Gauselfinger

Anna und Xaver Klaiber feiern am 1. Mai ihre diamantene Hochzeit

Hettingen / Lesedauer: 3 min

Die beiden wussten gleich, dass sie zusammengehören
Veröffentlicht:28.04.2017, 16:11
Aktualisiert:23.10.2019, 06:00

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Vor 60 Jahren haben Anna und Xaver Klaiber in Hettingen geheiratet. Am Montag, 1. Mai, werden sie mit rund 40 Gästen ihre diamantene Hochzeit feiern.

Standesamtlich heirateten der Gauselfinger Xaver Klaiber und die Hettingerin Anna Ott am 30. April, kirchlich am 1. Mai. Der Pfarrer wollte an diesem Tag keine Hochzeit in seiner Kirche. Aber nachdem der Vater der Braut geraten hatte, sie sollten sagen, man könne auch in Gorheim oder Beuron heiraten, willigte der Pfarrer ein. Das Eigenheim am Anfang des Buchenwegs war fast fertig und konnte von dem Brautpaar gleich bezogen werden. Neun Monate später kam pünktlich der erste von drei Söhnen auf die Welt. Xaver Klaiber hätte sich zwar ein Mädchen gewünscht: „Aber die kamen dann später als Schwiegertöchter.“

Kennengelernt hatten sich die beiden im Jahr 1954 bei einem „Flüchtlingsball“ – organisiert von den Heimatvertriebenen – im Hettinger Gasthaus Sonne. Eine Gruppe junger Männer hatte davon gehört und kam aus Gauselfingen mit dem Motorrad. Beim Tanz kamen sich Xaver Klaiber und seine spätere Frau schnell näher: „Wir wussten gleich, dass wir zusammengehören.“ Dass man ein eigenes Haus bauen wollte, war ebenso schnell klar. Auch Xaver Klaiber hätte einen Bauplatz in Gauselfingen gehabt. Aber die Familie seiner Frau überredete ihn, in Hettingen zu bauen, schließlich wollte man die Tochter nicht gerne ziehen lassen.

Xaver Klaiber willigte ein und bereits am Tag darauf fing die Verwandtschaft auf der Apfelwiese am Buchenweg mit dem Ausgraben an. Ihm war es recht: „Ich fühle mich bis zum heutigen Tag in Hettingen wohl.“ Nach dem Tod von zwei Geschwistern, die bereits im Kindesalter starben, und der Mutter im Jahr 1953, sah er es auch als Chance, neu anfangen zu können. Er wechselte bald darauf seine Arbeitsstelle von der Gammertinger Firma Schey zur Firma Trumpf nach Hettingen und übernahm 1967 die Stelle des Hausmeisters an der Grundschule. Dazu gehörten auch die Betreuung des Schwimmbads und der Kläranlage. Seine Frau unterstützte ihn dabei von 1971 bis 1997 als Teilzeitkraft, wie zuvor beim Betrieb der „Molke“, der Milchsammelstelle der ortsansässigen Bauern. Den Friedhofsdienst als Bestattungsordner übernahm Klaiber bis 2013. Auch im Fußballverein und im Kirchengemeinderat war er viele Jahre aktiv.

In bester Erinnerung hat das Ehepaar eine Reise nach Tunesien, die sie mit ihrem jüngsten Sohn und weiteren Hettingern unternommen haben. Sie waren zu einer Hochzeit eingeladen und wurden „rundum bestens umsorgt“: „Das war der schönste Ausflug.“ Ansonsten fühlen sich die beiden in Hettingen wohl. Xaver Klaiber lobt seine Schwiegereltern: „Ich bin bis zum Schluss von ihnen verwöhnt worden.“ Trotzdem habe man die Eltern seiner Frau gesiezt und nie mit „du“ angesprochen.

Auch Anna Klaiber hat es „nie, auch nicht einen Tag“, bereut, ihren Mann geheiratet zu haben: „In unserem Verhältnis hat sich im Laufe der Jahre nichts verändert, manchmal rumpelts zwar, aber das gehört dazu.“

Dazu gehört auch, dass man Freud und Leid teilt. So trauern sie um ihren ersten Enkel, der nur wenige Tage lebte, und ihren Enkelsohn Michael, der vor zwei Jahren tödlich verunglückte. Zur diamantenen Hochzeit, die sie als „Geschenk Gottes“ sehen, kommen neben Freunden, den drei Söhnen und ihren Frauen sieben Enkelkinder und vier Urenkel. Ein gutes Verhältnis innerhalb der Familie sei das wichtigste, sagen beide.