Tagesstätte

Tagesstätte am Stadtgarten zieht an den Rosslauf um

Pfullendorf / Lesedauer: 3 min

Betriebserlaubnis läuft im Juni 2017 ab – Gemeinderat beschließt Standortwechsel
Veröffentlicht:27.10.2016, 21:38
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

Von:
Artikel teilen:

Die statischen Mängel an der Tagesstätte am Stadtgarten in Pfullendorf sind so gravierend, dass die Betriebserlaubnis für den Kindergarten im Juni 2017 ausläuft. In seiner Sitzung am Donnerstagabend hat der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, den bisherigen Standort deshalb aufzugeben und einen neuen Kindergarten beim Wohngebiet Rosslauf zu bauen. Die Anzahl der Betreuungsplätze soll steigen, dafür gibt die Einrichtung den Hort für zwölf Schulkinder an die Grundschule am Härle ab. Die Kosten für den Neubau bezifferte Bürgermeister Thomas Kugler auf rund 3,2 Millionen Euro.

Wie Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter im Gemeinderat erläuterte, sind die statischen Probleme so groß, dass der Kindergarten abgerissen werden muss. Ein Neubau direkt nebenan gestalte sich wegen des laufenden Betriebs sowie des dichten Baumbestands und der Hanglage schwierig. „Am Rosslauf könnten wir den Kindergarten vollkommen entspannt bauen und wenn er fertig ist, könnten alle einfach umziehen“, sagte Peter.

Genug Platz für Entwicklung

Bei der Suche nach einem neuen Standort sei die Verwaltung relativ schnell auf das Areal beim Wohngebiet Rosslauf gestoßen, sagte der Stadtbaumeister. Dort – an der Straße Richtung Brunnhausen – gebe es genug Platz für den Kindergarten samt Außenbereich und Parkplätzen. „Direkt in der Nachbarschaft befindet sich unsere Bauentwicklungsfläche für die kommenden 15 Jahre. Dort wird in nächster Zeit viel passieren“, sagte Thomas Kugler.

Zurzeit würden in der Tagesstätte 24 Kinder in zwei Gruppen betreut, erläuterte Hauptamtsleiter Hans-Jürgen Rupp . Hinzu komme ein Hort für zwölf Schulkinder. Diesen gibt der Kindergarten mit dem Umzug an den Rosslauf an die Grundschule am Härle ab. „Der Standort gehört an die Schule und dort sind genügend Räume vorhanden“, sagte Rupp. Der Weg vom neu gebauten Kindergarten zur Grundschule sei zu weit. „Das gleiche Team kann die Hortkinder am neuen Standort genauso gut betreuen wie am alten.“

Die Anzahl der Betreuungsplätze soll im Neubau hingegen aufgestockt werden. Geplant sind drei altersgemischte Gruppen für jeweils 20 Kinder. Hinzu kommt eine Krippengruppe für Kleinkinder. Eine Ganztagsbetreuung soll es sowohl für die jüngeren als auch für die älteren Mädchen und Jungen geben. Erzieherinnen und Elternbeirat seien beim Vorschlag für den neuen Standort zwar nicht gerade in Jubel ausgebrochen, könnten sich einen Umzug dorthin aber grundsätzlich vorstellen, berichtete der Hauptamtsleiter.

Nicht-öffentliche Begehung

Weitgehend offen blieb in der Gemeinderatssitzung die Zukunft des evangelischen Kindertagheims, das ebenfalls gravierende bauliche Mängel aufweist. Dabei hatte sich der technische Ausschuss/Betriebsausschuss bei einer Begehung unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Mai bereits ein Bild von beiden Einrichtungen gemacht.

„Fest steht, dass wir zwei neue Kindergärten brauchen“, sagte Thomas Kugler am Donnerstag. Roland Brucker (CDU) erkundigte sich, ob diese nicht am neuen Standort unter einem Dach denkbar seien. Dadurch fielen die Betriebskosten zwar sogar ein bisschen geringer aus, für sinnvoll halte er diese Option aber trotzdem nicht, antwortete der Bürgermeister. So wolle keiner der beiden Träger – weder Stadt noch evangelische Kirchengemeinde – seinen Kindergarten aufgeben. Eine Einrichtung mit insgesamt acht Betreuungsgruppen halte er zudem für zu groß – beispielsweise auch mit Blick auf das hohe Verkehrsaufkommen beim Bringen und Abholen der Kinder.

Für den Neubau des Kindertagheims stehen derweil offenbar zwei Optionen im Raum: entweder in der Nähe des bisherigen Standorts oder an der Stelle, an der die jetzige Stadtgarten-Kita abgerissen werden soll. Zumindest bei der zweiten Option müsste Pfarrer Hans Wirkner seinen Wunsch nach einer Grundsteinlegung im Jahr 2017 wohl begraben. Dann feiert die evangelische Kirche den 500. Jahrestag der Reformation.