Terminhatz

Hagg muss Thomas Stocker ersetzen

Pfullendorf / Lesedauer: 5 min

Fußball-Oberliga: SSV Reutlingen - SC Pfullendorf (Sa., 15.30 Uhr, Kreuzeiche)
Veröffentlicht:29.08.2014, 21:57
Aktualisiert:24.10.2019, 10:00

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Die Terminhatz für Fußball-Oberligist SC Pfullendorf geht weiter. Bereits am heutigen Samstag, 15.30 Uhr muss die Mannschaft von Trainer Patrick Hagg beim SSV Reutlingen im Stadion an der Kreuzeiche antreten. Die Reutlinger erwarten die Gäste aus Südbaden mit der Empfehlung eines Sieges beim FV Ravensburg im Rücken. Der SC Pfullendorf hat die vergangenen drei Oberligaspiele gewonnen und reist mit breiter Brust an die Achalm.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt Trainer Patrick Hagg mit unüberhörbarer Freude über die Resultate in der vergangenen Woche in der Stimme. Und auch gegen wen seine Mannschaft die Punkte einfuhr ist dem Benzinger egal. Der Hinweis darauf, beim VfR Mannheim, den Stuttgarter Kickers II und dem Freiburger FC handle es sich um Mannschaften, die derzeit nicht unbedingt zum Kreis der Spitzenteams gehörten, ist ihm gleich. Erstens frage danach in Kürze niemend mehr, gegen wen man die Punkte geholt habe, zum zweiten sei das völlig nebensächlich. „Und Freiburg ist eine tschnisch starke Mannschaft, die werden ihre Punkte sicher noch holen.“

Und auch der Gegner vom heutigen Samstag ängstigt Hagg nicht. „Egal, ob der Sieg gegen Ravensburg jetzt kam: Je länger eine Mannschaft ohne Sieg ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann auch wieder gewinnt“, bemüht er die Statistik. Von daher kam ihm der Sieg der Reutlinger gegen Ravensburg unter der Woche vielleicht sogar gelegen. „Klar ist, dass Reutlingen in einer ganz anderen Liga spielt wie wir“, sagt Hagg und ist mit der erneuten Rolle als Außenseiter vielleicht sogar ganz zufrieden.

Kann er sein. Seine Mannschaft bot gegen den Freiburger FC eine starke Leistung. Chancenverwertung, Stellungsspiel, Defensivarbeit, das Pressen gegen den Ball - eigentlich alles passte. Hagg - und das ist gut so - schaut auf seine eigene Elf. „Es gibt eigentlich nur ein paar Kleinigkeiten, mit denen ich nicht ganz zufrieden war.“ Zufrieden war er auch mit Neuzugang Christoffer Katenda. „Er hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert, er ist weite Wege gegangen, hat sich sehr gut reingekämpft, hat mannschaftsdienlich gespielt. Und das Tor gibt ihm natürlich weiter Selbstvertrauen. Das freut mich für ihn. Das war für den Jungen gut, für sein Selbstvertrauen.“

Eine kleine Baustelle hat sich aber dennoch gegen Freiburg aufgetan. Durch die Rote Karte für Stocker sucht Hagg auf dieser Position Ersatz. Eine Möglichkeit könnte Routinier Alexander Schnetzler sein, doch erstens müsste Hagg dann seine Viererkette erneut umbauen, zweitens kommt es Haggs Spielphilosophie wohl eher entgegen, dort einen jungen Mann zu bringen, der die vielen Laufwege gehen kann, die körperlichen Voraussetzungen mitbringt. „Alexander ist sicher eine Möglichkeit, eine zweite ist, dass ich Robin Renger mal von Anfang an auf dieser Position eine Chance gebe“, macht Hagg schon ein bisschen deutlich, wen er möglicherweise eher auf der zentralen Position sieht. „Aber ich will das Abschlusstraining abwarten und dann werde ich mich entscheiden“, so Hagg am Freitagnachmittag. „Ich muss auch sehen, wer von den Spielern vielleicht eine Pause braucht. Vier Spiele in elf Tagen, das zehrt. Verdient hätte jeder mal eine Pause...“, sagt Hagg, um aber nachzuschieben: „Aber Grund zu wechseln habe ich eigentlich keinen.“

SCP legt Protest ein

Das Aufeinandertreffen mit Reutlingens Neuzugang Andreas Frick, Ex-SCP-Kapitän, bleibt Hagg heute erspart. Reutlingen bestätigte unterdessen, dass der Ex-Pfullendorfer von Homburg an die Achalm wechselt. Frick war in Homburg nicht zurechtgekommen und hatte seinen Wechsel ins Kreuzeichestadion selbst forciert. Seit Monaten buhlten die Nullfünfer um Frick, der sich dann aber im Sommer für Homburg entschied - wohl auch ob des lukrativeren Angebotes. In den ersten Pflichtspielen der Saarländer stand Frick nicht einmal im Aufgebot. Er erzielte mit den Homburgern einen Auflösungsvertrag. „Das ist mir egal“, sagt Hagg zu dieser Personalie.

Nicht egal dürfte ihm dagegen sein neuer Angreifer Stefan Vogler sein. Mit Vogler dem Mann aus Veringenstadt verstärke man den Angriff. Vogler selbst sagt: „Ich will erstmal wieder meinen Rhythmus finden und wieder richtig in die Spur kommen, so dass ich der Mannschaft wirklich weiterhelfen will. Wenn ich dann das gute Gefühl habe, dann bin ich bereit für die Mannschaft.“

Hagg sagt: „Er und Christoffer können auch zusammen spielen. Christoffer ist auf allen vier Offensivpositionen einsetzbar, als Mittelstürmer, auf der Zehn und auf den beiden Außen. Er ist sehr flexibel.“ In Reutlingen wird Katenda allerdings noch einmal in der Spitze auflaufen. „Stefan war drei Monate nicht im Mannschaftstraining. Er braucht noch etwas Zeit“, schließt Hagg einen Eisnatz seines Neuzugangs heute aus.

Neben Thomas Stocker muss Hagg auf die Langzeitverletzten verzichten. In Sachen Stocker, der für ein Allerweltsfoul die Rote Karte sah, hat Geschäftsführer Christian Sakru bereits am Mittwochabend angekündigt, Protest gegen das Urteil einzulegen. In der Kürze der Zeit ist bis Samstag aber wohl nicht mit einem etwaigen Freispruch zu rechnen.

SSV Reutlingen : Gurski - Bitzer, Hartmann, Schaschko, Maier - Seemann, Eiberger, Ricciardi, Schall, Bischoff - Renner.

SC Pfullendorf: Ritzler - Schnetzler, Abdulai, Springer, P. Vogler - Banoglu, Renger - Gruler, Arnold, Scherer - Katenda.

Schiedsrichter: Michael Kimmeyer (Palmbach/KA).