Klimablog

Der Klimablog: Nachhaltig leben am Bodensee

Lindau / Lesedauer: 11 min

Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage? Wer darf Solarzellen installieren? Diese und weitere Fragen rund ums Thema Klimaschutz im Alltag beantwortet der Klimablog von Schwäbische.de.
Veröffentlicht:15.08.2022, 14:30
Aktualisiert:15.08.2022, 14:31

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Gletscher schmelzen in dramatischem Tempo. Die Wälder der Region sind in einem katastrophalen Zustand. Während die Sommer heißer und trockener werden, nehmen zugleich Unwetter zu. In der Region sind die Temperaturen laut Meteorologe Roland Roth innerhalb von nur fünfzig Jahren um eineinhalb bis zwei Grad gestiegen.

Im Klimablog für die Region Bodensee sammelt Schwäbische.de Tipps und Tricks, wie jeder und jede im Alltag etwas verändern kann. Ob die Heizung effizienter zu nutzen oder beim nächsten Einkaufstrip mal einen Secondhand-Laden auszuprobieren - welche kleinen Dinge zu etwas Großem beitragen können, erfahren Sie hier.

Hitze und Sturmschäden: In Lindau entsteht ein Klimawald

Der Klimawandel schreitet immer schneller voran. Es wird heißer. Wälder und Städte müssen angepasst werden. Ein Hitzekonzept hat die Stadt Lindau nicht – es gibt aber andere Projekte, die helfen sollen. Eines davon ist der Klimawald.

Wie sieht der Wald der Zukunft aus? Diese virtuelle 360-Grad-Tour durch den Wald gibt darauf Antworten. Klicken Sie sich über die einzelnen Punkte durch.

Welche Konzepte gegen die Hitze es in Lindau noch gibt, lesen Sie HIER, in einem ausführlichen Bericht.

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Sie erzeugt Strom und das auf dem eigenen Dach: Eine Photovoltaik-Anlage. Mittlerweile wollen immer mehr Menschen ihren eigenen Strom zu Hause erzeugen. Aber der Weg dorthin ist gar nicht so leicht. Was wichtig ist und was man laut zuständigem Netzbetreiber in Lindau beachten muss.

Selbermachen statt Kaufen: Drogerieartikel aus Hausmitteln herstellen

Umweltfreundlich, verpackungsfrei und den eigenen Vorlieben entsprechend: Viele Produkte, die es in der Drogerie in bunten Verpackungen gibt, können auch zuhause selbst gemacht werden. Dazu sind lediglich ein paar Hausmittel nötig.

So geht Energie sparen beim Waschen und Trocknen

Wie bei vielen Arbeiten im Haushalt, kann auch beim Wäschewaschen viel Energie eingespart werden. Laut dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu eza! in Kempten wird häufig wärmer gewaschen als nötig. Und der Energieverbrauch der Waschmaschine hänge in erster Linie von der Waschtemperatur ab. Wieso moderne Waschmittel helfen können und mehr lesen Sie HIER.

Schwäbische.de hat die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

So lässt sich im digitalen Leben einfach Energie sparen

Die Digitalisierung unseres Alltags hat ihren Preis – nicht nur was die unzähligen geteilten Daten angeht, sondern auch im wörtlichen Sinne. Laptop, PC, Tablets und Smartphones brauchen Strom.

Experten gehen davon aus, dass der Anteil der Bürogeräte an den Energiekosten in vielen Haushalten bei über 20 Prozent liegt, das teilt Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums eza! in Kempten in einer Pressemitteilung mit. Einen ausführlichen Artikel mit Tipps zum Stromsparen zu Hause finden sie HIER.

Schwäbische.de hat die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

So halten Sie Ihren Hund nachhaltig

Nicht nur wir selbst und unser Konsum haben Folgen für die Umwelt. Auch unsere Haustiere benötigen Futter oder Pflegeprodukte – und wirken sich damit ebenfalls auf das Klima aus.

