Schotterplatz

Bahnsprecher: „Wir sind stinksauer“

Mengen / Lesedauer: 3 min

Illegale Müllentsorgung am Bahnhof erhitzt die Gemüter – Konsequenzen angedroht
Veröffentlicht:28.10.2016, 19:29
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

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Es ist kein schöner Anblick, der sich Bahnreisenden und Passanten am Mengener Bahnhof bietet. Auf dem Schotterplatz, der als Parkplatz genutzt wird, sammelt sich immer mehr Müll an. „Wir sind stinksauer“, sagt Werner Graf, Pressesprecher der Deutschen Bahn . „Da dulden wir das Parken auf unserem Grundstück und zum Dank wird es total vermüllt.“ Er kündigt an, dasss die Bahn die Müllsünder zur Rechenschaft ziehen will.

Ausgediente Einrichtungsgegenstände, Schuhe, Kleidung, Plastikboxen, Altpapier, Elektroschrott und zahlreiche blaue Müllsäcke voller Zeug häufen sich auf dem Gelände neben dem Bahnhof. Irgendwann hat offenbar jemand angefangen, seinen Müll hier illegal zu entsorgen. In den vergangenen Wochen war dann zu beobachten, dass die Hemmschwelle immer kleiner und der Müllberg immer größer wurde. Ein tolles Bild, das sich Besuchern der Stadt, die mit der Bahn anreisen, hier zeigt.

Ordnungsamt ist nicht zuständig

„Wir sind schon auf die wilde Müllhalde aufmerksam gemacht worden“, sagt Andreas Steck, Leiter des Sachgebiets Recht, Sicherheit, Ordnung und Baurecht, zu dem auch das Ordnungsamt gehört. Da das Gelände aber kein städtisches sei, sondern der Deutschen Bahn gehöre, würde die Stadt Mengen hier nicht aktiv. „Wir räumen keinen Müll von privaten Grundstücken weg“, sagt Steck. Er habe aber die entsprechende Stelle bei der Deutschen Bahn bereits Anfang Oktober auf die Situation aufmerksam gemacht. „Eine Rückmeldung gab es bisher aber noch nicht.“

Auch bei der Anfrage der Schwäbischen Zeitung lässt sich die Bahn mit der Antwort Zeit. Als sich Pressesprecher Werner Graf dann aber aus Stuttgart meldet, tut er das wortgewaltig. „Das ist eine riesige Sauerei, die wir nicht länger dulden wollen“, sagt er. Die illegalen Müllablagerungen würden bei der Deutschen Bahn aufs Schärfste verurteilt und man wolle gegenüber den Verursachern Schadensersatzansprüche geltend machen. „Der nächste, der erwischt wird, ist dran“, konkretisiert Graf. Die Entsorgung des Mülls sei seitens der DB Immobilien veranlasst und würde wahrscheinlich innerhalb der kommenden zwei Wochen erledigt.

Parken wird geduldet

Dass man bei der Bahn „stinksauer“ ist, hat laut Graf aber auch noch andere Gründe. Die Schotterfläche neben dem Bahnhof sei nämlich offiziell gar kein Parkplatz. „Das Gelände muss öffentlich zugänglich sein, um die Holzverlade-Anlage nutzen zu kommen“, sagt er. „Sonst hätten wir alles schon längst eingezäunt.“ Dass die Fläche von den Mengenern als Parkplatz genutzt wird, werde von der Bahn geduldet.. „Zum Dank müssen wir uns dann mit illegal aufgestellten Altkleidercontainern herumschlagen und damit, dass der Bereich als Müllkippe missbraucht wird.“

Der Pressesprecher weiß aber auch, dass es nicht einfach sein wird, diejenigen zu finden, die ihren Müll hier abgelegt haben. „Wir haben kein Personal vor Ort und gehen davon aus, dass die Leute im Schutze der Dunkelheit tätig sind.“ Sollte aber doch jemand beobachtet werden und die Bahn davon erfahren, dann „geht es rund“.