Meisterschaft

Noch ein Schritt bis zur Meisterschaft

Pfullendorf / Lesedauer: 4 min

Handballerinnen des TV Pfullendorf vor Titelgewinn in der Bezirksklasse
Veröffentlicht:30.03.2016, 17:21
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Mit 22:0 Punkten führen die Handballfrauen des TV Pfullendorf die Tabelle der Bezirksklasse Hegau-Bodensee an. Sechs Punkte Vorsprung hat die Mannschaft von Trainer Christian Matten (42) auf Verfolger SV Allensbach III, dazu ein deutlich besseres Torverhältnis, sodass den Linzgauerinnen im nächsten von noch drei verbleibenden Spielen bereits ein Unentschieden genügt, um Titelgewinn und Landesligarückkehr (nach sechsjähriger Abstinenz) „amtlich“ zu machen. „Da sollte eigentlich nichts mehr anbrennen“, sagt Matten, der die Mannschaft in der dritten Saison trainiert.

Der Erfolg ist kein Zufallsprodukt. Matten: „Vor drei Jahren haben wir uns im Verein vorgenommen, die Frauenmannschaft wieder nachhaltig aufzubauen.“ Mit einigen externen Neuzugängen wie Evelyn Rauscher (Tor) oder Sandra Henkel (Rückraum links) sowie Spielerinnen aus der eigenen Jugend schickt der TVP nunmehr die offenbar stärkste Frauenmannschaft der Liga auf die Platte.

Bereits im Vorjahr stand unter dem Strich der zweite Platz, der sogar zum Aufstieg gereicht hätte, weil der damalige Meister TV Engen sein Aufstiegsrecht nicht wahrnahm. Doch auch die Pfullendorferinnen fühlten sich zur Rückkehr in die Landesliga 2015 noch nicht bereit. Matten: „Wir wollten als Mannschaft noch ein Jahr reifen.“ Das ist offensichtlich gelungen. Und dies, obwohl der TVP schwer vom Verletzungspech heimgesucht wurde. Beide von Matten aus dem handballerischen Vorruhestand zurückgeholten Routiniers, Michaela Schultheiß und Anja Rupp, fielen mit schweren Blessuren aus. Schultheiß ereilte bereits am dritten Spieltag gegen Allensbach die typischste aller schweren Handballerverletzungen - ihr Kreuzband riss. Nicht minder schwer dann die Verletzung von Anja Rupp, der im Rückspiel gegen Allensbach die Achillessehne riss.

Positionen doppelt besetzt

Doch die junge Mannschaft konnte die personellen Rückschläge jeweils kompensieren. Der TVP ist ja auch breit aufgestellt. Matten: „Jede Position ist doppelt besetzt. Und das Niveau der Spielerinnen ist sehr ausgeglichen.“ Dies seien entscheidende Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Außerdem erwies sich das TVP-Team auch in spielerischer und konditioneller Hinsicht immer wieder als klar überlegen. Kein Wunder: Kaum eine andere Bezirksklassenmannschaft dürfte wie die Pfullendorferinnen bereit sein, drei Trainingseinheiten pro Woche zu absolvieren. Zweimal trifft sich die Mannschaft in der Halle, einmal geht’s zum Krafttraining ins Fitnesstudio. „Der Erfolg ist fast schon eine logische Konsequenz dieses hohen Engagements“, sagt Matten, der aber auch noch „Luft nach oben“ sieht im ein oder anderen Bereich: „Manchmal fehlt die Geduld im Abschluss. Und es fällt der Mannschaft noch schwer, wirklich 60 Minuten am oberen Limit zu spielen.“ Hin und wieder war dies allerdings auch gar nicht nötig, und die TVP-Damen hielten es dann eben so wie gute Pferde, die bekanntlich ja auch nur so hoch springen, wie sie müssen.

Matten ist froh, dass der Aufstieg bereits im kommenden Heimspiel gegen Dettingen/Wallhausen (Samstag, 9. April, 18 Uhr, Stadthalle) klar gemacht werden kann. Denn umso früher kann er die Kaderzusammenstellung für die neue Saison angehen. „Es könnte nämlich sein, dass uns die ein oder andere Spielerin aus beruflichen Gründen verlässt.“ Und auch die Frage, ob die beiden verletzten Routiniers Schultheiß und Rupp nochmal zurückkehren, ist derzeit noch offen. Dies wolle man dann beizeiten gegebenenfalls kompensieren, damit es in der Landesliga kein böses Erwachen gibt. Matten ist aber zuversichtlich: „Wenn wir es denn geschafft haben, werden wir in der Landesliga bestimmt auch mithalten können. Ziel wird dann aber erstmal sein, den Klassenerhalt zu schaffen und sich in dieser Spielklasse zu etablieren.“

Umgangston angepasst

Etabliert hat sich auch Matten bei seinen Spielerinnen. Dazu musste er sich gegenüber seiner früheren Rolle als Co-Trainer des TVP-Männerteams ein wenig umstellen: „Bei den Männer geht es ein bisschen direkter, ein bisschen rauer zu im Umgangston. Da musst du dich halt anpassen.“

In der Regel bestreiten die TVP-Frauen ihre Heimspiele vor den Heimspielen der Männer. Der Zuschauerzuspruch könnte da noch ein wenig besser sein, findet Matten. Er glaubt aber auch: „Das wird schon werden. Mittlerweile hat es sich ja herumgesprochen, dass meine Mannschaft sehr guten Handball zeigt.“