Sonnenlugerschule

Ein Roman aus vielen Federn

Mengen / Lesedauer: 3 min

Die Schüler des Projekts „Buch macht Schule. Schule macht Buch“ bereiten eine Pressekonferenz vor
Veröffentlicht:06.12.2019, 17:05

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Schüler der Sonnenlugerschule haben in einem Workshop eine Pressekonferenz vorbereitet. Er war bereits der zweite Workshop des Projekts „Buch macht Schule. Schule macht Buch“ mit der Schriftstellerin Carola Kupfer. Die Schüler haben dabei ihre bisherige Arbeit umfangreich vorgestellt sowie den weiteren Verlauf geplant.

Von der Planung über das Schreiben bis hin zur Vermarktung gehörte alles zu den Aufgaben, die die Schüler zu bewältigen hatten und noch immer haben, um ihren eigenen Roman bald in den Händen zu halten. Jeden Montagnachmittag sowie während der Projektwoche hat die Gruppe aus 24 Fünft- und Sechstklässlern an ihrem Buch gearbeitet. Je drei Jungschriftsteller haben gemeinsam eines der acht Kapitel geschrieben. Kürzlich wurde bei einer Abstimmung der Titel festgelegt. „Die geheimnisvolle Kelten-Fibel. Ein Abenteuer auf der Heuneburg“ soll das Buch heißen, das im März kommenden Jahres erscheint.

Giovanna Nobile , eine von vier „Pressesprechern“ erzählte, dass im ersten Workshop der Plot festgelegt wurde. Ihre „Kollegin“ Leni Gerrer stellte diesen kurz vor. Die Geschichte handle von einem Schulausflug auf die Heuneburg. Eine kleine Gruppe von Kindern finde dort eine magische Fibel, die sie in die Keltenzeit zurück katapultiere. „Wir haben sogar einen Ausflug auf die Heuneburg gemacht, um uns über die Kelten zu informieren“, beschrieb „Pressesprecher“ Ansou Singhata die ambitionierten Recherchearbeiten zum Buchprojekt. Außerdem haben die Kinder bei einem Treffen mit der Polizei erfahren, was diese unternehme, wenn – wie im Buch – Kinder vermisst werden.

Carola Kupfer erhielt jedoch die Spannung: „Die große Frage ist: Schaffen es die Kinder zurück in unsere Zeit zu kommen?“ Die Regensburger Schriftstellerin ist Initiatorin des Projekts „Buch macht Schule. Schule macht Buch“. „Es war großartig, dass alle Kinder bereit waren, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen. Manche sogar bis zu acht Stück“, so Carola Kupfer begeistert.

Schüler erstellen Pressemappen und suchen Leseproben aus

Der zweite Workshop diente nun vor allem zur Vorbereitung der Pressekonferenz, die am 6. März 2020 stattfinden wird. Und das geschah ganz professionell mithilfe eines selbst erstellten Lageplans sowie einer To-Do-Liste zum weiteren Vorgehen. Dazu gehören beispielsweise das Packen von Pressemappen oder die Auswahl von Leseproben. „Pressesprecher“ Lennard Wiedergrün wies darauf hin, dass nun die Vermarktung des Buches anstehe: „Wir haben Leute für Lesungen gesucht, die in verschiedenen Büchereien stattfinden werden.“ Für ihr Buch werden die Schüler aber auch in Arztpraxen, Frisörsalons sowie in anderen Schulen werben.

Der nächste Schritt für den Text ist nun das Lektorat. Carola Kupfer wird dabei vor allem auf die Dramaturgie achten. Sie schaut sich also die Texte an und überprüft, ob die Handlung logisch entwickelt wurde: „Damit zum Beispiel auch der Leser aus Hamburg die Geschichte versteht.“ Die Endredaktion übernehmen jedoch die Schüler selbst, denn aus jeder Gruppe wurde ein Redakteur gewählt, der gegebenenfalls die eine oder andere Stelle noch verbessern wird. Im Anschluss geht das Buch in den Druck.

„In der Gemeinschaftsschule haben wir die Chance, Talente individuell zu fördern“, bewertet Schulleiter Joachim Wolf das Projekt positiv. Vielleicht steckt unter den Mengener Schülern ja tatsächlich ein großer Schriftsteller von morgen. Die Frage, wer sich auch für die Zukunft den Beruf des Schriftstellers vorstellen könne, bejahten immerhin fünf der 24 Kinder.