Notariat

Freiberufliche Notare starten im Januar

Gammertingen / Lesedauer: 3 min

Gammertinger Notariat wird geschlossen – Das bedeutet: längere Wege, leer stehende Räume
Veröffentlicht:29.12.2017, 10:28
Aktualisiert:22.10.2019, 23:00

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Es ist schon seit langem bekannt, dass das Gammertinger Notariat geschlossen wird, doch Ende des Jahres wird es nun Wirklichkeit. Für die Gammertinger bedeutet das, sich müssen künftig einen freiberuflichen Notar in Sigmaringen oder in einer anderen Stadt aufsuchen, wenn sie bestimmte Dinge notariell regeln wollen.

„Das Land zieht sich weiter mit seiner Dienstleistung aus dem ländlichen Raum zurück“, sagt Bürgermeister Holger Jerg , der diese Entwicklung nicht gut findet. Das Gammertinger Notariat werde auf dem Altar der europaweiten Gleichmacherei geopfert. Das bedeute sowohl für die Stadtverwaltung als auch für die Bürger längere Wege und mehr Zeit. Allerdings muss dieser Kritik hinzugefügt werden, dass Baden-Württemberg das letzte Bundesland ist, in dem die Notariatsreform umgesetzt wird.

Der Bürgermeister ist aber auch unzufrieden, weil er befürchtet, dass das Erdgeschoss des markanten Gebäudes in der Gammertinger Hohenzollernstraße wohl längerfristig leer stehen wird. Das Land, dem das Gebäude gehört, hat erst vor wenigen Jahren den Polizeiposten im ersten Obergeschoss dieses Hauses eingerichtet. „Da mussten große statische Veränderungen vorgenommen werden“, so Jerg. Jetzt erscheine es logisch, die Polizei wäre im Erdgeschoss untergebracht. Dass das Land noch keine Idee hat, wie die Räumlichkeiten des Notariats genutzt werden können, glaubt Jerg daran zu erkennen, dass das Amt für Vermögen und Bau des Landes Baden-Württemberg im Gammertinger Rathaus angefragt hat, ob die Stadt jemanden kenne, der Interesse habe, hier einzuziehen.

Aufgaben werden geteilt

Die Aufgaben des bisherigen traditionellen Notariats werden künftig geteilt. Die notariellen Dienstleistungen wie Vorsorgevollmachten, Testamente, Grundstücksverkäufe erbringen künftig freiberuflich tätige Notare. Die Betreuungs- und Nachlasssachen des Amtsgerichtsbezirks Sigmaringen bearbeitet künftig die entsprechende Abteilung des Amtsgerichts Sigmaringen (Außenstelle Antonstraße 11, 72488 Sigmaringen, Postanschrift Karlstraße 17, 72488 Sigmaringen). Für Grundbuchsachen in den Landgerichtsbezirken Hechingen und Rottweil (also auch im Amtsgerichtsbezirk Sigmaringen) ist das zentrale Grundbuchamt Sigmaringen (Fidelis-Graf-Straße 2, 72488 Sigmaringen) zuständig.

Im Landkreis Sigmaringen wird es künftig fünf freiberufliche Notare geben: Zwei in Sigmaringen, zwei in Bad Saulgau und eine Notarin in Pfullendorf. Die bisherige Gammertinger Notarin Margot Steinhart wird Beamtin bleiben und eine Stelle beim Amtsgericht Sigmaringen erhalten. In Sigmaringen und Bad Saulgau bilden jeweils zwei freiberufliche Notare eine Sozietät und betreiben gemeinsam eine Kanzlei. Die beiden Sigmaringer Notare sind Peter Deuringer und Heiner Huber. Sie richten derzeit ihre Kanzlei in der Karlstraße 37 ein. Ab dem 8. Januar soll es offiziell losgehen. Termine können auch jetzt schon fürs nächste Jahr vereinbart werden, und zwar unter der bisherigen Notariatstelefonnummer 07571/645 25 35.

„Wir wollen für einen möglichst reibungslosen Übergang sorgen“, sagt Peter Deuringer gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“. Er macht auch deutlich, dass die freiberuflichen Notare eine Zulassung benötigen, ähnlich wie die Ärzte. Die fünf Notarstellen im Landkreis seien vorgegeben. Der Notar sei zwar freiberuflich, jedoch einer Beurkundungspflicht unterworfen und damit auch Träger eines öffentlichen Amtes.

Die beiden Sigmaringer Notare sind ab dem kommenden Jahr unter Telefon 07571/92 79 10 oder unter den Mail-Adressen www.notare-deuringer-huber.de und [email protected]

huber.de zu erreichen.