Klosterstadt

Klosterstadt-Besucher kaufen in der Innenstadt

Meßkirch / Lesedauer: 2 min

Einzelhändler und Hoteliers profitieren vom touristischen Potenzial des Campus Galli
Veröffentlicht:05.09.2013, 09:21
Aktualisiert:24.10.2019, 21:00

Von:
Artikel teilen:

Drei Monate nach der Eröffnung der Campus-Galli-Baustelle haben nahezu 6000 Besucher die Klosterstadt besichtigt. Die Hoffnung, dass diese auch Meßkirch besuchen und dort Geld in den ansässigen Geschäften und Hotels lassen, hat sich erfüllt. Zumindest ist das der Trend, den die Meßkircher Einzelhändler beobachten.

„Wir können zu diesem Zeitpunkt noch keine aussagekräftigen Zahlen nennen“, sagt Heimo Sauter von Optik-Uhren-Schmuck-Sauter. „Aber wir haben auffällig mehr Laufkundschaft.“ Der 46-Jährige kennt die meisten seiner Kunden gut. Deshalb könne er auch in der Mehrzahl der Fälle neue Kunden als solche erkennen. „Etwa sechs Kunden haben explizit erwähnt, dass sie vor dem Einkauf Campus Galli besucht haben“, sagt Sauter. „Und bei vielen anderen lässt auch oft ihre Kleidung darauf schließen, dass sie einen Abstecher zur Klosterstadt gemacht haben: Die Trekkinghose und die Wanderschuhe verraten sie.“

Übernachtungszahlen steigen

Auch der Brigel-Hof in Langenhart profitiert vom Klosterstadt-Tourismus. „Die Übernachtungen sind seit Juni definitiv gestiegen“, sagt Stephanie Peter vom Brigel-Hof. Und das könnte ihrer Meinung nach an der Nähe des Hofs zur Klosterstadt liegen. „Erst letztens war ein Pärchen bei uns zu Gast. Sie hat als Freiwillige bei Campus Galli gearbeitet, und zusammen haben sie hier noch eine Woche Urlaub gemacht“, sagt sie. Gästen des Brigel-Hofs, die die Klosterstadt noch nicht kennen, empfiehlt sie den Rundweg durch den Wald. „Und die meisten wollen wiederkommen, weil sie auf die Entwicklung in den kommenden Jahren gespannt sind“, sagt Peter.

„Es bewegt sich auf jeden Fall etwas“, sagt auch Klosterstadt-Initiator Bert M. Geurten. „Wir sehen es als positives Zeichen, wenn das Klosterstadt-Projekt örtliche Einzelhändler stärkt – und umgekehrt.“

Das sieht auch Hermann Müller so. Er ist Inhaber des Schuhhauses Müller in Meßkirch, das auf breite und schmale Schuhe spezialisiert ist. „Ich glaube an eine Win-win-Situation“, sagt Müller. Viele Klosterstadt-Besucher kämen zum Einkaufen ins Schuhhaus. „Aber viele Kunden kommen von weither und wollen nach ihrem Einkauf noch etwas von Meßkirch sehen. Dann schicken wir sie zur Klosterstadt“, sagt Müller.

„Die Zahl der Urlauber in Meßkirch ist gestiegen – und die Klosterstadt hat bestimmt Anteil daran“, sagt Holger Schank, Vorsitzender der Gewerbe- und Handelsvereinigung Meßkirch (GHV). „Jeder zusätzliche Besucher ist eine Chance für die Innenstadt.“ Dennoch sei es noch etwas früh, dies in Zahlen zu belegen. Damit Einzelhändler und Klosterstadt noch mehr voneinander profitieren, soll der Zusammenschluss von 14 Hotels zu den Campus Galli Herbergen laut Schank zum Teil auf Einzelhändler ausgeweitet werden. Gemeinsam sollen etwa Campus Galli-Produkte entwickelt werden.