Stadtwerke

Stadtwerke nehmen EnBW mit ins Boot

Pfullendorf / Lesedauer: 2 min

Stadtwerke nehmen EnBW mit ins Boot
Veröffentlicht:31.05.2011, 10:40
Aktualisiert:25.10.2019, 18:00

Von:
Artikel teilen:

„ Wir haben einen Meilenstein gesetzt und den Gesellschaftervertrag notariell abgeschlossen“, äußerte sich Bürgermeister Thomas Kugler im Pressegespräch hochzufrieden: Nach einigen Monaten intensiver Gespräche ist jetzt die Zusammenarbeit der Stadtwerke mit der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW) unter Dach und Fach. Gemeinsam gründeten die beiden Energieversorger rückwirkend zum 1. Januar 2011 die Regionalnetze Linzgau GmbH. Die Gesellschaft, an der die Stadtwerke zur Zeit mit 70 Prozent und die EnBW mit 30 Prozent beteiligt sind, betreibt das Stromnetz und das Wassernetz in Pfullendorf und den Ortsteilen. Frühestens zum 1. Januar 2012 soll das Gasnetz dazu kommen, wobei die Verhandlungen mit der Thüga noch nicht abgeschlossen sind.

Für die Kunden ändert sich nichts, da sich die Kooperation ausschließlich auf den Betrieb der Netze und zukünftige Investitionen in das Verteilsystem bezieht. Die Rechnungen kommen weiterhin vom bisherigen Strom- und Wasserlieferanten. Der Wechsel zu einem anderen Stromanbieter ist jederzeit möglich. Lediglich die Verteilnetze, die bisher im Stadtgebiet den Stadtwerken und in den Teilorten der EnBW gehörten, wurden in die neue Gesellschaft eingebracht.

Die Mehrheitsverhältnisse könnten sich ändern, wenn die EnBW später Netze umliegender Gemeinden mit einbringt, wobei vertraglich geregelt ist, dass Pfullendorf immer die Mehrheit hat. „Die Stadt hat die Hand drauf, egal was passiert“, sagte Kugler, „es ist uns wichtig, dass es auch in 100 Jahren noch Stadtwerke in Pfullendorf gibt.“

Schon seit längerer Zeit seien die Stadtwerke in Überlegungen, wie der teure Netzbetrieb auf mehrere Schultern gelegt werden kann, informierte Jörg-Arne Bias, Geschäftsführer der Stadtwerke, der in der neu gegründeten Gesellschaft die kaufmännische Leitung übernimmt, während Winfried Waigel von der EnBW die technische Verantwortung hat. Mehrere Möglichkeiten, darunter auch eine Kooperation mit anderen Stadtwerken in der Region, seien geprüft worden. Vor etwa zwei Jahren habe der Gemeinderat sich dann für die EnBW als Partner entschieden. „Wir stabilisieren unsere Erlöse und sichern die Arbeitsplätze“, sagte Bias, die Stadtwerke seien auf Dauer zu klein, um unter den gegebenen gesetzlichen Voraussetzungen die Qualität der Netze zu sichern.

„Wir wollen das Netz so betreiben, dass die Bürger zufrieden sind“, sagte Winfried Waigel, „wir bieten eine Versorgungssicherheit auf hohem Niveau zu einem guten Preis.“ Zwölf Mitarbeiter sorgen ab sofort für diese Sicherheit.