Schulklo

Im Schulklo steht jetzt ein Wickeltisch

Pfullendorf / Lesedauer: 2 min

Im Schulklo steht jetzt ein Wickeltisch
Veröffentlicht:02.07.2009, 10:25
Aktualisiert:26.10.2019, 10:00

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„Wir sind ganz glücklich über die Aufnahme“, freut sich die Leiterin des Tagheims, Heike Heilig , über die Bereitschaft von Schulleiter Bernhard Eisele nach der verheerenden Überschwemmung, dem Kindertagheim Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, obwohl in der Sechslindenschule selbst der Platz knapp ist. „So können wir den Betrieb aufrecht erhalten“, sagt Heilig. Eine dritte Gruppe bildet derzeit einen Waldkindergarten, nur so ufert die Kinderstärke der beiden Gruppen in der Schule nicht aus.

Zwei Gruppen sind in der Sechslindenschule untergebracht, zusätzlich verzichtet die Schule auf ihren Fitnessraum. Stattdessen liegt in dem Raum jetzt ein kleines Bettchen neben dem anderen auf einer Matratze. Der Raum dient jetzt nicht mehr der körperlichen Ertüchtigung, sondern der Ruhe. „Hier haben wir den Schlafraum eingerichtet“, erläutert Heilig bei einer gemeinsamen Begehung mit Schulleiter Eisele . Und direkt neben dem Schülercafé mit dem Essensraum der Sechslindenschule wurde der Raum fürs Technische Werken in eine kleine Mensa für die Tagheimkinder umfunktioniert.

Wenn nachmittags die Klassenzimmer der Grundschüler frei werden, kann das Kindertagheim die Zimmer für die Hausaufgabenbetreuung nutzen. „Als wir von der Notlage des Tagheims gehört haben, war für uns gleich klar: wir tun, was möglich ist“, sagt Eisele. Schließlich kooperiere die Schule mit dem Tagheim schon lange gut. Grundschüler der Sechslindenschule gehen nachmittags ins Tagheim als Kinderhort.

Für die Aufnahme wurden Klassen verlegt, die 10. Klassen verzichteten auf ihre Klassenräume und erhalten ihre Unterricht in Fachräumen und sind Wanderklassen. Andere müssen ebenfalls wandern „Weil sonst die Räume fehlen“, so Eisele. Schmunzelnd fügt er hinzu. „Im Klo steht jetzt ein Wickeltisch“. Die Weitsprunggrube wird mit Hilfe eines Pavillons zum Sonnenschutz als Sandkasten genutzt. Heike Heilig hat ihren Schreibtisch im Raum des Berufseinstiegsberaters aufgebaut, der sein Büro jetzt mit ihr teilt.

Den Kindern gefällt‘s. „Manche Kinder sagen, sie kommen viel lieber hierher, weil wir jetzt Schüler sind“, sagt Heilig lachend und fügt hinzu: „Es kann aber keine Sache von Dauer sein“. Auch Bernhard Eisele sieht dem normalen Betrieb wieder entgegen und hofft, dass sie dann beim Umräumen vom Bauamt wieder so tatkräftig unterstützt werden.

Durch die Improvisation, sind sich die beiden Einrichtungen jedenfalls jetzt noch näher gekommen.