Im Grunde können Hundehalterinnen und Hundehalter bei ihren Vierbeinern in all den Punkten auf Nachhaltigkeit achten, in denen sie es auch bei sich selbst tun: zum Beispiel bei Ernährung, Pflege und bei Alltagsgegenständen wie Leinen oder Hundebetten. Einen ausführlichen Artikel zum Thema finden Sie HIER .

Schwäbische.de hat die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

Wie Sie die Lebensdauer des Handyakkus verlängern können

Das Handy ist unser ständiger Begleiter. Spätestens seit wir unseren digitalen Impf- oder Genesenennachweis überall vorzeigen müssen, tragen wir es immer bei uns. Dar Akku sollte dabei nicht leer werden. Die meisten laden ihr Handy mindestens einmal am Tag oder durch die Nacht. Doch wie viel Energie kostet das eigentlich und wie schaffe ich es, dass der Akku länger lebt?

Umwelt schonen beim Essen? So geht’s!

Mal Linsen statt Fleisch, mal Hafer- statt Kuhmilch - man kann die Umwelt auch schonen, ohne das Lieblingsessen vom Speiseplan zu streichen. Wie das funktioniert, lesen Sie hier. Da die meisten Menschen circa drei Mal am Tag etwas essen, hat jede und jeder mit der eigenen Ernährung einen gewissen Einfluss auf die Umwelt, sagt Friederike Heß-Böhlen vom Landwirtschaftsamt des Bodenseekreises.

Dabei spielt auch Lebensmittelverschwendung eine wichtige Rolle: Oft wird Essen weggeworfen, von dem zu viel gekocht wurde. Deshalb sei es auch wichtig, Reste zu verwerten, indem das Gericht zum Beispiel am nächsten Tag nochmal gegessen oder eingefroren wird. Oder es wird zu Suppe oder einem Auflauf weiterverarbeitet. Grundsätzlich gelte: „Unsere Lebensmittel sind etwas sehr Wertvolles und wir sollten wertschätzend damit umgehen.“

Sie haben noch Reste von gestern übrig? Um diese zu verwerten, hat Friederike Heß-Böhlen ein simples Rezept:

Tipps für niedrigeren Energieverbrauch im Homeoffice

Die Coronapandemie hat das Homeoffice zur Normalität gemacht. Wer immer zuhause arbeitet braucht aber auch mehr Energie. Mit ein paar Tricks kann man dabei sparen.

Am 22. März ist Weltwassertag: So kann jeder Einzelne Wasser sparen

Wasser ist eine Ressource, die knapp wird. Immer mehr Studien ergeben, dass besonders in Deutschland und vor allem im Süden immer mehr Flächen austrocknen. Die Kreisgruppe Lindau des Bund Naturschutz in Bayern ruft anlässlich des Weltwassertages am 22. März die Bevölkerung auf, sparsam mit dem kostbaren Gut umzugehen.

„Durch den Klimawandel und vermehrte Trockenperioden haben wir auch in Bayern teilweise mit Wasserknappheit zu kämpfen. Im Obstanbau wird vermehrt künstlich bewässert. Auch bei uns ist es also notwendig, sparsam mit Wasser umzugehen. Der mit Abstand größte Teil unseres Verbrauchs entfällt allerdings auf unsere Lebensmittel und Konsumgüter“, betont Claudia Grießer, Geschäftsführerin beim Bund Naturschutz in Lindau.

Hier können Sie Ihr Wasser-Wissen im Quiz testen:

  • Tipp Nummer 1 - regional und ökologisch einkaufen:

Wer den sparsamen Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft fördern will, sollte möglichst Lebensmittel aus regionaler und ökologischer Produktion kaufen.

  • Tipp Nummer 2 - Strom sparen:

Auch Strom sparen hilft, den Wasserverbrauch zu senken. Ein großer Teil des Wassers in Deutschland wird nämlich zum Kühlen in Wärmekraftwerken genutzt.

  • Tipp Nummer 3 - Bei Papier auf Gütesiegel achten:

Bei Konsumgütern weisen Gütezeichen wie der Blaue Engel auf wasser- und umweltschonende Waren wie zum Beispiel Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier statt umweltbelastender Frischfaserpapiere hin.

