Amateurteam

"Wir sind ein reines Amateurteam!"

Pfullendorf / Lesedauer: 3 min

"Wir sind ein reines Amateurteam!"
Veröffentlicht:29.08.2009, 13:28
Aktualisiert:26.10.2019, 09:00

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Fußball-Regionalliga Süd: FC Bayern Alzenau - SC Pfullendorf (heute, 14 Uhr)

Ohnes seinen Sturmneuzugang Georges Ekounda, dessen Arbeitserlaubnis noch nicht vorliegt und ohne den rotgesperrten Nico Schneck, reist der SC Pfullendorf heute zum FC Bayern Alzenau. Die Gastgeber, die im im städtischen Stadion "Rother Strauch" spielen, sind als Vizemeister aus der Hessenliga in die Regionalliga Süd aufgestiegen. Alzenau trägt "Bayern" im Klubnamen und tatsächlich ist der Verein auch in Bayern beheimatet, etwa zehn Kilometer entfernt von Aschaffenburg. In die vierte Liga kam Alzenau aber als hessischer Vizemeister, denn der Meister SV Waldgirmes konnte und wollte die hohen DFB-Auflagen nicht erfüllen, verzichtete schon im Frühjahr auf den Lizenzantrag. Seit 2005 spielte Alzenau in der Hessenliga, vorher in Hessen in der Landesliga. Aus diesem Klub, der 1992 auf eigenen Wunsch aus der bayerischen Landesliga Nord in den Landesverband Hessen gewechselt ist, kommen einige bekannte Spieler, von denen Nationalspieler Heiko Westermann sicherlich der prominenteste ist. Sportlich lief es für die Nordwest-Bayern bisher alles andere als zufrieden stellend. Nur ein Punkt aus drei Spielen steht auf der Habenseite, womit Alzenau den vorletzten Tabellenplatz belegt. In diesem Sommer ließ die 20 000-Einwohner-Stadt das Stadion für die Auflagen des DFB "trimmen", investierte knapp 500 000 Euro. Der VIP-Raum wurde neu gestaltet, Sitz- und Stehränge sowie Zäune gebaut und vieles mehr. Derzeit fehlt noch die Überdachung der Tribüne auf der Gegengeraden, was aber in Angriff genommen wird. Trainer beim FC Bayern Alzenau ist schon seit dem 1. Juli 2001 Klaus Reusing (42) , der den erfolgreichen Weg der letzten Jahre mit dem zweifachen Aufstieg aus der Landesliga Hessen bis in die Regionalliga Süd maßgeblich mitgestaltet hat. Vor dem heutigen Duell mit dem SC Pfullendorf sprach SZ-Mitarbeiter Dirk Meier über die aktuelle Situation in Alzenau.

SZ : Herr Reusing, wie kommen Sie zurecht in der neuen Spielklasse?

Klaus Reusing: Wenn ich mir die Tabelle anschaue, dann reicht es noch nicht. Gegen den Mitaufsteiger Sonnenhof-Großaspach haben wir ein 1:1 geholt. Das war es dann aber auch schon. Alle Mannschaften in dieser Liga sind besser als die Spitzenteams in der Hessenliga in der vorigen Saison. Wir werden uns steigern müssen, wenn wir unser Ziel Klassenerhalt erreichen wollen.

SZ: Wie groß ist denn der Unterschied zur Oberliga Hessen ?

Reusing: Enorm, aber damit hatte ich gerechnet.

SZ: Arbeiten Sie unter Profibedingungen oder als Amateure?

Reusing: Wir sind ein reines Amateurteam. Auch ich gehe noch einer anderen Arbeit nach.

SZ: Wie ist die sportliche Seite beim FC Bayern Alzenau organisiert?

Reusing: Unser Sportlicher Leiter Dieter Heine, mein Co-Trainer Stefan Lutz und ich arbeiten im Vorfeld auf die Spiele hin. Wir teilen uns die Beobachtungen und ich habe ein paar Kontakte zu anderen Vereinen. Aber wir haben auch schon gegen Gegner gespielt, die wir nicht beobachtet hatten.

SZ: Wie verhält es sich mit dem SC Pfullendorf?

Reusing: Die Pfullendorfer habe ich in Frankfurt beobachtet, wo sie 0:1 verloren haben. Da hatten Sie am Anfang Probleme, haben dann aber gut mitgehalten. Es ist eine kompakte Mannschaft mit einem sehr guten Torwart und einem sehr guten Kapitän. Da kommt einiges auf uns zu.

SZ: Wie wollen Sie gegen den SC Pfullendorf zum Erfolg kommen?

Reusing: Wir haben sicher gegenüber den meisten Mannschaften einige Defizite. Wir müssen mit Hingabe und viel Engagement an die Aufgaben ran gehen. Auch gegen Pfullendorf.

SZ: Wie stellt sich die personelle Situation in Ihrem Kader dar?

Reusing: Gesperrt ist bei uns niemand. Aber ich habe drei Verletzte. Tony Boateng, Robin Prey und Tim Franz stehen nicht zur Verfügung. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Stürmer Christoph Werner.