Selbsthilfegruppe

Hochkarätige Experten geben Krebsleidenden Tipps

GAMMERTINEN / Lesedauer: 2 min

Hochkarätige Experten geben Krebsleidenden Tipps
Veröffentlicht:29.09.2010, 12:00
Aktualisiert:26.10.2019, 00:00

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Der Vorsitzenden der „Selbsthilfegruppe für Menschen mit Krebs“, Evi Clus, ist es wieder einmal gelungen, hochkarätige Experten nach Gammertingen einzuladen. Gekommen waren Professor Dr. Diethelm Wallwiener , Direktor der Frauenklinik in Tübingen und Dr. Mario Marx, plastischer Chirurg aus Görlitz, der auch in Berlin und Tübingen operiert. In ihren Vorträgen gingen beide auf viele wichtige Punkte in der Krebsforschung und Behandlung ein.

„Es ist wichtig, dass wir den Kontakt zueinander haben“. Prof. Wallwiener ist besonders auf die Selbsthilfegruppen gut zu sprechen, denn „diese sind auf gleicher Augenhöhe für uns Ärzte und Spezialisten ein wichtiger Partner geworden.“ Denn die Zuwendungszeiten für die Patienten in den Kliniken sind oft sehr gering, und so sei es wichtig, dass sich auch noch andere Menschen um die Erkrankten kümmern. Menschen, die mit der Krankheit auch schon ihre eigenen Erfahrung hatten.

Beide Ärzte sehen es als wichtig an, dass sich plötzlich erkrankte Menschen nicht hängen lassen oder verzweifeln, sondern selbst aktiv werden. „Gehen Sie nach der ersten Diagnose ruhig auch noch zu einem anderen Arzt, um sich dort eine zweite Meinung zu holen und gehen sie auf bereits betroffene Menschen zu.“ Wallwiener wurde dazu konkret: 70 Prozent der Erkrankten kommen auf Empfehlung anderer Frauen zu den entsprechenden Ärzten oder Kliniken.

In einer weiteren Diskussionsrunde wurde auf den Unterschied sowie die Vor- und Nachteile einer brusterhaltenden OP, einer Prothese oder Einsatz von freiem Gewebe (z. B. vom Bauch oder Rücken) eingegangen. „Implantate sind ein sicheres Produkt, halten aber nicht ewig“, meinte Dr. Marx. Gewarnt wurde vor Scharlatanerie auf dem Arzneimittelmarkt, wo im Internet zum Beispiel „wahre Wundermittel“ für mehrere tausend Euro zur Krebsbekämpfung angepriesen würden. Auch ein interessantes Thema sind die Auswirkungen von einer Chemotherapie, denn diese hat bekanntlich Haarausfall, auch von Wimpern und Augenbrauen, zur Folge. Dies hält dann viele Betroffene davon ab, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Aber das sei der falsche Weg, denn es gibt auch dort Spezialisten, die mit Haarersatz wahre Wunder vollbringen können und damit das Selbstwertgefühl der Kranken wieder steigern. Ein solcher Spezialist war zufällig im Publikum und konnte einiges dazu sagen.

Insgesamt ein gelungener Abend mit vielen interessierten Bürgern, die eingangs vom Bürgermeisterstellvertreter Sebastian Hummel begrüßt wurden. Er lobte den großen Einsatz der Selbsthilfegruppe um Evi Clus, wobei man hier nicht von einer Gruppe, sondern eigentlich schon von einem „richtigen Verein“ sprechen könne.