Zauberhandball

Zauberhandball zum Jahresabschluss

Bad Saulgau / Lesedauer: 4 min

Handball-Landesliga Süd: TSV Bad Saulgau - Vfl Kirchheim 43:27 (22:16)
Veröffentlicht:23.12.2018, 16:18
Aktualisiert:22.10.2019, 13:00

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Vor der stattlichen Kulisse einer voll besetzten Kronriedhalle hat der TSV Bad Saulgau im letzten Spiel des Jahres den punktgleichen VfL Kirchheim in beeindruckender Art und Weise mit 43:27 geschlagen. Damit ist die Revanche für die 24:29-Niederlage im Hinspiel mehr als geglückt. Es stimmte einfach alles beim TSV an diesem Abend: die Körpersprache, die Aggressivität in der Abwehr, das Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff, die Chancenverwertung. Auch die ständigen Strategieänderungen des Gegners in der Abwehr verunsicherten die Bad Saulgauer kaum.

Die ersten drei TSV-Treffer setzte der wie entfesselt aufspielende Mitteakteur Dennis Kaumann . Der Gegner konnte zu Beginn, angetrieben durch den wurfgewaltigen Spielmacher Robin Habermeier, noch einigermaßen mithalten. Schon in der 5. Spielminute jedoch erspielte sich der TSV einen Zwei-Tore-Vorsprung zum 4:2 und ließ keinen Zweifel, wer Herr im Hause ist. Spielmacher Istvan Gaspar harmonierte im Angriff glänzend mit Dennis Kaumann und auch die Kreisanspiele an Patrick Osterc sowie Jochen Schäfer funktionierten wie aus dem Lehrbuch. Ebenso wurden die Außenspieler Fabian Kohler auf links und Matthias Fuchs auf rechts blendend in Szene gesetzt. Sie trafen fast nach Belieben. VfL-Ausnahmespieler Robin Habermeier, sein Rückraumkollege Martin Rudolph sowie Dominik Merkle und Roman Keller hielten mit ihren Treffern den Rückstand halbwegs in Grenzen.

Umjubelter Höhenflug

Doch TSV-Allrounder Patrick Engler und Wirbelwind Fabian Kohler erhöhten in der 18. Minute wieder auf 14:10. Als dann VfL-Spielmacher Robin Habermeier Istvan Gaspar bei einer Abwehraktion einen Schlag ins Gesicht versetzte und mit Rot vom Platz flog, war der Bann vollends gebrochen und der TSV setzte seinen Höhenflug unter dem Jubel der Zuschauer fort. Nun wurde Neuzugang Armin Greiner für Torhüter Jonas Engler eingesetzt. Wie auch Engler machte er seine Sache gut. Da TSV-Trainer Matthias Kempf auf einige Akteure verzichten musste, wurde Nelu Rosca aus der zweiten Mannschaft rekrutiert. Auch er fügte sich nahtlos ins Team ein und war in Torlaune. Auch in doppelter Unterzahl traf der TSV und so stand es zur Halbzeit völlig verdient 22:16.

Im zweiten Abschnitt setzten sich die Platzherren weiter Tor um Tor ab und nach einem kunstvollen Heber von Dennis Kaumann über den gegnerischen Torhüter in der 37. Minute gaben sich die Gäste schon fast geschlagen. Nelu Rosca, Jochen Schäfer und Michael Reck trafen in der Folge und VfL-Spieler Martin Rudolph wusste sich in der 40. Minute gegen den mit großer Geschwindigkeit heranstürmenden Fabian Kohler nur mit einem groben Foul zu helfen. Die logische Folge war wiederum eine Rote Karte. Die ohnehin schon überforderte gegnerische Abwehr tat sich nun noch schwerer gegen den TSV-Angriff, auch die VfL-Torhüter waren chancenlos und bekamen kaum mehr einen Ball zu halten. Die Platzherren schraubten das Ergebnis erbarmungslos in die Höhe und leisteten sich dabei sogar noch einige Lattentreffer. Selbst aus spitzestem Winkel trafen die Außenspieler, was die knapp 700 Zuschauer in Staunen versetzte. Die äußerst souverän leitenden Unparteiischen Andrej Großmann und Philip Marvin Rößlein beendeten das ungleiche Duell nach 60 Minuten unter tosendem Beifall der Fans.

Kempf: „Cleveres Spiel“

TSV-Trainer Matthias Kempf war die Erleichterung beim anschließenden Pressegespräch deutlich anzumerken. „Zu Beginn war die Partie noch ausgeglichen, es ging hin und her. Wir haben clever gespielt und die beiden Roten Karten haben es für uns natürlich einfacher gemacht. Es fehlten dann die beiden besten Kirchheimer Rückraumspieler. Ich habe Michael Reck in der Abwehr vorgezogen, die jungen gegnerischen Spieler haben wir so unter Druck gesetzt. Wenn's läuft, dann läuft's“, freute sich Kempf.

Der enttäuschte VfL-Trainer Engelbert Eisenbeil kam nicht, dafür aber sein Spieler Dominik Merkle. „Wir bekamen den TSV einfach nicht zu fassen. Die Roten Karten machten es uns noch schwerer, wir mussten ständig einem Rückstand hinterherlaufen“, sagte Merkle, der wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz kam.

Der sportliche Leiter des TSV, Krischan Hillenbrand, freute sich mit der Mannschaft und den Fans. „Das Spiel war ein schöner Abschluss nach einem schwierigen Handballjahr. Ich hoffe, dass wir den Schwung ins neue Jahr mitnehmen und unsere angeschlagenen und verletzten Spieler sich erholen können, sodass wir komplett in die Vorbereitung für die weitere Rückrunde gehen können. Ganz nach oben wird es wohl nicht mehr reichen, da haben wir bereits zu viele Punkte verschenkt“, sagte Hillenbrand.

Der TSV geht nun mit 18:12 Punkten als Tabellenfünfter in die fünfwöchige Winterpause. Nächster Gegner ist am Sonntag, den 27. Januar um 17 Uhr Tabellenführer Altenstadt. Zu diesem Spiel setzt der TSV einen Fanbus ein. Abfahrt ist um 13.45 Uhr auf dem Festplatz.

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TSV: J. Engler, Greiner (beide im Tor), Fuchs (7), Kaumann (9), Gaspar (5), F. Kohler (7), P. Engler (5), Csuka (1), Schäfer (4/davon 2 Siebenmeter), Osterc (1), Reck (2), Rosca (2).