheren Abschluss machen möchte, hat an der Hochschule mit dem Master Biomedical Sciences eine Perspektive bis zur Promotion.

Bis es soweit ist, absolvieren die Studenten etliche Module. „Im Grundstudium nehmen wir so viel wie möglich aus den bestehenden Modulen der anderen Studiengänge“, sagt Heindl. Hinzu kommen rund zehn ganz neu entwickelte Module, die größtenteils vom bisherigen Personal übernommen werden. Darüber hinaus wurde für den neuen Studiengang eine neue Professorenstelle geschaffen, die noch nicht besetzt ist. „Das Verfahren läuft“, sagt Heindl.

Bis zum 15. Juli können sich Studienanfänger für einen der 25 Studienplätze bewerben, die ersten Bewerbungen sind bereits eingegangen.

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