Bankräuber

Postkartenräuber wird ausgeliefert

Lindau / Lesedauer: 2 min

Nach dem Prozess in Deutschland muss der Mann in Feldkirch vor Gericht
Veröffentlicht:27.10.2017, 10:52
Aktualisiert:23.10.2019, 00:00

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Der sogenannte Postkartenräuber wird nach seiner Verhandlung in Deutschland nach Österreich ausgeliefert werden. Das teilte der Feldkircher Staatsanwalt Heinz Rusch der Neuen Vorarlberger Tageszeitung mit.

Der Postkartenräuber muss sich zunächst in Deutschland für die drei Banküberfälle in Opfenbach und Heimenkirch verantworten. Danach wird der 54-jährige Tiroler, so Rusch, nach Österreich ausgeliefert werden. Erst dann werde am Landesgericht Feldkirch der Schöffenprozess wegen der angeklagten Vorarlberger Raubüberfälle stattfinden. Die Feldkircher Staatsanwältin Konstanze Manhart legt dem Mann aus dem österreichischen Bezirk Landeck elf Überfälle auf Bank- und Postfilialen in Vorarlberg zur Last.

Über das Auslieferungsgesuch hat die Generalstaatsanwaltschaft in München entschieden. Die Verantwortlichen der deutschen Justizbehörden wollten offenbar nicht, dass am Landesgericht Feldkirch auch über die drei deutschen Überfälle verhandelt wird, schreibt die Neue Vorarlberger Tageszeitung. Die Feldkircher Richter werden daher bei ihrer Strafbemessung auch das deutsche Urteil Berücksichtigen müssen und eine Zusatzstrafe verhängen. Dabei werden die Feldkircher Schöffenrichter diese Frage beantworten müssen: Um wie viel höher wäre die deutsche Strafe ausgefallen, wenn schon in Deutschland die Vorarlberger Taten mitberücksichtigt worden wären?

Der Postkartenräuber wird in Feldkirch wegen schweren Raubes angeklagt werden. Dafür drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Wie berichtet war der Tiroler nach jahrelanger Fahndung im September nach einem versuchten Banküberfall in Heimenkirch verhaftet worden. Der Mann galt als Postkartenräuber, weil er der Polizei Postkarten geschrieben hatte, in denen er weitere Überfälle ankündigte.

Nach seiner Verhaftung hatte der 54-Jährige, der derzeit in Untersuchungshaft in Bayern sitzt, die drei Überfälle in Opfenbach und Heimenkirch zugegeben. Die Fälle in Vorarlberg hatte er zunächst geleugnet, schließlich aber unter der erdrückenden Beweislast gestanden. Vorgehensweise und andere Indizien, vor allem der DNA-Abgleich, hatten von Anfang an deutlich dafür gesprochen, dass der Festgenommene der Mann war, nach dem die Vorarlberger Polizei fast zehn Jahre gefahndet hatte.

Seit August 2008 hatte der Postkartenräuber meist kleine Geldinstitute in Feldkirch, Dornbirn, Bregenz, Schwarzach und Lochau sowie zuletzt 2016 und 2017 in Opfenbach und Heimenkirch überfallen. Dabei hielt er den Angestellten stets eine Pistole vors Gesicht, die sich bei der Festnahme als täuschend echte Spielzeugpistole herausstellte.

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