Verkehrsschild

Wolfgang Müller stellt Schilder auf den Prüfstand

Bingen / Lesedauer: 2 min

Über 60 Schilder findet der Gemeinderat in der Gemeinde Bingen komplett überflüssig
Veröffentlicht:30.03.2014, 19:10
Aktualisiert:24.10.2019, 15:00

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Wolfgang Müller ist ein engagierter Gemeinderat, der für die Gemeinde Bingen das bescheidene Ziel verfolgt, am Projekt „Schuldenfreie Gemeinde“ aktiv mitzuarbeiten. Verkehrsschilder innerhalb des Gemeindegebietes stellen auch einen Kostenfaktor dar, daher hat sich Müller bei einem Rundgang einen Überblick über Berechtigung und Sinnhaftigkeit der zahlreichen Verkehrsschilder verschafft. Seiner Einschätzung nach sind über 60 Verkehrsschilder komplett überflüssig.

In einer vergangenen Gemeinderatssitzung hat Wolfgang Müller diese Problematik bereits angesprochen. Er beobachtete, dass der Bauhof diverse Schilder ausgetauscht hatte, da diese nicht mehr gut zu erkennen oder beschädigt waren. Dies veranlasste Müller zur Recherche, am Ende hatte er eine dreiseitige Liste zusammengetragen mit seiner Meinung nach überflüssigen Verkehrszeichen. Diese Liste hat er aktuell an Bürgermeister Jochen Fetzer geleitet mit der Bitte, sich mit der Problematik im Gemeinderat auseinanderzusetzen.

Manche Schilder gibt es doppelt

Allen voran stellt er die vielen Durchfahrtsverbotsschilder in Frage. Diese seien vor allem an beginnenden Waldwegen aufgestellt, obwohl das Befahren des Waldes per Landeswaldgesetz grundsätzlich verboten sei. Seltsam sei auch, dass diese gehäuft auf der Gemarkung Hochberg angebracht seien, in Hornstein und Hitzkofen dagegen fast keine. Auch doppelt aufgestellte Verbotsschilder (Inneringer Straße /Bergstraße) auf beiden Straßenseiten sorgen für Kopfschütteln bei Müller. In der Auflistung sind Schilder, die grundsätzlich keinen Sinn ergeben, wie zu Beginn der Egelfingerstraße. Dort steht ein Verbotsschild für Fahrzeuge ab sechs Tonnen Gesamtgewicht, und im weiteren Straßenverlauf bei den drei Kreuzen gibt es ein Verbotsschild für Lastwagen. Auf dem kurzen Straßenstück zur Tennishalle sind gleich drei Parkverbotsschilder hintereinander aufgestellt. Darin kann Wolfgang Müller keinen Sinn entdecken, er vermutet gar eine gewisse Beliebigkeit.

Ein weiteres skurriles Beispiel hat Müller nach einem Durchfahrtverboten-Hinweisschild gefunden: wenige Meter dahinter befindet sich ein Tempo-30-Hinweisschild. In seinem Begleitschreiben macht Müller klar, dass er kein Fachmann sei und sicher nicht jedes Verkehrsschild seiner Auflistung fehl am Platz sei.

Ihm sei vor allem wichtig, die Verwaltung zu sensibilisieren und mit dem Aufstellen und Austauschen von Verkehrsschildern restriktiver umzugehen.

„Da gibt es auch Einsparpotential, denn pro Schild fallen jedes Mal etwa 300 Euro an Kosten an“, rechnet Müller vor.