Benefizvorstellung

Kabarettistin Marla Saris begeistert ihr Publikum

Gammertingen / Lesedauer: 2 min

Als Rentnerin Elfriede gibt die Alleinunterhalterin einen selbstironischen Ausblick auf das Älterwerden
Veröffentlicht:30.10.2017, 15:35
Aktualisiert:23.10.2019, 00:00

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Die Schauspielerin und Kabarettistin Marla Saris hat am Samstagabend eine Benefizvorstellung im Winterlinger Kleinkunsttheater K3 zugunsten des örtlichen Theaternachwuchses gegeben. Die gespendeten Eintrittsgelder kommen dem neuen Projekt „Rabe Socke“ der Winterlinger Theater-Knirpse zugute. Mit Sprachwitz, Selbstironie und umwerfend trockenem Humor begeisterte die Alleinunterhalterin Marla Saris als 75-jährige Elfriede das Publikum im Theater.

Zurecht wird die aus Herzogenaurach stammende Künstlerin mit der unvergessenen Volksschauspielerin Heidi Kabel verglichen, denn in Stil und Ausdruck kommt „Elfriede“ dieser sehr nahe. Erfrischend norddeutsch „stolpert“ sie über den für schwäbische Zungen unüberwindbaren „spitzen Stein“ und nimmt auf diese Art das Altern und die damit verbundenen Erscheinungen unter die Lupe. Dem Altersheim hat sie unter anderem den Rücken gekehrt, weil sie den Verdacht hegte, dass dort „die Salmonelle als Waffe eingesetzt wird“, wenn Überbelegung drohe. Auch seien die kulinarischen Höhenflüge der Heimküchen eher unterirdisch und auf die x-te Annette-von-Droste-Hülshoff-Lesung habe sie keinen Bock mehr gehabt. Wohl aber auf Kaffee und Kuchen. Nur werde dieser ausschließlich bei den Lesungen kredenzt. Jedenfalls habe sie es vorgezogen, wieder „frei-laufend“ statt Heiminsassin zu sein. Weil aber die mickrige Rente keine großen Sprünge erlaube, habe sie sich bei der Casting-Show „50 plus“ beworben. Denn es müsse ja einen Grund geben, wenn zur besten Sendezeit Hämorrhoidensalben und Inkontinenzeinlagen beworben würden Und weil es immer mehr Leute ihres Alters gebe, würden auch immer mehr ältere Leute für Werbespots gesucht. Deshalb habe sie nun für das Casting zwei eigene Werbespots zu den Themen Gebisshaftcreme und Blähungen einstudiert. Und nicht nur das: Um die Wirkung der Darmwind regulierenden Tropfen zu untermauern, ließ Elfriede unter lauthals lachenden Zuschauern während ihres „Werbeauftritts“ einen Hulahoop-Reifen gekonnt um ihre Hüften kreisen, um dann verblüfft festzustellen, dass diese Bewegungen anregend auf ihre Verdauung wirken. Einen hörbar entweichenden Darmwind kommentierte sie „frei nach meinem Vater“ mit: „Zieh dahin, ich kann dich nicht halten“. Mit der Darstellung ihrer „Elfriede“ vermittelte Marla Saris den Gästen eine heitere Seite des Älterwerdens, nach dem Motto: Was du nicht ändern kannst, muss auf positive Art genutzt werden“. Zum Schluss gab es begeisterten Applaus und anerkennende Pfiffe vom Publikum für die gelungene Aufführung von der Kabarettistin.

Die Künstlerin hat neben „Elfriede“ noch weitere Figuren und Sketche im Programm. Näheres unter www.marla-saris.de