Laufstil

Lauftrainerin gibt Tipps: Wie finde ich den perfekten Laufstil?

Lindau / Lesedauer: 3 min

Der eine hat ihn direkt, der andere muss üben und der nächste bekommt ihn nie – Lauftrainerin gibt Ratschläge
Veröffentlicht:05.07.2022, 09:50
Aktualisiert:05.07.2022, 09:52

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Laufen heißt nicht gleich laufen. Wer es richtig machen will, muss auf die ein oder andere Sachen achten. Lauftrainerin Liane Ender gibt Tipps, wie es doch klappen kann.

„Es gibt Menschen, die machen automatisch die richtigen Abläufe beim Laufen, andere müssen ihren Laufstil umstellen, das ist ganz verschieden“, sagt Lauftrainerin Liane Ender. Für den richtigen Laufstil gibt es nicht die eine Methode, der man nur folgen muss, sondern es ist eine Kombination aus mehreren. Übungen, Korrekturen durch den Trainer, Videoanalyse und die richtigen Schuhe machen laut Liane Ender den Unterschied. „Die Erhöhung die Laufökonomie fördert die Technik in erster Linie durch die Verbesserung der Technik“, sagt sie.

Das Lauf-ABC als Hilfe

Helfen können verschiedene Übungen: Hopserlauf, Skippings, Anfersen oder Kniehebelauf. Das Zauberwort heißt Lauf-ABC, sagt Liane Ender. Dabei werden dieLaufbewegung in ihre einzelnen Bestandteile aufgebrochen. Die einzelnen Bewegungen werden immer wieder geübt.

Im Vergleich dazu, wie man normalerweise laufen würde, übertreibt man die Bewegungen. „Beim Kniehebelauf nimmt man das Knie zum Beispiel deutlich höher, als wir es beim Laufen tun würden“, so Ender. Dadurch werden Muskeln, Bänder und Sehnen, andererseits aber auch die Koordination trainiert. Der Laufstil wird aktiver, die Läuferin oder der Läufer wird besser. Am besten macht man die Übungen zum Aufwärmen vor dem Laufen für zehn Minuten.

Wie häufig muss man laufen?

Wie oft Sportlerinnen und Sportler die Übungen machen und dann laufen gehen sollte, kann Liane Ender nicht eindeutig zu beantworten. „Es kommt darauf an, welches Ziel Läufer und Läuferinnen haben“, sagt sie. Genussläufer machen es eher gemütlich, ambitionierte Läufer öfters. „Wettkampfläufer laufen oft nach Plan und mit mehr Intensität, bis zu vier oder fünf Mal in der Woche“, sagt sie.

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In dem Lauftraining, das sie in Lindau mit Blick auf den Drei-Länder-Marathon im Oktober anbietet, hat sie einen Trainingsplan erarbeitet. Der wechselt sich ab zwischen Tagen, an denen Dauerläufe anstehen, Intervallläufen, mal mit mehr Anspruch, mal mit weniger und wichtig: Regenerationstagen, also Pausen. Um die richtige Anstrengung beim Laufen zu finden, empfiehlt die Lauftrainerin die Borg-Skala. Damit schätzen Sportler ab, wie sie sich beim Sport fühlen.

Die Skala reicht von „überhaupt keine Anstrengung“ bis „maximale Anstrengung“ und ist in 15 Schritte aufgeteilt. „Sie ist eine subjektive Belastungsempfindung, die natürlich auch ungenau sein kann“, sagt Liane Ender. Sie empfiehlt, die Borg-Skala in den Trainingsplan mit einzutragen.

Sportarzt und Leistungsdiagnostik sind wichtig

Die Beanspruchung und Ermüdung der Muskulatur hänge zum Beispiel von der Atemnot, aber auch von Symptomen wie Brustschmerzen oder Hitze, Kälte oder Nebel ab. „Auf Dauer ist es besser, sich eine Puls-Uhr anzuschaffen und dann in den Herzfrequenzen zu laufen, die die Leistungsdiagnostik ergeben hat“, sagt Liane Ender. Bei der Diagnostik wird der Gesundheitszustand, die Belastbarkeit und der Leistungsstand eines Sportlers gemessen. Grundvoraussetzung, um das Laufen überhaupt richtig zu lernen und damit anzufangen, sei ein Besuch beim Sportarzt.

Aber wann haben Läuferinnen und Läufer den richtigen Laufstil gefunden? „Das ist individuell. Der eine kann es, der andere lernt es, der andere wird nie perfekt laufen“, sagt Liane Ender. Es gebe auch schnelle Läuferinnen und Läufer in der Weltklasse, die keinen perfekten Laufstil haben.