Rückzugsorte

Kinder schaffen Rückzugsorte für Insekten

Krauchenwies / Lesedauer: 2 min

In Krauchenwies entstehen Wildblumenwiesen
Veröffentlicht:19.10.2020, 16:19

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Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler: Langsam macht sich der Herbst deutlich bemerkbar. Doch anstatt in den Winterblues zu verfallen, werden in Krauchenwies dieser Tage Flächen eingesät, die im nächsten Frühjahr als wichtige Nahrungsquellen und Rückzugsorte für Insekten dienen sollen.

Alle Flächen wurden im Vorfeld von Projektmitarbeitern des Naturparks begutachtet und die Gemeindemitarbeiter hinsichtlich der Vorbereitung, Saatmischung und Pflege beraten. Daneben fanden jeweils ein Anlage- und ein Pflegeseminar für die Blühwiesen statt.

In jeder teilnehmenden Naturparkkommune wird eine Fläche mithilfe von örtlichen Kindergarten- oder Schulkindern eingesät, die dabei einiges über die heimische Insektenwelt lernen. Filz-Mauerbiene „Wilma“ begleitet die jüngeren Kinder bei den Einsaaten. Sie wurde aus Schafwolle aus dem Naturpark von der Initiative Beuroner Filz handgemacht und trägt so indirekt auch zur Artenvielfalt bei: Weidende Schafe sind ein wichtiger Faktor für unsere Kulturlandschaft.

Ziel des landesweiten Projekts „Blühende Naturparke“ ist es, durch die Anlage von Wildblumenwiesen für Insekten ganzjährig Lebensraum und ein reichhaltiges und vielfältiges Nahrungsangebot zu schaffen. Praktisch umgesetzt wurde die Aktion Ende September mit einer engagierten Kindergruppe vom Montessori-Kinderhaus „3 Linden“ aus Hausen am Andelsbach. Die Mädchen und Jungen beschäftigen sich schon seit Längerem mit dem Leben unterschiedlicher Wildbienenarten und haben dazu selbst einen bunten Insektengarten im Außenspielbereich ihres Kindergartens angelegt. Das ganze Jahr über können dort Wildbienen beobachtet werden und als echte Naturforscher halten die Kinder ihre Beobachtungen in kleinen Naturtagebüchern fest. Zurzeit gestalten sie zusammen mit dem Meßkircher Gmeiner-Verlag ein Sachbuch rund um den Schutz der Wildbienen und produzieren auch einen Trickfilm dazu.

Deshalb war die Begeisterung bei den Kindern groß, nun auch noch eine größere Fläche für Insekten einzusäen. Voller Vorfreude und ausgerüstet mit kleinen Gießkannen trafen sie bei der Projektfläche nahe dem Feuerwehrhaus in Krauchenwies ein. Nach einer kleinen Einweisung machten sich alle voller Eifer an die Arbeit. Unterstützt wurden die Kinder dabei vom Krauchenwieser Bürgermeister Jochen Spieß.

Nach dem Aussähen hieß es „Ärmel hochkrempeln“, denn dann musste eine große Walze über den Boden gerollt werden. Nach dem abschließenden Gießen waren alle zufrieden. Jetzt sind sie gespannt, ob im Frühjahr auch alles wächst.