Handelsvereinigung

Anbieter für Meßkirch-Card gesucht

Meßkirch / Lesedauer: 3 min

Gutschein-System wäre ab 500 teilnehmenden Arbeitnehmern rentabel, sagt GHV-Chef
Veröffentlicht:31.03.2016, 18:03
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Um die lokale Wirtschaft zu stärken, plant die Gewerbe- und Handelsvereinigung Meßkirch (GHV) die Einführung einer Meßkirch-Card. „Die Idee gefällt uns nach wie vor gut. Wir wägen zurzeit die Kosten-Nutzen-Faktoren ab“, sagt der GHV-Vorsitzende Manuel Nabenhauer. Zudem laufe die Suche nach einem Anbieter für das entsprechende Gutschein-System.

Erstmals war das Konzept auf der GHV-Versammlung im Mai vergangenen Jahres vorgestellt worden: Jeder Meßkircher Arbeitgeber könne demnach seinen Angestellten einen monatlichen steuerfreien Betrag von 44 Euro in Form eines Gutscheins ausbezahlen – dies sei über eine Lohnumwandlung möglich, erläutert Nabenhauer. Die Angestellten können diese Gutscheine ausschließlich in teilnehmenden Meßkircher Geschäften einlösen und so den lokalen Umsatz steigern. Die Kaufkraft bleibt somit in der Stadt.

Die neuesten Berechnungen des GHV gehen davon aus, dass ein solches System ab mindestens 500 teilnehmenden Arbeitnehmern rentabel sei. Damit würden monatlich 22000 Euro Kaufkraft in Meßkirch gebunden. Starten könnte das System mit etwa 250 Arbeitnehmern, was 11000 Euro monatlich entspricht.

Einen Termin für die Probephase gibt es noch nicht. „Momentan prüfen wir noch, welcher Anbieter der richtige ist“, sagt Nabenhauer. Über ein computerbasiertes System sei Fälschungssicherheit gegeben. „Die Kosten für entsprechende Leseterminals und die Abrechnung müssen noch geklärt werden“, sagt der GHV-Chef. Er stelle fest, dass sich im Bereich des Bezahlens sehr viel verändert habe – etwa durch Käufe über Smartphone-Apps. „Sehr viel ist zurzeit im Umbruch.“ Daher sei es wichtig, auf ein System zu setzten, das zukunftsfähig sei: „Es muss einfach sein und funktionieren.“ Zuerst werden sich wohl nur die Betriebe der GHV-Vorstandsmitglieder an einem Probelauf beteiligen, dies sind etwa zehn Stück. „Das Ergebnis ist uns wichtiger als der Zeitpunkt, wann es los geht. Wir wollen nichts überstürzen und so möglicherweise auf das falsche System setzen“, sagt Nabenhauer. Vonseiten des Finanzamts liege dem GHV-Vorstand auch noch keine rechtlich verbindliche Aussage zu ihrem Vorhaben vor: „Es will erst unser fertiges System sehen.“

Gespräche mit dem HGV Ostrach geführt

Nabenhauer fährt fort: „Es gab Gespräche mit dem Gewerbeverein Ostrach, dort ist auch ein Kartensystem im Einsatz.“ Der Handels- und Gewerbeverein Ostrach (HGV) hat am Dienstag eine Neuauflage seiner Ostrach-Card herausgegeben und sein System auf einen neuen Anbieter umgestellt. Die Ostrach-Card ist ein Rabatt-System. Kunden können beim Einkauf bei den teilnehmenden Betrieben mit der Karte Punkte sammeln, die sie später in Rabatte umwandeln können. Ein Punkt entspricht bei den meisten Betrieben einem Cent.

Die Ostrach-Card ist beliebt: Von der alten Karte sind etwa 6000 Stück im Umlauf. Das neue System ist internetbasiert. Durch das Einlesen eines Codes bucht der Händler das Guthaben auf einen Speicherplatz im Internet. Die Kunden können online einsehen, wie viele Punkte sie bekommen haben. Die Punkte gehen beim Verlust der Karte nicht verloren. Auch ist es möglich, sie in einem solchen Fall zu sperren. Hinzu kommt, dass über das neue System auch die Vergabe von 44-Euro-Mitarbeitergutscheinen (wie in Meßkirch vorgesehen) möglich ist. 13 Betriebe beteiligen sich an der neuen Ostrach-Card. Durch die Karte soll die Kaufkraft im Ort gestärkt werden.

„Außerdem schätzen wir derzeit den bürokratischen Aufwand ab, da wir ja bei der Stadt angefragt haben, ob dieser übernommen werden könnte“, berichtet Nabenhauer weiter. Die Stadt Meßkirch befürworte den GHV-Vorstoß, doch sobald Kosten entstehen und Verwaltungspersonal gebunden werde, müsste der Gemeinderat über das weitere Vorgehen entscheiden, berichtet Nabenhauer.