Segelflugsport

Segelflugsport gewinnt neue Fans beim Flugtag

Leibertingen / Lesedauer: 3 min

Leibertinger Fluggemeinschaft vermittelt Interessierten erste Eindrücke
Veröffentlicht:30.05.2016, 09:35
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Seit sechs Jahren lädt die Fluggemeinschaft Leibertingen immer vor Saisonbeginn segelfluginteressierte Jugendliche und Erwachsene zum Schnupperfliegen auf den Segelflugplatz nach Leibertingen ein. Ursprünglich sollte der diesjährige Aktionstag am 17. April stattfinden, musste aber aus witterungsbedingten Gründen auf den gestrigen Sonntag verschoben werden. Das Wetter war zwar wieder nicht ideal, spielte jedoch bis 15 Uhr mit , sodass alle gemeldeten Teilnehmer zu zwei Windenstarts kamen.

Berthold Riester, der frühere Vorsitzende der Leibertinger Fluggemeinschaft und Ausbildungsleiter Peter Decker konnten gestern Vormittag zum „Aktionstag „Faszination Fliegen“ im Flugheim 15 interessierte Teilnehmer, meist Jugendliche, begrüßen. Sie kamen überwiegend aus der Region Meßkirch und den angrenzenden Landkreisen.

Aufgrund der unsicheren Wetterlage wollte man möglichst schnell zum Fliegen kommen. Riester führte deshalb die Teilnehmer mit wenigen Sätzen in die „Geheimnisse“ der Segelfliegerei ein und stellte anschließend die Fluglehrer Peter Decker, Manfred Kowanda, Udo Giesing und Jochen Meyer-König vor, bei denen die Teilnehmer zweimal vorne auf dem Sitz des Piloten mitfliegen und auch den Steuerknüppel mal selbst in die Hand nehmen durften.

Dass die Ausbildung zum Erlangen des Segelflugscheines sehr umfangreich ist, konnten die Teilnehmer von Ausbildungsleiter Peter Decker erfahren. „Sie gliedert sich in zwei Teile, in Theorie und Praxis, wobei in der Theorie die Themen Flugrecht, Navigation und Wetterkunde von besonderer Bedeutung sind“, informierte Decker. „In der Praxis lernt der Flugschüler zuerst am Doppelsteuer zusammen mit einem Fluglehrer die Grundlagen des Segelfliegens“, fuhr Decker fort. Der nächste Schritt ist dann der Freiflug des Flugschülers, das heißt der erste Alleinflug. „Ein besonderes Erlebnis für jeden Piloten“, sagt Decker.

Zum Schnuppertag gehörten gestern auch alle erforderlichen Vorbereitungen für den eigentlichen Segelflugbetrieb. Dazu wurden zwei Doppelsitzer, die „Burg Wildenstein“, eine ASK 21, und eine „Duo Discus“ aus der großen Flughalle geholt, auf das Fluggelände geschoben und für den Windenstart bereitgestellt. Schon vorher wurde von geschultem Personal der Tower und die Winde in Stellung gebracht. Die Flugleitung liegt in Händen von Rainer Blum, die Winde bedient Michael Schupke und als Seilrückholer agiert Udo Giesing.

Vor dem Start werden den Teilnehmern von den Fluglehrern noch die Technik im und am Segelflugzeug sowie deren Funktionsweise erklärt. Desweiteren werden sie noch in den genauen Ablauf von Start und Landung eingewiesen.

Die Duo-Discust am Start

Kurz nach 11 Uhr war es dann so weit: Das erste Segelflugzeug die, „Duo Discus“, stand am Start. Noch fehlte das Kunststoffseil, mit dem die Winde das Segelflugzeug in die entsprechende Höhe bringen soll. Deshalb erfolgte der Rückruf an die Winde: „Seilrückholer soll kommen“. Die an einer Ausbildung interessierte junge Frau und Fluglehrer Jochen Meyer-König hatten es sich bereits im „Schiff“ bequem gemacht. Helfer reichten ihnen die Gurte. Danach erfolgte im Zusammenwirken mit Ausbildungsleiter Decker die Kontrolle des Seiten- , Höhen- und Querruders sowie der Außencheck. Decker meldete: „Alles okay!“ Das Seil war mittlerweile da und an der „Duo Discus“ eingeklinkt. Die Haube war geschlossen, es konnte losgehen.

Der Flugleiter meldete: „Starklar, Seil einziehen.“ Windenfahrer Michael Schupke, auch ein Segelflieger der gerne selber fliegen würde, startete die Winde. Das Seil spannte sich, das Flugzeug begann zu rollen, wurde frei und stieg in den Himmel.

Die erste Teilnehmerin ist in der Luft. Wenig später fiel das Seil zur Erde und wurde vom Windenfahrer eingeholt und vom Rückholer wieder zum Start gebracht.

Nach einem etwa zehnminütigen Rundflug über das obere Donautal landete die „Duo Discus“ perfekt auf dem Fluggelände. Die junge Frau stieg strahlend aus dem Flugzeug und war vom Segelfliegen fasziniert. Bei wie vielen der 15 Teilnehmer die Segelfliegerei zum Hobby werden wird, ist allerdings offen.