Veterinäramt

Verwahrloste Katzen in Ostrach: Veterinäramt und Gemeinde handeln

Ostrach / Lesedauer: 3 min

Nach Rettungsversuch von Tierschützern schalten sich Landratsamt und Gemeinde ein
Veröffentlicht:22.09.2022, 19:00
Aktualisiert:22.09.2022, 19:25

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Gegen 18 Uhr am Mittwochabend war es so weit: Mehrere Transporter der Tierrettung Südbaden, gefolgt von Polizei , Veterinäramt und Ostrachs Bürgermeister Christoph Schulz fuhren in Ostrach vor. Ziel war ein Einfamilienhaus, in dem eine Familie lebt, die bereits in den vergangenen Jahren in Mengen mit Verstößen gegen das Tierschutzgesetz negativ aufgefallen ist.

Halterin hat Tierhalteverbot

Im Winter 2020 wurden auf einem Hof in Mengen sieben tote Schweine und zahlreiche verwahrloste Tiere gefunden. Das Veterinäramt des Landratsamtes verhängt damals ein Tierhalteverbot gegen die Halterin. Diese ist inzwischen nach Ostrach umgezogen und hält laut Anwohner weiterhin etwa 20 Katzen.

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Nachdem Tierschützer und Anwohner bereits vor drei Wochen einen Rettungsversuch gewagt hatten, waren sie damals von der Polizei vom Gelände verwiesen worden. Die Tierschützer dürfen die Katzen nicht sichern, das obliege dem Veterinäramt, hieß es zum damaligen Zeitpunkt.

Und genau das tat das Veterinäramt nun: In einer gemeinsamen Aktion mit der Gemeinde Ostrach ist es am Mittwoch gelungen, rechtswidrig gehaltene Katzen einzufangen und unterzubringen, teilt Landratsamt Pressesprecher Fabian Oswald auf Nachfrage mit.

Drei Tiere waren krank

Zusammen mit der Tierrettung aus Radolfzell konnten zwei ausgewachsene und zwei sehr junge Katzen eingefangen werden, so Oswald. Es seien vier weitere Katzen in der Umgebung des Wohnhauses gesichtet worden. Sie einzufangen, hätte den Tieren jedoch zu viel Stress verursacht. An einem anderen Tag wollen die Behörden versuchen, die übrigen Katzen einzufangen.

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Drei der eingefangenen Tiere seien krank und behandlungsbedürftig gewesen. „Sie werden jetzt medizinisch untersucht, in einem Tierheim im südlichen Baden-Württemberg untergebracht und nach ärztlichen Behandlungen an zuverlässige und fachkundige Tierhalter abgegeben“, so Oswald.

Nachbarn beobachten das Geschehen

Ein dutzend Nachbarn standen auf dem Bürgersteig und beobachteten die Rettungsaktion. „Endlich handeln die Behörden, es wurde aber auch Zeit“, sagte ein Nachbar. Andere erzählen von gesichteten, verletzten oder toten Katzen, die bereits in der Einfahrt gefunden wurden.

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Die Anspannung war groß, als die Tierretter plötzlich mehrere Transportboxen holten. Und auch wenn es am Ende nur vier Tiere waren, die gerettet werden konnten, sind die Anwohner doch zufrieden. „Jede Katze ist wichtig. Hoffentlich wird die Situation weiterhin im Blick behalten“, sagte eine Anwohnerin.

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So auch die Resonanz der Behörden: Das Veterinäramt und die Gemeinde Ostrach werden die Situation vor Ort weiter überwachen und bei der nächsten Kontrolle versuchen, die Katzen im Außenbereich einzufangen, sollten sie immer noch anzutreffen sein, so Oswald. „Es war richtig und wichtig, dass gehandelt wurde“, sagte auch Bürgermeister Christoph Schulz .

Halterin zieht erneut um

Sowohl der Gemeinde als auch dem Landratsamt sei bekannt, dass die Frau mit ihrer Familie in nächster Zeit nach Hüttenreute im Kreis Ravensburg umziehen werde. „Die Landratsämter arbeiten in dieser Hinsicht zusammen und das Veterinäramt in Ravensburg wird entsprechend informiert“, sagte Oswald. „Das Betreuungsverbot der Tiere gilt natürlich über die Kreisgrenzen hinaus.“

Das Betreuungsverbot der Tiere gilt natürlich über die Kreisgrenzen hinaus.

Landratsamtsprecher Fabian Oswald

Der Verstoß gegen das Tierhalteverbot stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die geahndet wird. Zudem werden die Kosten für die Wegnahme, die tierärztliche Untersuchung und die Unterbringung im Tierheim in Rechnung gestellt. Wie hoch die Kosten im Einzelnen sind, steht noch nicht fest.

Fall wird noch vor Gericht verhandelt

Der Fall beschäftigte nicht nur das Landratsamt, sondern auch die Justiz. Aktuell wird noch immer auf eine gerichtliche Entscheidung zum Tierhalteverbot gewartet. Die Verhandlung beim Amtsgericht in Bad Saulgau soll jedoch erst frühestens Ende des kommenden Jahres starten, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ravensburg.

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