Teurer

Stadtwerke heben den Strompreis an

Pfullendorf / Lesedauer: 3 min

Stadtwerke heben den Strompreis an
Veröffentlicht:31.10.2016, 15:42
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

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Kunden der Stadtwerke Pfullendorf müssen ab Januar mehr Geld für ihren Strom bezahlen. Grund dafür sind vor allem die gestiegene Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und höhere Netznutzungsentgelte. Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg-Arne Bias und der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Kugler bei einem Pressegespräch am Montag mitteilten, steigt der Preis für eine Kilowattstunde Strom im Standard-Tarif von 25,99 auf 27,77 Cent. Das entspricht einer Preissteigerung von knapp sieben Prozent.

„Wir sind unglücklich mit dieser Situation, aber diese ist eine Folge aus der Bundespolitik, um die Energiewende zu schaffen“, sagt Jörg-Arne Bias. Die Preissteigerung zum Januar sei allein auf die Weitergabe externer Gebühren an die Stadtwerke-Kunden zurückzuführen. „Ohne diese externen Faktoren hätten wir die Preise stabil halten können“, sagt Thomas Kugler. Würden die Stadtwerke die Strompreise nicht anheben, müssten sie im kommenden Jahr einen Verlust in Höhe von 400000 Euro hinnehmen. „Das wäre nicht tragbar gewesen“, sagt Bias.

"Kommen um eine Erhöhung nicht herum"

Um die Folgen der Preiserhöhung zu verdeutlichen, legte der Stadtwerke-Chef am Montag die Beispielrechnung für einen Drei-Personen-Haushalt vor. Dieser verbraucht durchschnittlich 3500 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Daraus ergeben sich ab 2017 Kosten in Höhe von 81 Euro pro Monat. Hinzu kommt der unveränderte monatliche Grundpreis in Höhe von 11,67 Euro. Unterm Strich zahlt der Haushalt für seinen Strom also 92,67 Euro pro Monat – 5,19 Euro mehr als bislang.

Um Kunden mit geringem Stromverbrauch entgegenzukommen, führen die Stadtwerke mit Jahresbeginn zwei neue Tarifoptionen ein. Als Alternativen zum Standard-Tarif „Linzgau-Premium-Strom“ gibt es die Varianten „Linzgau-Premium-Strom M“ und „Linzgau-Premium-Strom S“. Der Grundpreis für den S-Tarif, der sich an Kunden mit geringem Stromverbrauch richtet, beträgt gerade einmal einen Euro pro Monat. Entsprechend höher ist der Preis pro Kilowattstunde, der sich auf 35,76 Cent beläuft. Der Grundpreis im M-Tarif, der sich an Kunden mit mittlerem Verbrauch richtet, beträgt 5,83 Euro im Monat. Hinzu kommen 30,40 Cent pro Kilowattstunde Strom.

Mit dem S-Tarif können in der Regel alle Kunden sparen, die pro Jahr weniger als 1000 Kilowattstunden Strom verbrauchen. Der M-Tarif lohnt sich für diejenigen, bei denen es zwischen 1000 und 2250 Kilowattstunden sind. „Die neuen Tarife können für Kunden mit geringem Stromverbrauch eine Entlastung von 60 bis 70 Euro pro Jahr bringen“, sagt Jörg-Arne Bias.

Die gut 5000 Stadtwerke-Kunden sind bereits per Brief über die neuen Tarife informiert worden. „Jeder hat ein Tarifblatt bekommen und als Tipp weisen wir auf unsere neuen Produkte hin“, sagt Jörg-Arne Bias. Wer daran Interesse habe, könne sich an die Service-Mitarbeiter des Energieversorgers wenden.

Bias und Kugler unterstrichen beim Pressegespräch, dass es zur Preiserhöhung keine Alternative gebe. „Letztes Mal konnten wir den Strompreis halten, doch dieses Jahr kommen wir um eine Erhöhung nicht herum“, sagte Kugler. „Die Bezugspreise sinken zwar, aber nicht in dem Maße, in dem die anderen Umlagen steigen“, ergänzte Bias. Er wies auf das bundespolitische Ziel hin, den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Energieversorgung weiter zu vergrößern. 90 Prozent der Investitionen der Stadtwerke in den vergangenen zehn Jahren seien in dieses Anliegen geflossen. So müssen die Stadtwerke beispielsweise jedem Betreiber einer Photovoltaikanlage ermöglichen, seinen Strom auch ins Netz einzuspeisen. „Stärkere Netze und neue Trassen bedeuten aber auch höhere Investitionen und steigende Netznutzungsentgelte“, sagte der Stadtwerke-Chef.

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