Glasflügel

Segelflieger ziehen ihre Kreise

Bad Saulgau / Lesedauer: 3 min

Erinnerung an Pionier der Segelfliegerei Eugen Hänle
Veröffentlicht:10.08.2016, 17:09
Aktualisiert:23.10.2019, 13:00

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Mehr als 200 Segelflugfreunde und mehr als 90 Flugzeuge sind am Samstag, 13. August, auf dem Flugplatz Bad Saulgau bei der Veranstaltung Glasflügel Fly in zu sehen, um an Eugen Hänle, den Konstrukteur, Idealisten und Pionier der Segelfliegerei, und seine Firma Glasflügel zu erinnern. Eugen Hänle war ein begeisterter Segelflieger und nach der Wiederzulassung des Segelflugs in Deutschland maßgeblich am Bau der ersten Segelflugzeuge beteiligt und einer der ersten, der Flugzeuge mit dem Glasfaser-Kunststoff-Werkstoff baute.

In Anlehnung an den neuen Werkstoff nannte er die in Schlattstall – einem kleinen Ort südlich von Kirchheim/ Teck – gegründete Firma Glasflügel. Die erste Maschine war die H-301 Rennlibelle, Werk-Nr. 1, die in den Segelfliegerkreisen viel Beachtung fand und entscheidend zum Starterfolg des Unternehmens beitrug. 1972 errichtete Eugen Hänle in Bad Saulgau im Kronried eine Montage- und Auslieferungshalle.

Der Rohbau wurde zuerst in Schlattstall erstellt und anschließend in Bad Saulgau lackiert, fertiggestellt und eingeflogen. Der Flugzeugbauer ließ auf eigene Kosten die Start- und Landebahn auf dem Flugplatz befestigen, um auch im Winter die fertigen Flugzeuge einfliegen und ausliefern zu können.

Libelle sehr beliebt

Die Standard Libelle 201, das aus heutiger Sicht erfolgreichste Segelflugzeug von Glasflügel, erreichte als erstes eine Stückzahl von mehr als 500 gebauten Exemplaren und war mit das meist gebaute Segelflugzeug seiner Zeit. Auch heute ist die Standard Libelle noch ein beliebtes Segelflugzeug, das sich bei Wettbewerben und Meisterschaften bewährt. Das Ende des Unternehmens, das in Bad Saulgau 17 Mitarbeiter beschäftigte, war tragisch. Mit einem Motorflugzeug, das in Bad Saulgau für das Schleppen der Segelflugzeuge im Einsatz war, stürzte Eugen Hänle bei Hoßkirch am 21. September 1975 tödlich ab.

Der Tod des Unternehmers Eugen Hänle bedeutete auch das Ende der Flugzeugmontage am Flugplatz in Bad Saulgau. Glasflügel existierte noch einige Jahre unter anderen Namen weiter. Das Unternehmen ging als 1982 endgültig in Konkurs.

In Segelfliegerkreisen haben die Segelflugzeuge von Eugen Hänle und seiner Firma Glasflügel und die von seiner Frau Ursula in Bad Saulgau gegründete Start & Flug GmbH immer noch einen guten Namen. So hat sich eine Gruppe von Glasflügel-Fans um den in Bern wohnenden ehemaligen Bondorfer Hans-Peter Mayer und Peter Knoll aus Bogenweiler gegründet, die es sich zur Aufgabe machen, an den Pionier der Segelfliegerei Eugen Hänle zu erinnern. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Fliegergruppe Bad Saulgau, Karl Josef Kades, sind sie die Organisatoren des am Samstag stattfindenden Glasflügel Fly in. Am Freitag reisen die Teilnehmer, die aus dem gesamten europäischen Raum, ja sogar bis aus Neuseeland nach Bad Saulgau kommen.

Am Samstag wird auf dem Flugplatz und am Himmel über Bad Saulgau einiges los sein. Ab 12 Uhr ist Glasflügelfliegen angesagt. Per Schlepp oder Winden-Start werden die Glasflügelmodelle wie Libelle, Hornet und Kestrel in den Himmel steigen und ihre Kreise ziehen. Aber auch am Boden gibt es einiges zu sehen. So werden unter anderem auch die erste H-301 Rennlibelle, Werk-Nr. 1 und die Bravo-Lima-Formation zu besichtigen sein.