Situationskomik

Neuer Bodensee-Krimi überzeugt mit Situationskomik und ausgefeilter Sprache

Pfullendorf / Lesedauer: 2 min

Walter Christian Kärger stellt seinen Roman „Der Zorn des Zeppelin“ in der Linzgau-Buchhandlung vor
Veröffentlicht:29.04.2016, 15:47
Aktualisiert:23.10.2019, 16:00

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Friedrichshafener Lokalkolorit und kriminalistische Winkelzüge – das sind die Zutaten, mit denen Walter Christian Kärger seine Bodensee-Krimis um Kommissar Max Madlener und dessen Assistentin Harriet würzt. Am Donnerstag stellte der Autor, der 30 Jahre lang Drehbücher für Film und Fernsehen schrieb, seinen druckfrischen Roman „Der Zorn des Zeppelin“ in der Linzgau-Buchhandlung vor.

Rund 20 Bücherfreunde erhielten bei der unterhaltsamen Lesung einen großzügigen Einblick in die Handlung des dritten Krimis über die Häfler Polizeidirektion und deren arroganten Leiter Thielen: Apotheker Arbogast – zweifelsfrei Mitglied der Friedrichshafener Schickeria, wie der Leser bei der dramatischen Beerdigung der Mutter erfährt – ist schwer erkrankt. In den wenigen Monaten, die ihm noch zum Leben bleiben, will er einen perfiden Plan umsetzen und die Polizei das Fürchten lehren.

Als in der Klosterkirche Birnau ein entführtes Mädchen auftaucht und wenig später eine weibliche Leiche gefunden wird, beginnt ein abenteuerliches Katz- und Mausspiel zwischen Kommissar und Täter. Arbogast gibt seinem musikliebenden Verfolger, der bei den Ermittlungen immer einen Schritt hinter dem Bösewicht zurückzubleiben scheint, in Briefen formulierte Rätsel auf. Dass auch der Leser immer einen kleinen Informationsvorsprung hat, erzeugt zusätzliche Spannung.

Charme und Witz erhält der Krimi durch die ausgefeilte Sprache und Situationskomik, etwa durch den Blick des Autors auf die schrulligen Eigenartigkeiten seiner Figuren. Diese sind sogar in so publikumswirksame Ereignisse wie das Ablegen des Torture Ships mit seinen in Lack, Leder und viel nackte Haut gekleideten Passagieren verwickelt.

„Die Reihe geht weiter, der vierte Krimi ist schon in meinem Kopf“, sagte Walter Christian Kärger, der derzeit an einem Großstadtkrimi mit Münchner Handlung schreibt, nach der Lesung zu einem Fan, der sich nach einer Fortsetzung erkundigte.