Bürgerrunde

Bürgerrunde greift brisante Themen auf

Pfullendorf / Lesedauer: 2 min

Bürgerrunde greift brisante Themen auf
Veröffentlicht:28.02.2012, 17:05
Aktualisiert:25.10.2019, 11:00

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An den Bürgervertretern lag’s nicht. Die vier Stadträte der Unabhängigen Liste (UL), Gisela Franke, Eva Riede-Leibbrand, Thomas Aberle und Heinz Brandt , hatten bereits eine Stunde lang im Nebenzimmer des „Boni M“ getagt, um sich auf die Gemeinderatssitzung vorzubereiten. Danach warteten sie auf Bürger, um mit ihnen zu diskutieren und Anregungen entgegen zu nehmen.

Sie wurden enttäuscht: Nur ein kleiner Personenkreis zeigte am Montag Interesse an der Kommunalpolitik, so dass UL-Gründerin Gisela Franke nicht müde wurde, darzustellen, wer eigentlich kommen wollte oder sich entschuldigt hatte. Diskutiert wurde trotzdem, und zwar angeregt und heftig.

Das Krankenhaus war an diesem Abend Thema Numero eins. Für Aufregung sorgte vor allem die geplante Verlegung der Wochenendbereitschaft der niedergelassenen Ärzte ans Krankenhaus nach Sigmaringen. Außerdem wurde der Neubau des Ärztehauses angesprochen.

Warum dieses Haus überhaupt, wenn doch im Krankenhaus Abteilungen leer stehen? Warum ein öffentlich finanzierter Neubau für eine private Arztpraxis? Warum ein Physiotherapeut, wenn doch das Krankenhaus eine eigene physiotherapeutische Abteilung hat? Entscheidungen der Klinikengesellschaft im Landkreis, zu denen die Stadträte wenig sagen konnten, sich aber jede Menge Notizen machten: „Wir werden nachfragen.“

„Wir haben eine zweite Baumreihe ausgehandelt“, erklärte Heinz Brandt, der zugleich beim Pfullendorfer Bund für Umwelt und Naturschutz engagiert ist, zum Bahnareal. Hier kamen Fragen zur Realisierung des geplanten „Grünen Bands“, der „grünen Verbindung zwischen Stadtgarten und Seepark“. Es sehe jetzt eher so aus, als werde das Gelände ein Gewerbegebiet wie jedes andere, sagte ein Gesprächsteilnehmer und stellte fest: „Demnächst gibt es nur noch aus Richtung Ostrach kein Gewerbegebiet an den Einfallsstraßen zur Stadt.“

Das dritte an diesem Abend heiß diskutierte Thema war die Innenstadt. Wenn es schon hoffnungslos sei, die Geschäfte mit Leben zu füllen, so müsse die Innenstadt zu einer interessanten Wohngegend werden, war die Quintessenz der Debatte. Angeregt wurde außerdem, den Wochenmarkt auf den besser erreichbaren Stadtgartenvorplatz zu verlegen oder sogar in Leerständen des Linzgau-Centers eine Art Markthalle einzurichten.