Arztpraxis

Arztpraxis entsteht im alten Kindergarten

Scheer / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Scheer investiert 30000 Euro – Räume sollen nur dem Übergang dienen
Veröffentlicht:29.01.2015, 10:33
Aktualisiert:24.10.2019, 06:00

Von:
Artikel teilen:

Ein Arzt möchte sich in der Stadt Scheer niederlassen. Der Gemeinderat ebnet alle Wege, damit dies gelingt. Der ursprüngliche Plan war, im Erdgeschoss des ehemaligen Pflegeheims eine Arztpraxis einzurichten. Dies hatte Bürgermeister Jürgen Wild vor wenigen Wochen bekannt gegeben. Doch dies braucht einen längeren Vorlauf, weil es Teil der Stadtsanierung werden soll.

Diese Zeit hat der Arzt, der sich niederlassen möchte, aber nicht. Die Kassenärztliche Vereinigung hat ihm den ersten April als Frist gesetzt: An diesem Tag muss der Arzt seine Praxis geöffnet haben, sonst verfällt die erteilte Genehmigung. Deshalb haben sich Arzt und Verwaltung auf einen vorübergehenden Standort geeinigt. Der Gemeinderat hat dies in der Sitzung am Montag einstimmig befürwortet. Der vorübergehende Standort ist das Untergeschoss des alten Kindergartens am Mühlberg. Die Stadträte haben die Räume unmittelbar vor der Sitzung besichtigt. Die Stadtverwaltung hat das Baugesuch auf Nutzungsänderung vorbereitet, die Fachbehörden werden gehört, das Landratsamt ist Genehmigungsbehörde.

Zuletzt wurden die Räume im Untergeschoss des alten Kindergartens als Lagerräume genutzt. Vorher gehörten sie zu den Wohnungen des Pflegeheims. Der stellvertretende Bürgermeister Ewald Braig erläuterte die Pläne: Zur Praxis geht es über den Hof. Zwei Behandlungszimmer, ein Wartezimmer und eine Anmeldung werden eingerichtet. „Der Arzt kennt die Räume und ist mit der Planung einverstanden“, berichtete Braig.

Bauhof kann einen Teil der Arbeiten übernehmen

Nun müssen die Räume aber schnell renoviert werden. Dafür hat der Gemeinderat 30000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Bauhof wird einen Teil der Baumaßnahmen übernehmen können, rund 20000 Euro sind für Rechnungen von Handwerkern und für Material vorgesehen. „Wir werden sehen, was wir an Zuschüssen aus dem Programm der Stadtsanierung dafür bekommen können“, kündigte der stellvertretende Bürgermeister an. Der Stadt sei es jedoch wert, diese Kosten zu bezahlen, um wieder einen Arzt zu bekommen, sagte er.

Rat Christoph Auer fasste zusammen: Die Praxis müsse am ersten April eröffnen, sonst gehe die Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung verloren. Nur vorübergehend werden die Praxisräume im alten Kindergarten sein, am ursprünglichen Plan werde festgehalten, sie im ehemaligen Pflegeheim einzurichten. „Wir investieren in die eigene Infrastruktur. Das sollten wir uns leisten, um diese Chance zu nutzen. Wir tun es, damit es nicht heißt, wir seien zu geizig gewesen, um es zu ermöglichen“, sagte er.

Stellvertretender Bürgermeister Braig freute sich über den einstimmigen Beschluss und sagte: „Bürgermeister Wild wird sich noch mehr freuen: Er hat es ganz groß auf seine Fahnen geschrieben, wieder einen Arzt ins Städtle zu bekommen.“