  • Tipp Nummer 4 - Wasser sparen im Haushalt:

Duschen verbraucht dreimal weinger Wasser als Baden. Auch die Start-Stopp-Taste bei der Toilettenspülung hilft, Wasser zu sparen.

  • Tipp Nummer 5 - Regenwasser nutzen:

Beim Gießen im Garten aber auch im Haus kann Regenwasser statt frischem Wasser genutzt werden. Dafür braucht es eine Zisterne, in der das Wasser gespeichert wird. Zum Beispiel die Klospülung oder auch die Waschmaschine können damit betrieben werden. Infos dazu können die jeweiligen Kommunen liefern.

Mode als „Umweltsünde“? So können Sie nachhaltiger mit Kleidung umgehen

Kaum etwas ändert sich so rasant wie Modetrends. Sales und Rabatte laden dazu ein, ständig neue Kleidung zu kaufen. Die Verlierer: Umwelt und Menschen, die die Sachen produzieren.

Zwei Frauen aus der Bodenseeregion haben sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und tragen nun selbst zu einer nachhaltigeren Kleidungsindustrie bei. Hier erzählen sie , was sie anders machen als herkömmliche Modemarken und worauf bei der eigenen Einkaufstour geachtet werden kann.

Viele große Konzerne produzieren Fast Fashion, also "schnelle Mode". Die Strategie dahinter: Ständig neue Kollektionen und viel Werbung, die oft das Gefühl hervorruft, etwas Neues im Kleiderschrank zu brauchen, erklärt Elke Otto, die in ihrer eigenen Werkstatt in Markdorf Naturmode für kleinere Kollektionen und Designer sowie Designerinnen produziert.

Die Kleidung vieler großer Modekonzerne sei mit ihren Materialien, ihrer Herstellung und ihrer Menge problematisch für Umwelt und Mensch. „Kleidung ist bei uns im Überfluss vorhanden“, sagt Elke Otto.

Es werde viel mehr produziert, als gebraucht wird, erklärt auch Häflerin Ilona Turner, Gründerin des nachhaltigen Kindermodelabels "Cheeky Monkey and Friends". „Pro Woche bringen Fast Fashion-Stores wie Zara circa 200 neue Teile auf den Markt, Onlineshops wie Asos sogar 4500“, fährt die Gründerin fort. „Diese launchen teilweise 24 Kollektionen im Jahr, und wenn man bedenkt: Wir haben 4 Saisons.“

Aber worauf kann bei der Suche nach einem neuen Kleidungsstück geachtet werden, um möglichst umweltschonend zu handeln? Unsere interaktive Grafik kann Ihnen dabei helfen, eine nachhaltigere Einkaufsentscheidung zu treffen:

Regional einkaufen mit der "Von daheim"-App

Frisches Obst und Gemüse aus dem Hofladen? Die App „Von daheim“ zeigt, welche Einkaufsmöglichkeiten es in der Nähe gibt.

Regionales Einkaufen bietet viele Vorteile, findet Hofladenbesitzer Hubert Knoblauch: Frische Ware, bei der klar ist, von wo sie kommt. "Äpfel, die jetzt um die halbe Welt geschifft werden, das macht umweltmäßig sicher keinen Sinn", sagt er.

Die "Von daheim"-App des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz soll diesen Einkauf erleichtern. Wie das funktioniert, hat unsere Redakteurin ausprobiert und hat sich mit der App einen Häfler Hofladen zum Einkaufen gesucht.

Hier können Sie den Artikel zum Thema lesen.

Haarewaschen mit Roggenmehl

Statt Shampoo Roggenmehl in die Haare schmieren? Das funktioniert und vermeidet Plastikverpackungen und reduziert künstliche Stoffe. Unsere Redakteurin testet es im Selbstversuch.

Wer sich mal die Inhaltsstoffe auf einer Shampooflasche durchgelesen hat, kann zumindest bestätigen, dass die meisten ziemlich unnatürlich und unbekannt klingen. Ganz zu schweigen von Spülungen und Kuren, die die Haare scheinbar weich machen und das mithilfe von Erdöl-Stoffen, Parabenen und Duftstoffen, die sich im Körper ablagern können.

