Datenautobahn

Meßkirch fährt Anfang 2013 auf die Datenautobahn

Meßkirch / Lesedauer: 3 min

Dietershofen und Langenhart sollen zuerst berücksichtigt werden -- Schnelles Internet als Standortsicherung
Veröffentlicht:31.01.2012, 17:05
Aktualisiert:25.10.2019, 12:00

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Die Bürger aus Meßkirch und den Ortsteilen sind seit gestern der Auffahrt auf die Datenautobahn ein großes Stück näher gekommen. Die Firma Neckarcom aus Stuttgart hat von der Breitbandversorgungsgesellschaft im Landkreis Sigmaringen den Zuschlag als Betreiber erhalten. Bürgermeister Arne Zwick , gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, kündigte beim Neujahrsempfang vor ein paar Wochen an, dass der Betreiber Ende Januar feststünde. Er hielt Wort. „Für Meßkirch ist dies eine ganz wichtige Infrastrukturmaßnahme, deren Bedeutung erst in ein paar Jahren deutlich wird“, so Zwick. Nicht nur für Meßkirch, denn auch Leibertingen, Wald und Sauldorf gehören zu den insgesamt neun Kommunen, die Mitglied in der Breitbandversorgungsgesellschaft sind. Insgesamt 70 Kilometer lang ist die Trasse für die Stadt Meßkirch und die benachbarten Kommunen. Ein Jahr lang hat die Firma Neckarcom nach der Vertragsunterzeichnung nun Zeit, die aktiven Komponenten aufzubauen.

Aber in welcher Reihenfolge? „Wenn es technisch möglich ist, sind zu erst Dietershofen und Langenhart an der Reihe“, sagt Zwick. Denn in diesen beiden Ortsteilen ist im Gegensatz zu den anderen Ortsteilen und der Kernstadt der Handlungsbedarf am größten – und die Verzweiflung. Die kritischen Stimmen aus Dietershofen und Langenhart wurden immer lauter, als im April 2011 die Suche nach einem Netzbetreiber ins Stocken gekommen war, weil die Ausschreibung aufgehoben wurde (die SZ berichtete). „Das Thema brennt den Menschen unter den Nägeln“, sagte damals Langenharts Ortsvorsteher Bernhard Vögtle. „Es wird immer schwieriger, den Leuten beizubringen, dass sie sich noch gedulden müssen“, ergänzte Dietershofens Ortsvorsteher Karl Droxner, der gestern von der SZ über die frohe Botschaft informiert wurde. „Das ist eine gute Nachricht, auf die alle schon lange gewartet haben. Wir brauchen hier dringend ein leistungsfähiges Internet“, so Droxner.

Aber einige Dietershofer haben wegen der Verzögerung die Geduld verloren, schlossen Ende des Jahres ein Zwei-Jahres-Vertrag mit Vodafone ab. „Da in Rast ein Sendemast gebaut wurde, sind die Bedingungen für das Täle besser, auch wenn es nur eine Funklösung ist.“

Folgen wären fatal

Zwick hofft deshalb, dass nicht noch mehr Bürger auf einen anderen Zug aufspringen. „Die Ortsteile werden nicht auf der Strecke bleiben.“ Immer wieder betonte er mehrmals in der Öffentlichkeit, dass auf keinen Fall die Auffahrt auf die Datenautobahn verpasst werden dürfe. Die Folgen ohne schnelles Internet könnten auf Dauer fatal sein. „Die Bevölkerung würde sonst dramatisch abnehmen“, so Zwick. Ein 40-Jähriger zum Beispiel würde heutzutage nie in ein Dorf ziehen, in dem es kein schnelles Internet gebe. Oder man nehme den Gmeiner-Verlag im Ehnried in Meßkirch. „Die dortigen Mitarbeiter müssen teilweise wichtige Daten von zu Hause aus verschicken“, nennt Zwick ein weiteres negatives Beispiel. Er könnte noch mehr aufzählen.

Die Beispiele zeigen aber alle, „dass die Breitbandverkabelung eine Standortsicherung bedeutet“. Das schnelle Internet bedeute zwar keinen Boom bei der Bevölkerungsentwicklung, könne aber den Schwund verhindern. Und auch die Existenz der Kindergärten und Grundschulen in den Dörfern retten. Beim nächsten Neujahrsempfang kann Zwick dann in seinem Grußwort sagen, dass Meßkirch endgültig auf der Datenautobahn ist.