Reitkurs

Umgang mit Pferden stärkt das Selbstbewusstsein

Ennetach / Lesedauer: 3 min

Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule verbringen Projektwoche auf dem Birkenhof
Veröffentlicht:03.11.2021, 10:00

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Der Birkenhof in Ennetach ist für seine reittherapeutischen Angebote und Reitkurse bekannt, die von Michaela und Henning Roese geleitet werden. Viele Kinder und Jugendliche sind in ihrer Freizeit auf dem Hof anzutreffen. Sie übernehmen Verantwortung für die Tiere und versorgen Ponys und Pferde oft selbst. Diese Idee haben zwei Lehrerinnen der Astrid-Lindgren-Schule, Verena Fahlbusch und Stefanie Lang - selbst Reiterinnen - nun aufgegriffen und für ihre Klassen 1 und 2 als Projektwoche ausgesucht. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern haben sie täglich Zeit auf dem Birkenhof verbracht.

Selbstvertrauen entwickeln

Neben Unterrichtsfächern wie Deutsch und Mathe gibt es am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum auch Bildungsziele wie Identität oder Selbstbild. Weil dies im normalen Unterricht oft nur am Rande vorkommt, haben sich die Lehrerinnen gezielt für eine heilpädagogische Projektwoche entschieden. Ziel sei es dabei, das Selbstbewusstsein der sechs-bis achtjährigen Kinder zu wecken und zu stabilisieren. „Schon nach drei Tagen merken wir, dass einige Kinder sehr motiviert sind und mehr Selbstvertrauen entwickeln“, sagt Stefanie Lang. „Sie arbeiten bewusst auf ein Ziel hin, das hier Reiten heißt.“

Klassenzusammenhalt entwickelt sich

Die Schülerinnen und Schüler würden sich bereits jetzt selbst anders wahrnehmen. Vor allem natürlich im Zusammenspiel mit den Pferden, wenn sie sich beispielsweise trauen, diese selbst zu führen. Auch der Klassenzusammenhalt habe sich positiv verändert, was auch ein Verdienst von Sarah Pfender ist. Die Praktikantin der Reittherapie begleitet die Projektwoche vonseiten des Birkenhofes und kennt die Pferde und Stallungen.

Hier gilt 3L

Die ersten drei Stunden des Tages gehen die Kinder in der Projektwoche ihrem gewohnten Unterrichtsplan nach. Zur vierten Stunde bis zum Schulschluss gegen 12.30 Uhr sind sie dann bei Michaela und Henning Roese auf dem Birkenhof. Michaela Roese ist Sonderschullehrerin und Reittherapeutin sowie im Besitz der Trainer B-Lizenz Reiten, ihr Mann Henning ist Agrarwissenschaftler mit Schwerpunkt Pferdehaltung. Die Einführung leitete Michaela Roese und wies die Schülerinnen und Schüler darauf hin, dass die drei L-Regel im Stall ein wichtiges Muss ist. Das erste L steht für „Leise“ im Stall, das zweite für „Langsam“ in den Bewegungsabläufen gegenüber den Pferden und das dritte L betrifft den „Liebenswerten“ Umgang mit denselben im Allgemeinen. Außerdem bekamen die Kinder in der theoretischen Einweisung auch das vielfältige Putzgeschirr und die unterschiedlichen Köperteile der Pferde erklärt. Auch der Hinweis, dass sie sich einem Pferd nie von hinten nähern sollten, bekamen die Kinder mitgeteilt.

Das sind die Abläufe

Mit Begeisterung ging‘s zur Praxis über. Bevor es ans eigentliche Reiten geht, waren zuerst die täglichen Vorarbeiten wie misten, füttern, striegeln und die Stallgasse fegen zu leisten. Selbstverständlich stünden nach dem Reiten mit dem Abreiben und Hufe säubern weitere Arbeiten an. Im rollierenden Wechsel werden die Schülergruppen täglich in die unterschiedlichen Arbeiten eingeteilt, sodass jedes Kind die Vielfältigkeit der Arbeitsabläufe selber erfahren darf.

Sponsoren gesucht

Man habe schon ein paar Mal die Kooperation zwischen der Astrid-Lindgren-Schule angestrebt, sagt Henning Roese. Jetzt habe es geklappt, das sei schön für beide Seiten. Die Kinder hätten einen überschaubaren Kostenbeitrag über ihre Eltern selbst erbringen müssen, erklärt Verena Fahlbusch. Das trage aber auch zur Wertschätzung der Aktion bei. Der Förderverein der Schule finanziere den Großteil der Kosten. Mit der SemiMap Scientific Instruments GmbH sei ein Sponsor für den Förderverein gefunden worden. Weitere sind natürlich gern gesehen.