Schulung

Gammertingen soll blühen

Gammertingen / Lesedauer: 3 min

Planung für „Natur nah dran 2.0“ startet nach Besichtigung vor Ort und Schulung in Offenau
Veröffentlicht:31.05.2022, 15:19

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Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der für 2022 ausgewählten „Natur nah dran 2.0“-Kommunen nahmen kürzlich an einer Schulung im Rahmen des NABU-Projekts in Offenau teil. Darunter waren vier Teilnehmer aus Gammertingen: Christian Lingl-Kösel vom Stadtbauamt sowie vom städtischen Bauhof Axel Hofmann, Johannes Jaudas und Andreas Gluitz. Die Schulung war eine der ersten gemeinsamen Maßnahmen der Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von „Natur nah dran 2.0“ und ausgewählten Gemeinden.

Die Teilnehmenden erhielten Anregungen und Tipps, wie sie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Distelfinken und Schwalbenschwänze schaffen. Sie hatten bereits naturnah umgestaltete Wildstaudenflächen und Wildblumenwiesen besucht, die die Gemeinde Offenau 2018 im Rahmen des Projektes „Natur nah dran“ angelegt hatte.

Daraufhin begannen die konkreten weiteren Planungen für Gammertingen mit einer Begehung vor Ort. Dazu stießen Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt, Naturgartenplanerin Michaela Senk und Hannes Schweikardt vom NABU . Gemeinsam mit Christian Lingl-Kösel vom Stadtbauamt erkundeten sie, wie sich Grünflächen in Gammertingen naturnah umgestalten lassen. Sie nahmen Flächen in Augenschein, die im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Die Fachleute begutachteten die Standorte und gaben erste Empfehlungen. Bei besonders nährstoffreichen Flächen ist es ratsam, den gesamten Boden auszutauschen. Erst im Anschluss werden heimische Wildstauden gepflanzt oder Wildblumen eingesät. Diese brauchen besonders mageren Boden, um zu wachsen.

Die Begehung der Flächen bildet mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es an die Umsetzung. „Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld“, betonte NABU-Projektleiter Martin Klatt. Das bestätigten die Erfahrungen aus Kommunen wie Offenau, die bereits länger ihre Flächen umgestalten, so Klatt. „Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz. Auf manchen Flächen funktioniert das oft auf Anhieb gut, andere brauchen vielleicht etwas länger“, ergänzte Witt .

Wildpflanzenflächen sind gut für Insekten und sparen langfristig Arbeit. Daher lohnt sich das für die Natur. Auf den Projektflächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen, die sich im Lauf der Zeit immer weiter entwickeln. Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter. „Bei der Anlage naturnaher Flächen gibt es einiges zu beachten“, so Christian Lingl-Kösel. „Zwar sehen beispielsweise einjährige Blühmischungen im ersten Jahr toll aus, müssen aber jährlich neu eingesät werden und verursachen daher in der folgenden Zeit mehr Arbeit. Deshalb setzen wir auf mehrjährige Pflanzengemeinschaften, die zum jeweiligen Standort passen und die Flächen für viele Jahre zu wertvollen Biotopen machen.“

An der Schulung nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe der für 2022 für „Natur nah dran 2.0“ ausgewählten Kommunen teil. Das sind: Fichtenberg, Freiamt im Schwarzwald, Gammertingen, Hohentengen, Malsch, Niederstotzingen, Obersulm, Östringen, Riedlingen-Daugendorf, Riegel am Kaiserstuhl, Sinzheim, Steinheim am Albuch, Stockach, Ubstadt-Weiher, Wiesenbach.