Torgeilheit

Torgeilheit kommt Lindau teuer zu stehen

Lindau / Lesedauer: 3 min

Vor der bislang besten Heimkulisse der laufenden Oberligasaison haben die EV Lindau Islanders eine Pleite kassiert. 827 Zuschauer in der Eissportarena sahen den knappen Sieg des Deggendorfer SC.
Veröffentlicht:31.12.2022, 17:22
Aktualisiert:01.01.2023, 19:37

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Die EV Lindau Islanders sind auch im dritten Aufeinandertreffen mit dem Deggendorfer SC leer ausgegangen. Vor 827 Zuschauern in der Eissportarena – Rekordbesuch in der laufenden Saison der Eishockey-Oberliga Süd – verloren die Inselstädter am Freitagabend mit 1:3 (0:1, 1:1, 0:1). Somit gab es wie schon bei den ersten beiden Niederlagen (0:3, 2:3) gegen den Tabellendritten drei Gegentore. Nicht in die Lindauer Mannschaft schaffte es Martin Mairitsch. Islanders-Coach John Sicinski setzte auf die drei Kontingentspieler Skylar Pacheco, Arturs Sevcenko und Ace Cowans.

Als Knackpunkt bezeichneten beide Übungsleiter, EVL-Coach John Sicinski und auch DSC-Trainer Jiri Ehrenberger , den 2:1-Führungstreffer kurz vor Ende des zweiten Drittels. „Das hat uns gutgetan“, sagte Ehrenberger bei der SpradeTV-Pressekonferenz über das Tor von Ondrej Pozivil. Aus der Sicht der Gastgeber war der Rückstand unnötig. „Das war der einzige große Fehler, den wir gemacht haben. Wir waren ein Tick zu offensiv und zu torgeil. Wir hätten geduldiger sein müssen“, monierte Sicinski. „Wir haben ihnen eine der wenigen Konterchancen gegeben und eine Mannschaft mit so viel Klasse nutzt das aus.“

Die Lindauer probierten alles, um das Spiel im dritten Drittel noch zu drehen. Aber das gelang nicht mehr, die ganz großen Möglichkeiten blieben auch aus. Und als die Islanders den Goalie Dieter Geidl für einen weiteren Feldspieler opferten, erhöhte Deggendorf : Lukas Miculka traf 56 Sekunden vor Schluss ins leere Tor.

Stolz auf die eigene Leistung

Obwohl der EVL nach drei Siegen in Folge erstmals wieder punktlos blieb, sah Sicinski keinen Rückschritt. Im Gegenteil: Der 48-jährige Deutsch-Kanadier lobte den Auftritt seines Teams. „Es ist bitter, dass wir nichts geholt haben. Aber wir haben Deggendorf alles abverlangt. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft“, sagte Sicinski. Er haderte etwas damit, dass die Lindauer den Führungstreffer verpassten. Er sah „Riesenchancen“ in Überzahl, nachdem die beiden Deggendorfer Marcel Pfänder (5.) und Pozivil (7.) für jeweils zwei Minuten auf die Strafbank mussten. Die Gäste überstanden diese kritischen Minuten und hatten dann das Glück, selbst das erste Tor der Partie zu erzielen. Petr Stloukal fälschte einen Schuss von Pozivil zum 1:0 für den DSC ins Tor ab (17.) – und löste damit große Freude beim zahlreich vertretenen Gästeanhang aus. „Das hat uns nicht aus der Bahn geworfen“, meinte Sicinski. In der 28. Minute belohnten sich die Lindauer für eine couragierte Vorstellung mit dem 1:1 durch Florian Lüsch. Für den 28-Jährigen, der bislang eine starke Saison spielt, war es das achte Saisontor. Vorausgegangen war ein Schuss von Robin Wucher.

Am Ende siegte aber Deggendorf, weshalb Lindau weiterhin zehn Punkte Rückstand auf den hinter dem ersten Pre-Play-off-Platz liegt. Es wird schwierig, den Rückstand in den nächsten Partien zu verkürzen. Die Islanders müssen nun dreimal in Folge auswärts ran: Nach dem Derby beim ECDC Memmingen (2. Januar, 19.30 Uhr) stehen die Gastspiele beim Höchstadter EC (4. Januar, 19.30 Uhr ) und den Starbulls Rosenheim (6. Januar, 17 Uhr) an. Im Kader ist in diesen Begegnungen wieder Raphael Grünholz zu erwarten. Der Verteidiger mischte gegen Deggendorf wieder mit. Dafür fehlte am Freitagabend Patrick Raaf-Effertz, der sich gegen die Tölzer Löwen an der Leiste verletzte.