Moschee

Das Erdgeschoss der Moschee steht bereits

Meßkirch / Lesedauer: 3 min

In Meßkirch gehen die Arbeiten auf der Baustelle an der Mengener Straße dank des guten Wetters zügig voran
Veröffentlicht:31.08.2015, 17:39
Aktualisiert:23.10.2019, 23:00

Von:
Artikel teilen:

Die künftigen Ausmaße der Moschee an der Mengener Straße sind schon gut zu erkennen: Das komplette Erdgeschoss steht bereits. Anfang April war der Keller des Gebäudes fertig, dank des guten Wetters im Sommer sind die Arbeiten zügig vorangeschritten. „Wir sind bis jetzt sehr zufrieden, wie es läuft. Alle Beteiligten ziehen richtig gut mit“, sagt der Sprecher des türkisch-islamischen Kulturvereins der Diyanet Meßkirch, Abdullah Ari.

Die rund 120 Vereinsmitglieder wollen den Bau durch Spenden und Sponsoren stemmen. Als Kosten haben sie 800000 Euro angepeilt. „Bis jetzt mussten wir noch keinen Kredit aufnehmen“, berichtet Ari. Vergangene Woche wurden eine Bodenplatte oben auf das Erdgeschoss betoniert und Eisenflechten eingebaut.

In dem rund 300 Quadratmeter großen Erdgeschoss befinden sich später der Eingangsbereich der Moschee, Allzweckräume, Toiletten und ein Teil der Privaträume des Imam. Dessen Wohnbereich soll sich später über zwei Stockwerke erstrecken. Und Imam Akif Semizoglu packt selbst beim Bau der Moschee an – wie auch zahlreiche Mitglieder des Kulturvereins: „Die Mitarbeiter der Firmen Löhle und Holl arbeiten etwa bis 16 Uhr auf der Baustelle. Danach kommen wir und schaffen bis spät abends“, berichtet Ari. Ihn freut es, dass mehrere Angehörige verschiedener Nationalitäten an dem Moscheebau beteiligt sind: zum Beispiel Türken, Kurden und Albaner.

Unbekannte schlagen Scheiben des Lasters ein

Größere Probleme seien bisher keine aufgetreten, meint Ari. Während der Sommerferien konnten allerdings urlaubsbedingt nicht so viele freiwillige Helfer eingesetzt werden, als sonst üblich. Einen unangenehmen Vorfall habe es aber vor einigen Monaten gegeben: Bei dem Laster, der auf der Baustelle zum Einsatz kommt, wurden beide Seitenscheiben eingeschlagen. Die Polizei konnte die Täter bisher nicht ermitteln. Ob der Vorfall einen rechtsextremen Hintergrund habe, wisse Ari nicht. „Das Problem ist, dass wir keinen passenden Ersatz für die zerschlagenen Scheiben finden, weil das Fahrzeugmodell so alt ist.“ Seitdem sind die Seitenfenster mit Planen abgeklebt.

„Wenn es weiter so gut läuft, wird das obere Stockwerk noch bis Ende des Jahres fertig sein“, fährt Ari fort. In dieser Etage werden vor allem der Gebetsraum der Männer (für etwa 150 Personen) untergebracht sein und die übrigen Privaträume des Imam. Insgesamt soll das Gebäude drei Etagen haben, im obersten Stockwerk ist der Gebetsraum der Frauen – die Moschee wird über rund 900 Quadratmeter Innenfläche verfügen. Zum Abschluss erhält sie eine Kuppel und ein Minarett. „Auf die endgültige Struktur des Minaretts haben wir uns noch nicht geeignet. Es gibt da verschiedene Verfahren“, sagt Ari.

Eigenleistungen spielen große Rolle

Da bei dem Projekt Eigenleistungen eine große Rolle spielen, könne er noch keinen Termin für die Fertigstellung nennen. „Wir wollen so kostengünstig wie möglich arbeiten, dabei legen wir aber auf die Sicherheit größten Wert.“ So habe der Verein zahlreiche Metallstangen zum Abstützen im Innern selbst gekauft: „Das ist billiger gewesen als wenn wir sie gemietet hätten. Wenn wir sie nicht mehr brauchen, verkaufen wir sie wieder“, berichtet der Sprecher.

„Die Moschee soll für die Meßkircher da sein – egal welcher Nationalität oder Religion“, sagt Ari. Mit dem Bau wolle sein Kulturverein Offenheit demonstrieren und eine Begegnungsstätte schaffen.