Monatsbilanz

Sonniges Frühjahr ist „klasse“ für den Arbeitsmarkt

Lindau / Lesedauer: 3 min

Arbeitslosenquote im Kreis Lindau sinkt auf 2,9 Prozent – Trotzdem jede Menge Fluktuation
Veröffentlicht:30.04.2014, 17:39
Aktualisiert:24.10.2019, 14:00

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„Das haben wir dem guten Wetter zu schulden.“ Monika Felder-Bauer, Sonthofener Stellvertreterin des Lindauer Arbeitsagenturleiters Wolfgang Scholz, strahlt, wenn sie in die aktuelle Monatsbilanz schaut – genauso wie die Sonne an vielen Apriltagen: „Einfach Klasse.“ Denn das gute Frühjahrswetter hat die Arbeitslosenquote im Landkreis Lindau im April auf 2,9 Prozent sinken lassen. Zum Ende des Monats sind nur noch 1198 Menschen im Kreis ohne feste Stelle gewesen.

Vier Wochen zuvor waren es noch 1430 gewesen. „Viele Tourismuskräfte, die während der Wintermonate in den Skisportgebieten gearbeitet haben, sind im April zurückgekommen und konnten hier wetterbedingt nahtlos in die Sommersaison starten.“ Das ist laut Felder-Bauer einer der Hauptgründe, wieso Lindau mit einer selten niedrigen Erwerbslosenquote in den Mai hineingeht. Denn schon spürbar vor den Osterferien haben Hotels und Restaurants insbesondere am bayerischen Bodensee Fachkräfte für Service und Küchen gesucht.

Trotzdem viel Arbeit

Was nicht jeder hinter dieser niedrigen Quote vermutet: Auch ein Rückgang an Arbeitslosigkeit bereitet den Mitarbeitern der Arbeitsagentur viel Arbeit. So haben sich während der Aprilwochen 504 Frauen und Männer in der Hundweilerstraße arbeitslos gemeldet. „Im April haben aber auch 544 unserer Kunden einen neuen Arbeitsplatz gefunden“, schildert Felder-Bauer. Das bedeutet jede Menge Fluktuation, „einen hohen Durchlauf“ auf dem Arbeitsmarkt.

„Und die Kollegen müssen dann auch viel Beratungsarbeit leisten“, sagt die stellvertretende Agenturleiterin. Zum einen bräuchten insbesondere ältere Arbeitnehmer einiges an Hilfe, um wieder eine neue Stelle zu finden. „Die Berater werden aber auch oft nach Weiterbildungen und Umschulungen gefragt, wenn jemand arbeitslos ist“, so Felder-Bauer.

175 neue offene Stellen

Auf der anderen Seite haben Betriebe und Unternehmen in den vergangenen Wochen doch wieder einiges an Personal gesucht: 175 neue offene Stellen sind der Agentur gemeldet worden. Damit sind dort jetzt 623 freie Arbeitsplätze bekannt.

Auf einen dieser hoffen nicht nur junge Leute unter 25 Jahren. Ihr Anteil an den Arbeitslosen hat sich während der vergangenen Wochen spürbar von 151 Ende Februar auf derzeit 114 verringert. Auch 277 Landkreisbewohner über 55 Jahren würden gerne ins Berufsleben zurückkehren. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen bleibt ziemlich konstant mit 232. Weiter angestiegen ist die Zahl der Schwerbehinderten, die mit Hilfe der Arbeitsagentur auf Arbeitsplatzsuche sind: Das sind mittlerweile 92 Menschen.

Für den Mai behält Monika Felder-Bauer ihr Strahlen, auch wenn das Wetter derzeit eher traurig stimmt. „Auf dem Arbeitsmarkt gibt es weiter gute Aussichten“, ist die Agenturfrau überzeugt. So würde insbesondere die Baubranche jetzt richtig loslegen.

Lindau liegt im Gesamtbezirk Allgäu-Memmingen der Arbeitsagentur weiter auf dem vierten Platz. Die Zahlen im Einzelnen:

März 2014 April 2014

Mindelheim 3,0 % 2,5 %

Memmingen 2,8 % 2,5 %

Marktoberdorf 3,1 % 2,8 %

Lindau 3,2 % 2,9 %

Füssen 3,6 % 3,2 %

Kempten 3,7 % 3, 5 %

Kaufbeuren 4,4 % 4,1 %

Sonthofen 3,7 % 4,1 %

Allgäu gesamt 3,5 % 3, 2 %