Rübengeisterschnitz

Rübengeisterschnitzen stärkt den Klassenzusammenhalt

Mengen / Lesedauer: 2 min

Schüler der Astrid-Lindgren-Schule pflegen die urschwäbische Tradition
Veröffentlicht:25.10.2021, 09:24

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Schon in ihrer Kindheit und Jugendzeit sei für sie das Rübengeisterschnitzen im Herbst eine aufregende Angelegenheit gewesen, erzählt Simone Nagel, Lehrerin der Astrid-Lindgren-Schule in Mengen. Diese schwäbische Tradition wollte sie den Schülern des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums näher bringen.

Deshalb hat sie zuerst die geschichtlichen Hintergründe im Unterricht mit ihren Schülern der 7. Klasse erarbeitet und so bei den Schülerinnen und Schülern das Interesse geweckt. Mit den Futterrüben vom Bauernhof ihrer Großeltern fing alles an, sagt sie. Anfangs zeigten sich die Schüler überrascht, denn bisher war ihnen nur das importierte irisch-amerikanische Halloween mit den Kürbissen ein Begriff. Nach der Theorie folgte einen Tag später die Praxis im Rübenschnitzer-Workshop, in dem die Schüler von zwei Müttern sowie einer begleitenden Lehrbegleiterin und ihrer Lehrerin Simone Nagel beaufsichtigt und beratend unterstützt wurden. Die Idee wurde durch die Plakate des Hofladens „Alten Molke“ in Ablach zusätzlich unterstützt. Der originellste Rübengeist wird prämiert, erklärt Claudia Straub, Inhaberin der „Alten Molke“ in Ablach. Sie möchte mit dieser Aktion das oberschwäbische Heimatbrauchtum an die Jugend weitergeben und so hat sie einen Gutschein als Preis ausgelobt. „Unsere Kunden fungieren als Jury, anschließend wird der Rübengeist mit den meisten Punkten prämiert“, sagte sie. Dies sei für die Schüler eine zusätzliche Motivation gewesen, so Simone Nagel.

Verschiedenes Werkzeug wird eingesetzt

Mit Laubsägen, Esslöffeln sowie Stechbeutel und verschiedenen Messern legten die Schüler los und schnitzen ihre Fantasiegebilde. Gott sei Dank habe man die Möglichkeit gehabt die benötigten Futterrüben über den Hofladen zu beziehen. „Mittlerweile ist es in unserer Region schwer geworden, an die Rüben zu kommen“, so Nagel. Sie wünsche sich, dass der eine oder andere Landwirt wieder ein paar Futterrüben anbauen möge, um der Tradition eine Chance zu geben.

So ein Projekt stärkt auch den Klassenzusammenhalt: Die Schülerinnen und Schüler machten nämlich die klare Ansage, dass sie den Gewinn alle miteinander teilen, sollte einer ihrer Rübengeister die Juroren tatsächlich überzeugen und den ersten Preis erhalten. Emanuel findet das Rübenschnitzen voll cool und eine tolle Erfahrung sei es zudem gewesen. Julia meinte, das sei spannend und verkleiden muss man sich auch nicht. Was zum Rübengeistern dazugehört, sind die Sprüche, die die Kinder aufsagten, wenn sie ihre gruseligen oder freundlichen Rübengeister mit innerer Kerzenbeleuchtung vor den Haustüren abstellen. „Wir sind die Rübengeister und haben einen Meister, gebt uns was zum Naschen für unsere Hosentaschen.“ Diesen Spruch, so Simone Nagel habe sie sich aus ihrer eigenen Rübengeisterära bewahrt und gebe ihn somit an ihre Schüler weiter.