Zugverbindung

Stündliche Züge zwischen Lindau und Memmingen

Lindau / Lesedauer: 3 min

Fachleute planen schon die Fahrpläne für die Zeit nach der Elektrifizierung der Bahnstrecke
Veröffentlicht:22.05.2017, 16:31
Aktualisiert:23.10.2019, 05:00

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Die Zugverbindungen von Lindau nach Memmingen und weiter nach München sollen deutlich besser werden, wenn die Strecke elektrifiziert ist. Das hat CSU-Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter am Montag bei der Allgäu-Initiativ-Konferenz in Lindau berichtet. Auf der Südbahn droht aber Schlechtes für die Verbindung von Lindau nach Stuttgart.

Die Verbesserungen betreffen zunächst die Eurocityzüge zwischen München und Zürich, die künftig eine Stunde schneller sein werden. Die Bahn plane derzeit sechs Züge in jede Richtung, Rotter hofft aber noch, dass es letztlich acht Züge je Richtung täglich werden, so dass es einen verlässlichen Zwei-Stunden-Takt gibt. In Betrieb gehen soll die strombetriebene Strecke im Dezember 2020.

Verbesserungen soll es aber auch im Regionalverkehr geben. Dabei waren allerdings die Verhandlungen nicht einfach, weil neben der Bahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft auch die Nahverkehrsgesellschaft baden-Württemberg am Tisch sitzt. Und in Stuttgart habe man sich für den Bereich zwischen Leutkirch und Wangen zunächst mal kaum interessiert, wie Rotter berichtete.

Doch inzwischen sei klar, dass der schnelle Regioexpress der im Stundentakt in gut einer Stunde von Memmingen nach München fahren soll, alle zwei Stunden bis Lindau verlängert wird. In den Stunden dazwischen solle es eine zusätzliche Regionalbahn zwischen Memmingen und Lindau geben, die auch Umsteigemöglichkeiten nach Aulendorf biete, wie Rotter berichtete.

Eine große Zahl von Güterzügen, wie von manchem Anlieger befürchtet, erwartet Rotter nicht. Seiner Meinung nach verträgt die in großen Bereichen einspurige Strecke gar nicht mehr als fünf oder sechs Zugpaare, wahrscheinlich sei nicht mal die Hälfte.

Bahnstrecke über Memmingen wird für gut ein Jahr gesperrt

Dennoch lohnen sich seiner Meinung nach die Kosten von insgesamt etwa 700 Millionen Euro, da diese neben Lärmschutz auch viele Projekte umfassen, welche die Bahn über Jahrzehnte vernachlässigt hat. Die Bahn rechnet bis Jahresende auf der ganzen Strecke mit Baurecht, so dass die Arbeiten im kommenden Frühjahr beginnen können. Schon bisher gibt es wegen Vorarbeiten Behinderungen auf der Strecke. I

m Zuge der eigentlichen Bauarbeiten wird die Strecke insgesamt gut ein Jahr lang voll gesperrt werden. Ersatzzüge wird es dann über Kempten geben, auch die Eurocity werden dann dort über die kurvige Strecke durchs Allgäu fahren. Dass sie allerdings nach bisheriger Planung nicht in Kempten halten sollen, empört die Politiker aus Kempten und dem Oberallgäu.

Für Lindau wichtiger ist das Problem, das sich aus der Neuplanung der Südbahn ergibt, die bisher von Lindau über Friedrichshafen und Ulm bis Stuttgart fährt. Weil die Züge künftig auch in Merklingen auf der Schwäbischen Alb halten sollen, wollen die Verantwortlichen des Landes die Züge wohl nur noch bis Friedrichshafen fahren lassen. Damit würde eine wichtige Verbindung von Lindau in den Fernverkehr fehlen, weil man kaum noch umsteigefrei nach Ulm käme. CDU-Landtagsabgeordneter Raimund Haser sagte bei der Konferenz seine Unterstützung zu, damit die Züge doch nach Lindau fahren. Das würde den Bahnknoten am Bodensee stärken.

Langfristig wollen die Politiker zudem eine gute Verbindung von Lindau über Friedrichshafen weiter bis Singen und möglichst viele Elektrifizierungen im Allgäu. Es gebe keine andere Region in Deutschland, die so viel Wirtschaftskraft habe, aber keine Züge unter Strom, beklagte der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather.

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