Aprilscherz

117 000 Euro pro Saison

Pfullendorf / Lesedauer: 2 min

HSG Konstanz erhält bei Zweitliga-Aufstieg kräftig Unterstützung von der Stadt Konstanz
Veröffentlicht:29.03.2016, 19:51
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Es klingt fast wie ein Aprilscherz, doch es ist Tatsache: Neben deutlich erhöhten Sponsoring-Einnahmen durch bestehende und neue Partner erhält die HSG Konstanz bei einem Aufstieg in die Zweite Handball-Bundesliga einen Sonderzuschuss der Stadt Konstanz in Höhe von 117 000 Euro pro Saison für die nächsten drei Jahre, insgesamt also eine Summe von 351 000 Euro.

Dank der wichtigen Befürwortung des Stadtsportverbandes, der Interessenvertretung der Konstanzer Sportvereine, beschloss der Gemeinderat dazu fast einstimmig die Unterstützung „des sportlichen Aushängeschildes und Leuchtturmes der Stadt Konstanz“, so der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt . Beim Superball Ende Januar betonte das Stadtoberhaupt bereits: „Wir sind stolz auf unsere HSG in der Sportstadt Konstanz.“ Mit 1900 Fans beim Superball und einem Zuschauerschnitt von 950 Besuchern pro Heimspiel setzten die Konstanzer nach Burchardts Ansicht ein eindeutiges Zeichen, dass sie sich Zweitliga-Handball wünschen.

Argument Stadtmarketing

HSG-Präsident Otto Eblen freut sich natürlich mächtig über die von der öffentlichen Hand verabreichte Finanzspritze. Kritikern, die möglicherweise öffentliche Gelder zweckentfremdet sehen, entgegnet Eblen: „Sport-Sponsoring durch die Städte ist allgemein üblich, wird in der Regel aber verdeckt mit den Vereinen als Werbeträger für die jeweiligen Stadtwerke betrieben. Wir hingegen wollen in Konstanz niemanden täuschen, spielen da mit offenen Karten.“ Die Gegenleistung für das Geld sieht Eblen im Stadtmarketing: „Wir tragen den Namen der Stadt doch in die ganze Republik.“ Mit der jährlichen Zuwendung von 117 000 Euro seien laut Eblen die Fahrt- und Transportkosten für die gesamte Saison gedeckt. Das Gesamtjahresbudget der HSG beziffert Eblen für die 2. Liga, mit „gut 600 000 Euro“.

Der „Konstanzer Weg“, mit dem die HSG mit einer intensiven Jugendarbeit und Talentförderung in enger Zusammenarbeit und Kooperationen mit den Konstanzer Hochschulen den Spielern mit Stipendien eine hochwertige akademische Ausbildung ermöglicht, findet nicht nur bei den Entscheidungsträgern der Stadt Anerkennung. Auch Weltmeister und DHB-Junioren-Nationaltrainer Markus Baur erklärte unlängst: „Es ist doch ein toller Ansporn für alle, endlich wieder Bundesliga-Handball am Bodensee zu erleben. Ich finde den Konstanzer Weg, mit jungen Talenten und in enger Zusammenarbeit mit den Hochschulen den Spitzensport zu fördern, grandios.“