Seepark

28-Jähriger bleibt spurlos verschwunden - Polizei sucht im Seepark nach Leiche

Pfullendorf / Lesedauer: 4 min

Nach dem Besuch des Seepark-Festivals wird ein Mann seit dem frühen Samstag vermisst. Die Polizei sucht mit Hunden, Polizeitauchern und einem Hubschrauber nach dem Vermissten.
Veröffentlicht:01.08.2022, 14:00
Aktualisiert:01.08.2022, 17:49

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Zweieinhalb Tage nach dem Verschwinden eines 28-jährigen Besuchers des Pfullendorfer Summerty-Festivals sucht die Polizei weiterhin fieberhaft nach dem jungen Mann. Für den Fall, dass dieser im Wasser verunglückt ist, geht die Polizei davon aus, ihn nur noch tot bergen zu können.

Im Seepark ist beinahe Normalbetrieb. Wasserskifahrer drehen mit dem Lift ihre Runden. Der Badestrand ist spärlich besetzt und auf dem Wasserspielplatz ist mächtig was los. Derweil räumen Helfer das Zelt des Summerty-Festivals aus, bei dem ein 28-Jähriger zusammen mit Freunden am Freitagabend feierte.

Suchaktionen ergebnislos

Auf dem Nachhauseweg verliert sich die Spur des nach Polizeiangaben alkoholisierten Mannes. Suchaktionen in „massiver Größe“, wie es Feuerwehrkommandant Dieter Müller schildert, waren am Wochenende ergebnislos verlaufen.

Im Laufe des Sonntags ist das Ufergebiet mit Polizeihunden abgesucht worden. Die Personenspürhunde haben nach Angaben des Einsatzleiters in der Nähe des Sees angeschlagen, weshalb die Polizei davon ausgeht, dass der Mann ins Wasser gefallen sein könnte.

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Am Montag suchen deshalb Polizeitaucher im Seepark nach der Leiche des Vermissten. Die sechs Taucher der Wasserschutzpolizei Bodensee haben im hinteren Bereich bei der Minigolfanlage angefangen und arbeiten sich entlang des Ufers in Richtung des vorderen Bereichs. „Die Taucher sind an einem Seil mit einem Helfer an Land verbunden. Dadurch gelingt uns eine lückenlose Suche“, sagt der Einsatzleiter der Polizei, Markus Zengerle.

Zugewachsener See erschwert Sucharbeiten

Da der See zum Teil stark zugewachsen ist, ist es für die Taucher schwer, an die Uferbereiche zu gelangen. „Wir suchen auf Sicht in bis zu zwei Metern Tiefe und wollen möglichst wenig Schlamm und Staub aufwirbeln“, sagt der Einsatzleiter.

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Vor Ort beteiligen sich etwa 50 freiwillige Helfer und die Feuerwehr der Stadt Pfullendorf an der Suchaktion. In Begleitung der Feuerwehr teilen sich die Bekannten und Verwandten des Mannes in Gruppen auf und suchen von der Feuerwehr festgelegte Gebiete in der Nähe des Seeparks ab.

„Wir versuchen den Weg des Mannes nachzuvollziehen“, sagt der Pfullendorfer Feuerwehrkommandant, der ebenfalls im Einsatz ist. Hinter der Liegewiese koordiniert die Feuerwehr in einem Zelt den Einsatz. Notfallseelsorger begleiten die Suche vor Ort.

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Der 28-Jährige wird seit dem frühen Samstagmorgen vermisst. Den bisherigen polizeilichen Erkenntnissen zufolge war der Mann zuvor mit Bekannten auf dem Seepark-Festival „Summerty“ und trennte sich in stark alkoholisiertem Zustand gegen 1.30 Uhr von der Gruppe.

Hubschrauber im Einsatz

Etwa 45 Minuten später bestand der letzte telefonische Kontakt, seitdem fehlt von dem Vermissten jede Spur. Nachdem die Polizei am Samstagmittag verständigt worden war, wurden umfangreiche Suchmaßnahmen im Bereich des Seeparks eingeleitet, an denen unter anderem Personensuchhunde, ein Polizeihubschrauber und eine Vielzahl nicht polizeilicher Einsatzkräfte beteiligt waren.

Diese Suchmaßnahmen wurden am Sonntag fortgesetzt. Hierbei waren Polizeitaucher des Polizeipräsidiums im Einsatz im Seepark, um die dortige Wasserfläche abzutauchen. Das Ufergebiet wurde mit Polizeihunden abgesucht. Die Personenspürhunde haben nach Angaben des Einsatzleiters mehrfach angeschlagen.

Gesuchter ist 170 cm groß und schlank

Noch am Montagmorgen erklärte Oliver Weißflog, Polizeisprecher des Polizeipräsidiums Ravensburg, auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung, dass sich zu diesem Zeitpunkt bei der Suche nach dem Mann noch keine klare Spur ergeben habe. Es könne gut möglich sein, dass dieser die letzten beiden Tage bei einem Freund verbracht und sich noch nicht zurückgemeldet habe. "Das hoffen wir natürlich", sagte Weißflog.

Der Gesuchte ist etwa 170 Zentimeter groß und sehr schlank. Vor seinem Verschwinden war er bekleidet mit einem schwarzen T-Shirt mit aufgedrucktem Aldi-Logo und dem abgewandelten Text „Alki“. Weiterhin trug er eine kurze Bluejeans und dunkelgrüne Gummistiefel. Er ist Brillenträger und aufgrund starker Sehschwäche zur Orientierung auf diese angewiesen.

Die Polizei bittet Personen, die den Vermissten seit Samstagvormittag gesehen haben oder Hinweise zu seinem aktuellen Aufenthaltsort geben können, sich unter Telefon 07552/20160 beim Polizeiposten Pfullendorf zu melden.