Eigenkomposition

Auch Eigenkompositionen sind ein besonderes Erlebnis

Hohentengen / Lesedauer: 3 min

Professor Wolfram Rehfeldt und seine Töchter Anna und Elisabeth begeistern ihr Publikum in Hohentengen
Veröffentlicht:30.10.2018, 09:46
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Gut besucht ist am Sonntagabend ein geistliches Konzert in der Kirche St. Michael in Hohentengen gewesen. Es wurde gestaltet von der Musikerfamilie Rehfeldt aus Rottenburg: dem Komponisten und Organisten Professor Wolfram Rehfeldt und seinen beiden Töchtern Anna und Elisabeth , die durch ihre exzellenten Sopranstimmen brillierten.

Zwei musikalische Höhepunkte stehen für die Außergewöhnlichkeit des Konzerts: Zum einen das berühmte „O mio babbino Caro“ von Giacomo Puccini und zum andern die Eigenkomposition von Wolfram Rehfeldt „Toccata in G“, ein wahres Meisterstück, das der Komponist vor sechs Jahren niederschrieb.

Das geistliche Konzert, das den Titel „Musik - ein Tor zum Himmel“ trug, eröffneten die drei Musiker mit dem Chorgesang „I will sing with the spirit“ (Ich werde mit dem Geist singen) aus der Feder des heute 73-jährigen englischen Komponisten John Milford Rutter. Die beiden Frauen sangen im Duett und wurden dabei von ihrem Vater an der Orgel begleitet. Bereits hier ließ sich erkennen, zu welch feinfühliger Interpretation das Trio Rehfeldt fähig ist. Hell und klar die beiden Sopranstimmen von Anna und Elisabeth Rehfeldt. Und das, obwohl Elisabeth stark erkältet war, was einer großen Selbstbeherrschung und stimmlicher Leistung zeugte. Wolfram Rehfeldt erwies sich zugleich als Meister seines Fachs an der Orgel.

Im ersten von sechs Solovorträgen auf der Orgel ließ Wolfram Rehfeldt in einem „Concerto“ in drei Sätzen von Johann Gottfried Walther, einem Freund Johann Sebastian Bachs, in beeindruckendem Spielstil sein Können aufblitzen. Hier ragte vor allem der dritte Teil, ein „Vivace“ durch seine herrliche Klarheit und Leichtigkeit heraus. Harmonie war angesagt, als Anna und Elisabeth im Duett die Motette „Surrexit pastor bonus“ (Der gute Hirte ist auferstanden) von Felix Mendelssohn-Bartholdy vortrugen.

Treffsicheres Solo

Den nachhaltigsten Einruck hinterließ das „Halleluja.“ Nach einem gefühlvoll klingenden und zart gespielten „Adagio“ von Antonio Vivaldi auf der Orgel folgte ein Solo von Elisabeth Rehfeldt, die das weltberühmte „O mio babbino Caro“ (O mein lieber Papa) von Giacomo Puccini vortrug. Schön, stark und mit Nachdruck interpretiert, geradezu traumwandlerisch die höchsten Töne präzise treffend war dies ein besonderes Hörerlebnis.

Das Konzert war außerdem geprägt von zwei Eigenkompositionen, die Wolfram Rehfeldt 2012 und 2014 schrieb: Zum einen ein „Ave Maria“, das im Duett mit Orgelbegleitung sehr eindringliche und nachhaltige Klangfolgen aufweist. Zum andern sollte das Orgelwerk „Tocata in G“ zum absoluten Höhepunkt zum Konzertende werden. Diese Art zu komponieren erinnert stilistisch an Charles-Marie Widor und Oliver Messiaen, zwei französische Komponisten. Mit diesem Stück eroberte Wolfram Rehfeldt, der in Ostrach aufwuchs und in Saulgau sein Abitur machte, vollends die Herzen des Publikums in Hohentengen . Es bedankte sich am Ende mit stehendem Applaus.