Nach dem Waschgang spülen wir all das mit dem Abwasser wieder in den Wasserkreislauf, denn vieles davon kann von Kläranlagen nicht herausgefiltert werden. Eine Alternative kann Roggenmehl sein. Und so geht's:

Solidarität und Umweltbewusstsein vor Profit: Die Solawi Bodensee

Wer im Supermarkt bei Gemüse auf biologischen Anbau achten möchte, kennt das Problem wahrscheinlich: Es vergeht durchaus Zeit, ausfindig zu machen, wo und wie ein Gemüse angebaut worden ist. Auch die Preise können von Markt zu Markt ziemlich schwanken.

Bei der Solidarischen Landwirtschaft funktioniert das Ganze anders: Mitglieder zahlen einen monatlichen Betrag, für den sie biologisch angebautes, saisonales Gemüse bekommen. Und wenn sie möchten, können sie auch Teil der Gemeinschaft werden und sich in den Gemüseanbau und dessen Organisation einbringen.

Per Klick auf die Flip-Cards können Sie sich anschauen, welche Art von Mitgliedschaften es gibt.

Das gesamte Konzept und Eindrücke der Solawi Bodensee gibt es hier als Artikel mit Video.

Wie man beim Filme schauen Emissionen einsparen kann

Wer Filme herunterlädt und lokal speichert , spart Energie. Kontinuierliches Streamen dagegen ist deutlich energieintensiver. Podcasts oder Hörbücher zu streamen benötigt im Vergleich zum Video nur einen Bruchteil des Datenvolumens. CO2-Emissionen lassen sich auch einsparen, wenn der Fernseher über ein LAN-Kabel auf Streaming-Plattformen zugreift und nicht über WLAN. Eine Internetverbindung über LAN-Kabel verursacht außerdem weniger CO2-Emissionen als über Mobilfunk.

So kann man beim Heizen Energie sparen

Ohne Heizung wird es im Winter ungemütlich. Heizen verbraucht aber laut Umweltbundesamt im Haushalt die meiste Energie und hat damit einen großen Einfluss auf das Klima.

Wenn die Heizung effizient läuft, kann man sowohl Geld sparen als auch Ressourcen schonen und Emissionen verringern . Es gibt einige Tricks, wie jeder selbst dazu beitragen kann, dass die Heizung nicht zum Energiefresser wird. Per Klick auf die Flip-Cards gelangen Sie zu den Tipps.

Boomer und Generation Z sprechen über den Klimaschutz

Schwäbische.de hat drei Lindauer Aktivisten und Aktivistinnen aus den Generationen Boomer und Generation Z miteinander konfrontiert: Wie wird es mit dem Klimaschutz weitergehen?

Dafür engagieren sie sich:

Alle drei Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner setzen sich für den Klimaschutz sein. Keona Schroff war eine der Gründerinnen der Fridays-For-Future-Ortsgruppe in Lindau. Die 17-Jährige will die Politik darauf hinweisen, dass sie ihre eigenen Klimaschutzziele einhalten soll und Privatleute darauf aufmerksam machen, was jeder einzelne tun kann. „Das hängt aber leider nicht nur an einzelnen Personen, sondern das Ganze muss sich ändern, vor allem die Politik muss handeln. Sie hat einfach die größte Macht.“

Auch die Schülerin Emily Maier engagiert sich bei Fridays For Future und sieht es als ihre Aufgabe an, Menschen über den Klimawandel zu informieren und sie dazu zu bringen, sich mehr mit dem Thema zu befassen.

Der ehemalige Klimaschutzmanager des Landkreises Lindau, Steffen Riedel , ist 65 Jahre alt und sieht den Klimaschutz als persönliche und gesellschaftliche Aufgabe an. „Ich kann nicht auf andere deuten und sagen, mach du mal, ohne selber was zu machen“, sagt er. Deshalb habe er auch bei sich selbst angesetzt und sein Haus und seine Ernährung möglichst klimaneutral gestaltet.

Das ganze Gespräch gibt es auch hier als Artikel mit Video.