Arbeitslosenbestand

Arbeitslosigkeit liegt unter Vor-Krisen-Niveau

Sigmaringen / Lesedauer: 2 min

Arbeitslosigkeit liegt unter Vor-Krisen-Niveau
Veröffentlicht:31.05.2022, 13:26

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Im Mai ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Balingen um 90 gesunken. Dadurch liege der Arbeitslosenbestand um fast ein Fünftel unter dem Vorjahreswert und erreiche mit 5370 Personen den niedrigsten Wert seit zweieinhalb Jahren. Dies teilt die Agentur für Arbeit Balingen mit.

„Der Arbeitsmarkt hatte die Corona-Krise deutlich zu spüren bekommen. Aber obwohl die wirtschaftlichen Folgen von Corona längst nicht beseitigt sind, liegt die Arbeitslosigkeit unter dem Niveau zu Beginn der Krise“, sagt Anke Traber, Leiterin der Agentur für Arbeit Balingen. „Wir merken aber andererseits jetzt schon die Auswirkungen der Flüchtlingszuwanderung aus der Ukraine. Für die Geflüchteten haben unsere Betreuungsaktivitäten vor allem in den Jobcentern bereits begonnen. Die Zahl der Arbeitslosen wäre sonst noch stärker gesunken“, so Traber.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Balingen beträgt laut Mitteilung im Mai 2,9 Prozent (minus 0,1 zum Vormonat, minus 0,7 zum Vorjahr). Damit wurde erstmals seit November 2019 die Schallmauer von drei Prozent unterschritten. Im Kreis Sigmaringen sind 6,5 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Monat zuvor. Der Rückgang um 135 Personen führt zu einer Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent. Im Zollernalbkreis stieg die Arbeitslosenzahl dagegen um 35, die Quote liegt dort nun bei 3,2 Prozent. Der Anstieg ist allein in der Grundsicherung zu verzeichnen. In diesem nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II von den Jobcentern betreuten Bereich führt unter anderem die statistische Erfassung ukrainischer Geflüchteter zu einer Zunahme um 130, während in der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III die Zahl der von der Agentur für Arbeit betreuten Arbeitslosen um mehr als 80 sank. Zum Zollernalbkreis gehören die Agenturen in Albstadt mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent sowie Balingen und Hechingen mit je 2,9 Prozent.

Mit fast 900 im Mai neu gemeldeten Stellen wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter Zollernalbkreis und Landkreis Sigmaringen seit Jahresbeginn mehr als 4600 Stellen gemeldet. Der Bestand freier Stellen sieg damit auf über 5000. Nie zuvor hatte die Agentur für Arbeit so viele Stellen im Bestand.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in der Region ist weiter günstig für Jugendliche. Die Zahl der Ausbildungsstellen stieg um 8,3 Prozent auf den höchsten Mai-Stand seit vier Jahren. Von ursprünglich knapp 3000 gemeldeten Stellen sind noch mehr als 1600 unbesetzt, etwa ein Zehntel mehr als vor einem Jahr. Da die Zahl der Jugendlichen, die nach einer Ausbildungsstelle suchen, im Vergleich zum Vorjahr mit 1350 annähernd gleich blieb und davon derzeit noch etwas mehr als 600 Jugendliche noch keine Ausbildungsstelle oder eine Alternative haben, bleibt rechnerisch für jeden die Auswahl zwischen mehr als drei unbesetzten Stellen.