Sechslinde

34-Jähriger will gute Arbeit fortsetzen

Pfullendorf / Lesedauer: 3 min

Lars Brack ist Schulsozialarbeiter an Sechslindenschule
Veröffentlicht:30.03.2016, 18:26
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Damit hat Lars Brack nicht gerechnet: Noch bevor er offiziell seinen Dienst als neuer Sozialarbeiter an der Grund- und Werkrealschule Sechslinden antrat, kamen die ersten Schüler mit ihren Anliegen zu ihm. Dabei hatte seine Vorgängerin Stefanie Konrad ihn noch nicht einmal fertig eingearbeitet. „Das zeigt mir, dass die Strukturen hier offenbar seit Jahren funktionieren“, sagt Brack. Der 34-Jährige will die erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit fortsetzen, aber dabei auch eigene Akzente setzen. „Heutzutage gibt es keine klaren Wertvorstellungen mehr“, sagt er. „Ich will die jungen Menschen bei der Persönlichkeitsbildung unterstützen.“

Pfullendorf kennt Lars Brack bereits: Dort wurde er geboren, besuchte zunächst die Grundschule Sechslinden und dann die Realschule am Eichberg. Seinen Zivildienst absolvierte er im Kindergarten in Schwäblishausen, anschließend ließ er sich an der Bertha-Benz-Schule in Sigmaringen zum Erzieher ausbilden. In seinem Anerkennungsjahr arbeitete Lars Brack in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung in Reutlingen, dann holte er die Fachhochschulreife nach. Es folgten verschiedene weitere Stationen, darunter ein Bachelor-Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule in Esslingen.

Zuletzt war der Sozialpädagoge ein Jahr lang in einer stationären Wohngruppe in Sigmaringen tätig. Dort betreut das Erzbischöfliche Kinderheim Haus Nazareth Kinder und Jugendliche, die nach der entsprechenden Entscheidung des Jugendamts nicht mehr bei ihren Familien leben. „Wir haben dann für jeden einzelnen geguckt, wie es weitergehen kann“, sagt Lars Brack.

Zivilcourage vermitteln

Während seiner Berufslaufbahn interessierte sich der 34-Jährige immer stärker für die Sozialarbeit an Schulen. „Im Studium habe ich mich vermehrt mit unserem Schulsystem beschäftigt“, sagt Lars Brack. „Außerdem hat mich schwer die Frage beschäftigt, wie man jungen Menschen Zivilcourage vermitteln kann.“ Eine seine Antworten: Je früher Kinder und Jugendliche mit dem Thema konfrontiert werden, desto besser.

Als klar war, dass Stefanie Konrad die Sechslindenschule verlässt und eine neue Stelle beim Landratsamt in Sigmaringen antritt, zögerte Lars Brack nicht lange: Mit Erfolg bewarb er sich für die Sozialarbeit an der Grund- und Werkrealschule in Pfullendorf . Sein Arbeitgeber bleibt der gleiche, denn das Haus Nazareth ist auch Träger der Schulsozialarbeit an den Pfullendorfer Schulen.

Inzwischen betreut Lars Brack beispielsweise das Schülercafé, plant Präventionsprojekte und setzt sie um oder leitet den sogenannten Klassenrat. Beim Schülercafé gibt es etwa die Möglichkeit, kostenlos zu frühstücken oder Billard zu spielen.

Sitzungen des Klassenrats

Eines von Bracks ersten Präventionsprojekten widmete sich dem Thema Alkohol und im Klassenrat bekommen die Schüler die Gelegenheit, einmal pro Woche bestimmte Fragen zu diskutieren. „Die Schüler schreiben zum Beispiel auf, was sie in den vergangenen Tagen gestört hat und dann sprechen wir darüber“, sagt Lars Brack. Doch die Sitzung des Klassenrats könne auch dazu dienen, Lob für etwas oder jemanden loszuwerden.

Darüber hinaus hat sich Brack zum Ziel gesetzt, mit den Kindern und Jugendlichen grundlegende Werte zu erarbeiten. „Mein Wunsch ist, dass sich die jungen Leute klare Moralvorstellungen schaffen können und darauf aufbauend selbst Verantwortung für ihr Handeln und für die Gesellschaft übernehmen“, sagt der Schulsozialarbeiter. So könnten sich die Schüler beispielsweise selbst für Gerechtigkeit einsetzen. „Ich will ihnen zeigen, wie man eingreifen kann, wenn man etwas Ungerechtigkeit erkennt“, sagt Brack.

Der Sozialarbeiter möchte den Schülern den Grundsatz der Demokratie auch im Kleinen vermitteln. „Sie sollen erfahren, dass man nicht nur dafür oder dagegen sein kann, sondern dass es ums Aushandeln von Kompromissen geht“, sagt Lars Brack. Gleichzeitig betont er, dass seine Arbeit nicht ausschließlich ums Lösen von Problemen kreist. „Manche Schüler wollen auch einfach mal reden oder Billard spielen“, sagt er.